Zuerst der Gerichtstermin, da meine Ex findet ich mache zu wenig "Schulstoff" und zu viel "Bildung" mit den Kindern, aber Schulstoff wichtiger ist hatte ich jetzt einen Gerichtstermin vor einem franz. Gericht.
Natürlich konnte ich spielend alle Anzweifelungen und Anschuldigungen vom Tisch fegen, zumal ich mittlerweile gewohnt bin mit "Autoritäten" zu sprechen und einen lockeren, freundschaftlichen Umgang zu jedem Menschen pflege.
Ich war am Abend vor dem Termin nervös... es hat sich so wie vor dem Abitur angefühlt... wo man sich denkt: Heute ist der letzte Tag dieses Lebens und wenn ich es morgen versaue, dann ist alles vorbei und ... keine Ahnung. Es ist wie der Vorabend einer großen Operation am offenen Herzen, heute singen noch die Vögel, die Sonne scheint, aber am nächsten Tag kann schon alles wirklich für immer vorbei sein.
Und dann hatte ich kurz vor Sonnenuntergang die Wende. Mir ist alles bewusst geworden, was ich gelernt habe, wie viel ich trainiert habe, an mir gearbeitet habe, wie ich tausend mal hinausgegangen bin um zu wachsen... und zu wachsen... wie oft ich meine Komfort-Zone verlassen habe...
Und dann war da nur noch der Spruch von Muhammed Ali (oder wie man ihn schreibt): I am the greatest!
Es war so eine tiefe innere Überzeugung, dass was auch passiert, ich das Beste daraus mache, wie ich es schon tausendmal geschafft habe und noch 50.000 mal schaffen werde. Ich war in diesem Augenblick unbesiegbar.
Und diese Einstellung hat mich dann nicht mehr verlassen.... selbst vor der Verhandlung bin ich noch herumgetänzelt vor innerer Freude wie ein Boxer im Ring.
In der Verhandlung selbst war ich dann noch gelöster, mein Geist war klar wie Bergwasser und meine Erwiderungen (obwohl in Französisch) kamen einfach so.
Ich wusste einfach, dass ich es kann. Dass ich größer als die Situation bin und dass ich auch größer als jede Niederlage bin... selbst wenn eine käme... ich würde es in etwas Positives verwandeln.
Wow... das war mein "One Moment in Time".
Ich habe auch eine politische und soziale Bewegung gegründet, die auf diesem Prinzip gründet: Nimm immer den größten nächsten Schritt, der sich anbietet. Gehe nie einen Schritt zurück, denn Du trittst allen die hinter Dir stehen auf die Füße. Wenn Du nach hinten gehst, dann nur um Anlauf zu nehmen.
So... und jetzt wie geht's den Kindern. Mein inneres Wachstum wirkt sich sehr stark auf meinen Umgang mit den Kindern aus. Ich habe eine neue Lockerheit entwickelt, so dass wir wirklich viel Spaß und Freude miteinander haben.
Nami will nun Klinik-Clown werden. Ich finde das einen tollen Job, als ich im Krankenhaus war kamen die mal zu mir und ich dachte mir nur: "Clowns.. echt jetzt? Ich habe hier ganz andere Probleme und da kommen die roten Nasen herein und wollen mich zum *Lachen* bringen. Lachen ist absolut daneben in meiner Lage." - und sie haben es trotzdem geschafft. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für einen Clown sein muss todkranke Kinder zum Lachen zu bringen... oder Erwachsene. Aber es macht so einen Unterschied. Und jetzt will sie genau diesen Job mit den Worten: Lachen ist die beste Medizin.
Nach all dem Gehänge mit dem Lesen liest sie nun sehr gut. Pro Woche ca. ein Buch; ihr Ziel ist es alles von Astrid Lindgren zu lesen. Ich habe jetzt ein paar neue Bücher angebracht ("Briefe vom miesesten Planeten des Universums" und "Der 14.te Goldfisch") und sie fängt auch an diese zu lesen.
Chopper hat sein erstes längeres Zeltlager. Insgesamt 4 Übernachtungen. Er hat gesagt: Er genießt es ohne Eltern, wir sollen bloß nicht vorbei schauen. Autsch... aber er wird bald 12...
