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Mittwoch, 8. Juli 2015

Vor-Lesen

Eine der wichtigsten Sachen für das Lernen ist mittlerweile das Vorlesen geworden.
Ich lese also jeden Tag beständig etwas vor. Mal ein dickes Buch (über mehrere Tage hinweg), mal eine Märchensammlung.
Während ich die meisten Texte "niveaugerecht" auswähle, halte ich es aber für sehr wichtig, dass hin und wieder ein Buch vorkommt, der weit über das aktuelle Niveau herausgeht (ca. 4 Schulklassen :P  über Choppers aktuellem Verständnis).
So habe ich letzten Urlaub "Call of the Wild" von Jack London (wird in der Highschool in der 8.ten Klasse gelesen) angefangen, bis Chopper es dann aufgegriffen hatte - und noch weitere Bücher von London las.
Am Anfang muss man zwar immer ein bisschen (viel) erklären, aber mit der Zeit "läuft" das Buch dann einfach.
Dann war es "Die Kinder aus Nr. 67", "Farm der Tiere" und auch "Herr der Fliegen".

Nun ist "Das Bildnis von Dorian Gray" dran - bei den ersten Seiten war ich echt kurz vor dem Aufgeben. Es ist dieser Teil in dem praktisch der ganze Zeitgeist des 19. Jahrhunderts erklärt wird - und das alles mit den hochtrabendsten Worten.

Wie dem auch sei, ich habe etwas zurückgeschalten und erst mal nur immer eine Seite gemacht und diese dafür viel erklärt. Und dann haben wir alle darüber gesprochen.

Es geht um die alte Frage "Was ist, wenn wir die Möglichkeit haben mit allem durchzukommen und egal wie böse wir sind immer ungestraft davonkommen?".
Es hat sehr gut zu "Herr der Ringe" gepasst (das Chopper gerade durchgelesen hat) - dort gibt es ja diese Ringe, die das auch ermöglichen (durch Unsichtbarkeit, so viel ich weiß).

Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo wir wirklich gut über das Buch und die Eigenschaften der Charaktere sprechen können. Also haben wir es erstmal den Berg hoch geschafft und können nun den Ausblick genießen. Ich denke Durchhaltevermögen ist wirklich eine der wichtigsten Eigenschaften, die man gar nicht früh genug anfangen kann zu üben.

Einen anderen interessanten Seiteneffekt hat die ganze Vorleserei jetzt auch noch: Chopper hat "Vorlesen" als Skill auf die Skill-Liste gesetzt und will das jetzt aufbauen. Heißt: er liest mir jetzt von sich aus immer wieder was vor. Das ist echt schön - so habe ich mir das mal vor... äh...10 Jahren gewünscht. Und jetzt wo ich diesen Wunsch schon fallen gelassen habe, da kam er auf einmal unerwartet und hat sich erfüllt. Nach 10 Jahren!


Samstag, 4. Juli 2015

Sprachen Update - Latein

So, heute haben wir beim Essen über eine riesen Pizza Fungi gesprochen, da meinte Chopper, dass "Fungus" "Pilz" auf Latein heiße. Er sagte noch ein, zwei Wörter Latein und erzählte mir dann ganz beiläufig, dass er jetzt schon mit Latein angefangen habe - und doch nicht Italienisch als seine nächste Sprache mache.
Ich war wirklich beeindruckt und habe mich echt gefreut, dann meinte ich, dass ich ihm vor ein paar Tagen ein Video geschickt habe, in dem jemand Latein spricht.
Das haben sie sich dann alle gleich auf Youtube angesehen und Chopper meinte danach, dass er schon ein paar Wörter erkannt habe: "Ist irgendwie so eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Französisch".

Ich hatte ihm folgendes dazu geschrieben:

an der Stelle 7.25 spricht Cäsar Augustus Latein - aber mit einem italienischen Dialekt. Echt interessant.
schau mal ob Du die Worte: consentio, igitur und sumus heraushörst und ihre Bedeutung rausfindest :)


Sonntag, 24. Mai 2015

Wie lernt man eine Sprache - 2 Monats Update

So, jetzt sind ca. 2 Monate vergangen seitdem Chopper mit Französisch angefangen hat. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Babbel vs Memrise

Babbel wurde mittlerweile durch Memrise ersetzt. Da Babbel im Großen und Ganzen auch nur Wörter und Sätze abfragt war hier kein großer Unterschied. Außer dass Memrise sehr stark motivierende Faktoren für Chopper besitzt:

  1. Man kann sich ein Lernziel einstellen und Memrise misst wie viel Tage hintereinander man dieses Lernziel erreicht hat.
  2. Memrise vergibt Punkte für jede Lernaktion und an diese Punkte ist ein Titelsystem gebunden. Also für 250.000 Punkte wird man "Memocrat" und man beginnt als "Membryo". 
  3. Das Bild: Wissen als Pflanze, die gesät und gepflegt werden muss um schön und groß zu wachsen

Anki

In Anki gab es ein Tief, als Chopper sehr viele Wörter am Tag wiederholen musste  und zusätzlich noch neue kamen. Zusätzlich kann er ja nur jede 2.te Woche lernen. Und Anki sammelt all das nicht gemachte und merkt es sich. Sobald man wieder anfängt ist es als ob man einer Lawine die Tür öffnet.

Skill-Storm

In Skill-Storm hat Chopper sich nun von 400 Punkten (täglich) auf 500 Punkte (täglich) gesteigert. Die Texte zu verstehen fällt ihm immer leichter und hier macht er nach seiner eigenen Aussage die stärksten Fortschritte in Französisch.

Asterix und Obelix

Nach ein oder zwei Wochen hatten wir den Comic Asterix und Obelix auf Französisch dazugenommen. Anfänglich ging es darum zu spüren, ob wirklich Fortschritte gemacht werden. Er machte eine Seite am Tag und war sehr kritisch, dass das jemals zu etwas führen könnte. Mittlerweile liest er mehrere Seiten zum Frühstück oder nimmt ihn mit zum einfach so lesen.

Videos

Zuerst haben wir in Skill-Storm ja Aschenputtel (Cendrillon) und Goldlöcken und die 3 Bären (Boucle d'or ...) gemacht. Dazu haben wir dann auch immer die Videos angeschaut (auf Französisch... Youtube! Yay!). Mittlerweile schaut er auch andere franz. Comicfilme an (immer 3 Mal hintereinander die selben 10 Minuten).
Da versteht er auch immer mehr.

Abschließend...

läßt sich sagen, wir können nun schon kleine Unterhaltungen auf Französisch führen. Ich kann ihm auch kleine Fragen stellen und er kann antworten.
Ich bin gespannt, ob er es weitermacht...

Montag, 16. März 2015

Wie lernt man eine Sprache?

Als ich damals in der Schule war hatte ich über Sprachen einiges gelernt:
1.) In der Schule wirst Du nur getestet, wie sehr Dich eine Sprache interessiert
2.) In der Schule lernst Du sie nicht
3.) Gibt es Computerspiele nur in Englisch - dann lernst Du sehr schnell Englisch
4.) Ich kann keine Sprachen lernen, ich bin Sprachdumm - insbesondere Französisch (accent was? )

Und dann: War ich drei Monate in Frankreich. Es ist ein bisschen so meine Lieblingsgeschichte über Sprachen lernen geworden. Und nach diesen 3 Monaten - die ich in voller Überzeugung verbrachte diese Sprache nie zu lernen und nie zu können und für immer zu hassen (aus Selbstschutz, oder so) ... nach diesen 3 Monaten konnte ich Französisch. Party-Konversation-Niveau ... mit Musik im "Hintergrund". Und das Geheimnis: Ich habe sehr viel Filme geschaut. Man nennt diese Methode auch die "Expositions-Methode"... also man setzt sich so viel Kram wie möglich in der Sprache aus.

Nun ist Chopper dran mit Französisch.... und das schon länger. Zuerst hat er Rosetta Stone gemacht... das hat nur sehr schlecht funktioniert. Ich kann von Rosetta Stone nur vollstens abraten - außer teuer bietet es nichts was andere Spiel-Lern-Plattformen wie Busuu und Babbel nicht auch haben.

Dann hat er Skill-Storm probiert - das war ihm aber zu schwer.

Jetzt nach einer längeren Pause, in der er nichts gemacht hat mit Französisch sondern nur seine Pre-Skills (Lesen, Genau-Lesen, Schnell-Lesen, Tippen) trainiert hat, fängt er wieder an mit Französisch.

Und dieses Mal machen wir es ganz anders:
Er benützt:
Babbel - weil ihm das sehr viel Spaß macht


Anki - ein SRS-Programm mit dem man effizient Wörter im Langzeitgedächtnis speichert

Skill-Storm - eine Hilfe um Text zu lesen
Bei Skill-Storm setze ich mich unterstützend dazu. Es ist wirklich ein bisschen schwierig für Anfänger.