Er liest aktuell ein Buch nach dem anderen. So ca. 1200 Seiten in der Woche. Sein Skill-Training hat er deswegen schleifen gelassen und ich habe eine Weile zugeschaut. Ich wollte sehen, was daraus kommt. Aber er las einfach noch mehr - und noch unansprechbarer. Er hat jetzt alle Bücher durch, die Worte wie "Chroniken", "Drachen" oder "Reiter" drinnen hatten. Drachenreiter, Adlerreiter, Pegasusreiter, Phönixreiter... fehlen nur Pferdereiter und Eselsreiter. Ich habe ihm dann wieder sein Skill-Training ans Herz gelegt, das ist einfach wichtig meiner Meinung.
Aktuell lernt er Französisch, Latein und Italienisch. Für Latein ist er sogar schon Contributor auf Memrise. Mit einem sehr schönen Text in seiner Bio. Da steht, dass er das Interesse an Latein durch seinen Vater bekommen hat, der bei jedem Wort die lateinische Wurzel erzählt hat.
Wir haben jetzt die Gewohnheit eingeführt jeden Tag macht jeder einen Haushaltstask. Chopper hat wirklich das Kochen übernommen. Das ist echt toll, nicht mehr jeden Tag kochen zu müssen. Nur manchmal komme ich in die Küche, das Nudelwasser ist komplett verdampft und er ist 40 Seiten in seinem Buch weiter.
Sanji hat - endlich, dass ich das noch erleben darf!!!! - ohne Probleme Lesen gelernt. Damit ist er mein erstes Kind, das sich - wie in den "Kinder lernen selber"-Ratgebern - innerhalb kurzer Zeit und mit nur wenigen Tipps und Übungen Lesen beigebracht hat. Man möchte sagen fast von selbst. Er liest nun schon so gut, dass wir seine Leseparty geben.
Interessant ist wie die Kinder schon rechen. Ich habe nur hin und wieder kleine Tipps gegeben. Die Mutter hat sie auf Khan Academy verfrachtet und manchmal diskutieren wir über mathematische Probleme (aber eben nicht rechnen) und sie rechnen echt Dinge wie: 2*96 oder 1050 /2 - auch Sanji rechnet das schon ziemlich akkurat.
Ich lege da zwar weder Wert noch Fokus darauf, sonder vermeide das Thema eher, aber ich finde es dennoch interessant, wie sich so was entwickelt.
Aktuell lernen die beiden Kleineren eine Fremdsprache und 10-Finger-System. Nami lernt Spanisch auf Duolingo und Sanji kuckt Peppa Pig in Spanisch an.
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Sonntag, 15. Mai 2016
Freitag, 15. Januar 2016
Update - Das Ende der Dyslexie und weiteres
Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere, dass Nami noch vor 15 Monaten stark mit dem Lesen kämpfte - dann haben wir durch ein sehr hartes Training die 48 Wörter pro Minute erreicht. Ein Niveau, auf dem man flüssig lesen kann - nicht super, aber halt so, dass man die Geschichten versteht.
Fast Forward in die Gegenwart: "Eine Woche ohne Lesen hätte ich nicht überlebt" - ich war wirklich überrascht, als ich diesen Satz heute gehört habe.
Was ist in diesem Jahr passiert?
Nach dem harten Training machten wir praktisch einen kompletten Stopp. Es gab keinerlei Training mehr. Ich war erschöpft - sie war erschöpft. Und das Ziel war vorerst erreicht.
Nach ein paar Wochen der Pause lieh ich dann Comics aus... die Reihe "Der kleine Prinz" war besonders interessant. Auch Garfield, Donald Duck, Goofy und Hägar (wobei sie Hägar nicht so mochte). Auch andere leichte Kost. Am Anfang hatte sie noch gemeint: "Ich hasse Comics".
Doch mit der Zeit - und ich ließ sie da einfach in Ruhe - legte sich das und sie fing an die Comics zu lesen. Wenn ich sie sah, wie sie auf der Couch eines las, ging ich schnell weiter - tat so als ob ich nichts gesehen hätte. Nicht, dass sie aus stolz ihre Aussage "Ich hasse Comics" demonstrieren musste und das schnell weglegte.
Und so ... liest sie mittlerweile praktisch alles von Astrid Lindgren. "Kinder aus der Krachmacherstraße", "Kinder aus Bullerbü", "Michel bringt die Welt in Ordnung" und all das.
Man möchte es fast gar nicht glauben.
Ich habe dann letztens eine Lesemessung mit ihr gemacht. Mit RapidTyping. Und sie war bei ca. 300 Zeichen pro Minute. Das ist praktisch eine altersgemäße Lesegeschwindigkeit.
Rechtschreibung? Die wird kommen :) Jetzt soll sie erst mal ihr Lesen genießen. Und in einem Jahr schreibe ich dann darüber :)
Aktuell lernt sie als Skill-Trainings: Spanisch und 10-Finger-System. Und bei 10 Finger-System ist sie mittlerweile bei 70 Zeichen pro Minute.
Sanji (bald 7 Jahre) liest nun auch ziemlich normal. Wagt sich auch an kleinere Bücher heran und ist auf einem Niveau, dass ich alles Lesetrainings aufgehört habe. Auch er lernt jetzt 10-Finger-System. Auch wenn er noch sehr klein ist und seine Fortschritte mehr spielerisch sind, macht es ihn schon stolz auch da besser zu werden.
Chopper.... wo fange ich an? Er hat nun seine 8 oder 9 Kurse. Und lernt Französisch (hier schon ein sehr gutes Niveau - gerade übersetzt er mir Tintenherz (Coeur d'encre), und Latein (hier übersetzt er "Cornelia" - ja das kleine Biest gibt es auch auf Latein) und Italienisch (wo wir gerade anfangen, Roald Dahls "Magische Medizin" zu übersetzen). Zusätzlich lesen wir jeden Tag zwei Kapitel in einem Geschichtsbuch (aktuell "Die Geschichte der Wirtschaft", als nächstes dann über Krieg, Philosophie und Sklaverei). Und schauen uns noch zusätzlich irgendeine Youtube-Dokumentation über Geschichte an. Wenn er etwas nicht weiß, sieht er es sofort auf seinem Handy nach. Auch finde ich ganz toll, was er für eine App-Auswahl auf seinem Handy hat: Wikipedia, Anki und Memrise.
Er wird immer erwachsener, das geht nicht nur von seiner eigenen Entwicklung, sondern auch im Haushalt macht er seine Tasks praktisch von sich aus. Motzt nicht herum, sondern weist die beiden anderen Kinder darauf hin, dass sie - wenn sie mal ausgezogen sind - keinen Vater mehr haben, der das alles für sie übernimmt. Ich war wirklich erstaunt, als ich das hörte. Dankbarkeit für die Dinge, die andere für einen tun, finde ich eine der wichtigsten Eigenschaften. Zusammen mit Großzügigkeit in dem was man für andere tut.
Auch durch seine vielen Sportarten: Paddeln, Schwimmen, Parcours, Tanzen und Klettern ist er in seiner körperlichen Entwicklung auch sehr gut dabei.
Es ist einfach nur schön zuzusehen, wie Kinder jeden Tag größer und stärker werden. Und trotzdem bleibt ihnen noch so viel Zeit für Freunde und Spielen :)
Fast Forward in die Gegenwart: "Eine Woche ohne Lesen hätte ich nicht überlebt" - ich war wirklich überrascht, als ich diesen Satz heute gehört habe.
Was ist in diesem Jahr passiert?
Nach dem harten Training machten wir praktisch einen kompletten Stopp. Es gab keinerlei Training mehr. Ich war erschöpft - sie war erschöpft. Und das Ziel war vorerst erreicht.
Nach ein paar Wochen der Pause lieh ich dann Comics aus... die Reihe "Der kleine Prinz" war besonders interessant. Auch Garfield, Donald Duck, Goofy und Hägar (wobei sie Hägar nicht so mochte). Auch andere leichte Kost. Am Anfang hatte sie noch gemeint: "Ich hasse Comics".
Doch mit der Zeit - und ich ließ sie da einfach in Ruhe - legte sich das und sie fing an die Comics zu lesen. Wenn ich sie sah, wie sie auf der Couch eines las, ging ich schnell weiter - tat so als ob ich nichts gesehen hätte. Nicht, dass sie aus stolz ihre Aussage "Ich hasse Comics" demonstrieren musste und das schnell weglegte.
Und so ... liest sie mittlerweile praktisch alles von Astrid Lindgren. "Kinder aus der Krachmacherstraße", "Kinder aus Bullerbü", "Michel bringt die Welt in Ordnung" und all das.
Man möchte es fast gar nicht glauben.
Ich habe dann letztens eine Lesemessung mit ihr gemacht. Mit RapidTyping. Und sie war bei ca. 300 Zeichen pro Minute. Das ist praktisch eine altersgemäße Lesegeschwindigkeit.