Jedes dieser Programme macht er täglich und wir schauen mal, wie weit er kommt in 3 Monaten. Und wie er sie danach bewertet.

Dienstag, 17. Februar 2015

Elektromotor läuft

Puh... nach langem Arbeiten. Probieren. Nachdenken und wieder probieren. Herausfinden was sich eignet und was gute Messgeräte sind, was gute Leiter und was Nicht-Leiter sind läuft nun unsere 5te (oder schon 10.te ??? ) Version des Elektromotors... ein bisschen.
Noch nicht sehr rund. Noch nicht sehr motiviert, aber es kommt Bewegung aus dem Nichts!!
Und die Batterie wird sauheiß.... :D


Dienstag, 3. Februar 2015

Eigene Projekte - Planung, Kosten, Zeit

Nachdem Chopper nun ein paar Bücher über Physik durchgelesen hat; wir eine Menge Experimente gemacht haben und er alles wieder vergessen hat :) (nicht alles, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass er nur so darüber hinweg liest) - fangen wir nun endlich an, dass er selber Projekte macht.

Ich gebe ihm also eine Aufgabe und er darf alle Ressourcen, die er will/findet benutzen. Er meinte, er nimmt nur Youtube.

Aktuelle Aufgabe: Elektromotor bauen.
Er muss alles selber machen:
+ Anleitung finden, verstehen
+ Budget planen (10 € ) (das bedeutet auch Alternativen finden, z.B. bekommt man Kupferdraht nur in großen Rollen, oder Büroklammern nur in Packungen (man braucht in seiner aktuellen Anleitung 2 davon))
+ Einkaufen
+ Bauen
+ Zeitrahmen einhalten (5 Tage)

Dies sind alles enorm wichtige Fähigkeiten, die er überall in der echten Welt braucht.
Ich bin schon gespannt, was daraus wird. Ich halte mich so weit es geht heraus.


Freitag, 12. September 2014

Allgemeinbildung vs. Skill-Training - Teil 1 - Was ist Skill-Training?

Skill-Training, der Ausdruck hat sich bei mir über die Jahre erst eingeschlichen, dann etabliert, und jetzt ist er eine Redewendung geworden. Wie "Ich mach jetzt mein Skill-Training", "Wie war Dein Skill-Training" und so weiter.

Da wir alle wissen was Allgemeinbildung ist (oder jeder seine Meinung darüber hat) und Skill-Training noch keiner kennt, hier erst mal eine Beschreibung:

Hier erst mal die Kurzformel:

  • *Effekt
  • *Real World
  • *Begrenzter Zeitraum
  • *Gewohnheit
  • *Maßstäbe
  • *Ziel
  • *Umfassend
(oder kurz: ERBGMZU - was immer das bedeuten mag :D )

Unmittelbarer Effekt:

 es gilt keine abstrakten Sachen zu lernen, sondern man "macht" etwas, alles was auf dem Weg liegt wird gelernt. Was nicht auf dem Weg liegt ist irrelevant!

Beispiele: 

  • Ein Schwert aus Holz bauen
  • Ein Auto (Seifenkisten) konstruieren, 
  • Ein 3D-CAD Programm dazu benützen um ein *druckbares* Spielzeug zu designen
  • Ein Computerspiel / Anwendung schreiben
  • Eine Geschichte schreiben, oder einen Manga entwerfen/zeichnen

-Real World Check: 

Die Sache die man macht, gibt das Feedback. Macht man es schlecht, so hat man am Ende etwas produziert mit dem man selbst nicht zufrieden ist und geht zurück ans Zeichenbrett (das nennt man lernen :P ). Macht man es gut, so dass man zufrieden ist, kann man etwas komplexeres oder herausfordernderes machen.

-Begrenzter Zeitraum:

Innerhalb dieses Zeitraums (typischerweise 3 Monate) konzentriert man sich auf das eine Skill. Jeden Tag wird etwas daran gearbeitet. Es gibt keine Änderung des Plans - kurz STIP: Stick to the Intial Plan. 
Es gibt nur eine Ausnahme: Man merkt, dass es wirklich zu schwer ist für den Trainee, dann wird es um ein halbes Jahr oder ein Jahr verschoben. Aber ein Skill gesucht, das einen Teil der Aufgabe abbildet. 
Nach 3 Monaten wird dann ein Resümee gezogen - zusätzlich wird das nächste Skill ausgewählt. (Das nächste muss nicht unbedingt verschieden sein, aber auf einem anderen Level liegen).


Beispiele:
Erst mal ein Skill das so schlecht lief, dass wir es verschoben haben:
Programmieren: Programmieren haben wir erst angefangen. Dann gemerkt, dass es zu noch zu schwer ist ein Buch über Programmierung zu lesen und das umzusetzen. 
Dann haben wir gemerkt, dass es selbst beim Paarlesen noch zu Schwierigkeiten führt. Dann habe ich versucht kleine Übungen zu machen, die aufeinander aufbauen und sich am Buch und Youtube-Tutorials orientieren. Als dies auch zu keinen guten Resultaten führte haben wir es um ein Jahr verschoben und versuchen es nächsten März noch mal.

Skills die wir daraus abgeleitet haben (Meilenstein-Ziele): 
1.) LEGO-Mindstorm-Programmierung in einem Club mit anderen Kindern (Mindstorms sind einfacher zu programmieren und der Effekt ist viel stärker).

2.) 10-Finger-System

3.) Leseverständnis bei Sachbüchern aufbauen

Ein Skill das gut läuft:
Lesen: Lesen haben wir nun mehrmals verlängert. Bis es mittlerweile zu einem Selbstläufer wurde (zumindest das Lesen von Geschichten (3 Fragezeichen, Momo, etc.)).
Es wurde nun wieder verlängert auf einem neuen Level: 10 Minuten in einem Sachbuch (über ein unbekanntes Thema - aktuell Physik) jeden Tag.

10-Finger-System: Dieses läuft seit 2 Monaten. Ziel sind 200 Anschläge in der Minute.


-Macht der Gewohnheit

Es werden jeden Tag mindestens 10 Minuten gemacht. Hier soll sich eine Gewohnheit aufbauen. Wird etwas über 27 Tage regelmäßig praktiziert gewöhnt man sich daran und es fehlt etwas, wenn man es nicht macht. Dies ist eine ungeheure Waffe, die man hat um sich selbst zu verbessern.

-Selbst erkennbare Maßstäbe

Es ist wichtig, dass der Lernende selbst entscheiden kann, wann etwas gut oder wann etwas schlecht ist. Kann er das nicht, dann bedeutet das nichts anderes, dass die Aufgabe für ihn sinnlos ist, denn eine gute Leistung ist einer schlechten ja gleich. Es macht also keinen Unterschied für ihn.

Beispiele:
Fertigstellung des Holzschwerts, des Autos
Verstehen eines Sachbuchs ohne Hilfe
200 Anschläge in der Minute

-Am Anfang (oder nach ein paar Stunden) ein Ziel setzen:

Das Ziel soll realistisch sein und selbst gesetzt werden. Es geht zwar um die Erreichung des Ziels, aber es ist nicht schlimm, wenn man nur weniger erreicht. Das Ziel ist mehr darin zu sehen, dass der Lernende weiß, auf was es ankommt.

Beispiel:
Bei Schreibmaschine-Schreiben kommt es auf die Geschwindigkeit und die Fehlerlosigkeit an. Erreicht man nach 3 Monaten nur 100 Anschläge die Minute, anstatt die angezielten 200, so ist das nicht schlimm. Und man hat schon 100 erreicht! Am Ende der 3 Monate kann man entscheiden, ob man noch mal 3 Monate *ausgeben* möchte, oder sich auf ein wertvolleres Ziel konzentrieren möchte. Oder auf ein Meilenstein-Ziel (z.B. man erkennt noch die Buchstaben schlecht und konzentriert sich noch mal auf Lesen lernen).

-Skills diskriminieren (fast) nicht:

So schwer das auch für viele ist, sie sind umfassend und diskriminieren nicht zwischen schlechten und guten Fähigkeiten. 

Beispiel:
Trainee spielt nur Computerspiele. Den ganzen Tag Ego-Shooter. Hier kann man als Skill den Level erhöhen. In Ego-Shootern rennt man durch Gänge und sammelt Waffen um Feinde zu erschießen.
Eine mögliche Erhöhung wäre, dass der Trainee jeden Tag 30 Minuten ein Spiel spielt, dass auch einen wirtschaftlichen Faktor berücksichtigt. Der nächste Level wäre dann ein Spiel, dass neben wirtschaftlichen Faktoren auch strategische und geschichtliche Faktoren in Angriff nimmt. 
Danach müsste der Trainee, dann genug Kraft gesammelt haben, dass er 30 Minuten am Tag eine geschichtliche Dokumentation ansieht, die sich mit allen Aspekten aus dem Spiel befasst.
Nach weiteren 3 Monaten müsste er dann genug Selbstbewusstsein angesammelt haben um historische Romane zu lesen. Von dort kann man zu historischen Sachbüchern, dann zu anderen Themen wechseln. Und so weiter.


Sonntag, 15. Juni 2014

Keine Allgemeinbildung mehr? - 1. Literatur

Ich habe ja hier den Begriff des "Skills" eingeführt.
Ich will nun noch einmal den Begriff des Skills anwenden auf ein paar Dinge, aus denen keine neuen Maschinen, Programme, Möbel entstehen oder konkrete Fähigkeiten wie die "Fähigkeit zu Lesen", 10-Finger-System etc.

Also jetzt geht es eher um unkonkrete Dinge wie:

  1. Literatur
  2. Musik
  3. Welt verstehen


Diese Sachen hören sich erst einmal sehr diffus an. Wir wissen, dass wir in Deutsch, Englisch, etc. Literatur anfingen.
Das bedeutet, wir fingen an Dürrenmatt oder Shakespeare oder Dickens zu lesen. Die Klassiker halt.
Genauso haben wir in Musik auch klassische Stücke gehört von Leuten wie Beethoven, Mozart und wie sie alle hießen.

In der Schule haben wir das eher auf formaler Ebene abgehandelt. Während wir uns bei Dürrenmatt gefragt haben, ob die Physiker nun Verantwortung für die Atombombe tragen oder nicht, gab es bei Shakespeare dann schon solche Fragebögen.

Ich will diesem schulischen Ansatz nun den "Skilling" Ansatz gegenüberstellen.

In diesem Frage ich mich, wozu ist Literatur gut? Wozu ist Shakespeare und Dürrenmatt gut? Oder Dickens? Oder wie erkenne ich Literatur? Erkenne ich es am Einband oder am Alter (wie das Shakespeare-Quiz nahelegt)? Erkenne ich es daran, dass Leute, die weiße Haare haben dieses Buch als "Meisterstück" bezeichnen, während sie ernst kucken?

Ich denke in Literatur werden immer Geschichten erzählt. Dies klingt erst mal trivial und richtig. Wenn eine Geschichte gut erzählt wird, dann wird etwas bestimmtes uns näher gebracht, von dem wir vorher weniger wußten. Wenn eine Geschichte gut erzählt wird erfahren wir verschiedene Sichtweisen, ergreifen Partei oder verlieren unsere vorher bestehend Urteile und betrachten die ganze Angelegenheit unter anderen Blickwinkeln.
Die Geschichte der Sklaverei soll in Onkel Toms Hütte so gut beschrieben worden sein, dass von Abraham Lincoln gesagt wird, dass er die Schreiberin mit den Worten begrüßt hat: "Das ist also die kleine Frau, die uns diesen Krieg beschert hat" (Er meinte den Bürgerkrieg in den USA, mit dem auch die Sklaverei beendet wurde).

Literatur ist nun also genau das: Wenn Geschichten unseren Horizont erweitern, wir eine tiefere Empfindung von Geschehnissen oder Begriffen (wie Liebe, Hass, Willenskraft, Freundschaft, etc.) erreichen.

Und dieses ist ein "Skill": Literatur zu erkennen und sie zu verstehen, zu sehen wie eine Thematik auf mehreren Ebenen *hautnah* und *spürbar* beschrieben wird. Das ist der Punkt an dem wir anfangen echte Literatur zu genießen und von seichter Unterhaltung, die nur unsere Zeit vertreibt unterscheiden zu können.
Und dieses Können ist wichtig und Lernenswert. Einmal erreicht, ist es nicht wieder verlernbar.
Wie Fahrrad fahren persönlich!

Und daran erkennen wir ein Skill!

Während wir die Fakten wann Shakespeare jetzt eigentlich gelebt hat und wie viele Begriffe er in die englische Sprache eingeführt hatte eine praktisch nutzlose Information ist, deren fauliger Geruch nicht einmal alle Düfte Ägyptens verbessern können.


Wichtig: Masse!
Wie bei allem sollte man um Masse bemüht sein. Deswegen höre ich einen Großteil der Bücher.
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