Rechtschreibung? Die wird kommen :) Jetzt soll sie erst mal ihr Lesen genießen. Und in einem Jahr schreibe ich dann darüber :)
Aktuell lernt sie als Skill-Trainings: Spanisch und 10-Finger-System. Und bei 10 Finger-System ist sie mittlerweile bei 70 Zeichen pro Minute.
Sanji (bald 7 Jahre) liest nun auch ziemlich normal. Wagt sich auch an kleinere Bücher heran und ist auf einem Niveau, dass ich alles Lesetrainings aufgehört habe. Auch er lernt jetzt 10-Finger-System. Auch wenn er noch sehr klein ist und seine Fortschritte mehr spielerisch sind, macht es ihn schon stolz auch da besser zu werden.
Chopper.... wo fange ich an? Er hat nun seine 8 oder 9 Kurse. Und lernt Französisch (hier schon ein sehr gutes Niveau - gerade übersetzt er mir Tintenherz (Coeur d'encre), und Latein (hier übersetzt er "Cornelia" - ja das kleine Biest gibt es auch auf Latein) und Italienisch (wo wir gerade anfangen, Roald Dahls "Magische Medizin" zu übersetzen). Zusätzlich lesen wir jeden Tag zwei Kapitel in einem Geschichtsbuch (aktuell "Die Geschichte der Wirtschaft", als nächstes dann über Krieg, Philosophie und Sklaverei). Und schauen uns noch zusätzlich irgendeine Youtube-Dokumentation über Geschichte an. Wenn er etwas nicht weiß, sieht er es sofort auf seinem Handy nach. Auch finde ich ganz toll, was er für eine App-Auswahl auf seinem Handy hat: Wikipedia, Anki und Memrise.
Er wird immer erwachsener, das geht nicht nur von seiner eigenen Entwicklung, sondern auch im Haushalt macht er seine Tasks praktisch von sich aus. Motzt nicht herum, sondern weist die beiden anderen Kinder darauf hin, dass sie - wenn sie mal ausgezogen sind - keinen Vater mehr haben, der das alles für sie übernimmt. Ich war wirklich erstaunt, als ich das hörte. Dankbarkeit für die Dinge, die andere für einen tun, finde ich eine der wichtigsten Eigenschaften. Zusammen mit Großzügigkeit in dem was man für andere tut.
Auch durch seine vielen Sportarten: Paddeln, Schwimmen, Parcours, Tanzen und Klettern ist er in seiner körperlichen Entwicklung auch sehr gut dabei.
Es ist einfach nur schön zuzusehen, wie Kinder jeden Tag größer und stärker werden. Und trotzdem bleibt ihnen noch so viel Zeit für Freunde und Spielen :)
Sonntag, 13. September 2015
Nach den Sommerferien - ein Update
Wie ich diesen Schulanfang nach all den Jahren noch spüre, wenn das Wetter so herbstlich wird. Dieses Aufwachen mit einem tiefen Gefühl der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit, die das Ende der Sommerferien markiert. Nächstes Jahr bin ich wieder im Ausland um diese Zeit. Im Süden. Definitiv. Der Duft und Anblick von Pinien und Meer ertränkt alle Dunkelheit und alles Grau.Woran merkt man als Unschooler, dass der Sommer vorbei ist? Eigentlich nur am Wetter... und dann ist heute auch noch der letzte Tag an dem das Freibad geöffnet ist. Letztes Jahr um diese Zeit war ich gerade ein paar Tage in Venedig und es standen uns noch herrliche zwei Wochen bevor. Als wir dann zurückkamen war es herrliches Wetter. Die Luft war aber schon kalt und die roten Blätter der Bäume verrieten was bald kommen würde.
Wenn ich mich frage, was mir Unschooling bedeutet und ein schulfreies Leben, dann fühle ich wie tief es geht: So viel! Alles! Jeden Tag wachsen dürfen, so wie ich es will. So wie es *mein* Leben verlangt. Kein anderer. Es gibt keine Katastrophe mehr - es gibt nur noch Richtungen der Entwicklungen.
Dieses Jahr habe ich mit Singen angefangen und es ist als schließt sich dadurch eine so starke Lücke in meiner Persönlichkeit. Ich war immer nur akademischer Verstand oder stilles Gefühl. Singen hat mir Ausdruck verliehen - auch wenn ich Singen selber noch nicht kann.
Gerade ging ich durch die Wohnung... Nami lag auf der Couch und las "Der kleine Prinz" - die Comicreihe. Nach dem ganzen Training wegen ihrer Dyslexie haben wir ja dann bei 46 Wörter pro Minute eine Pause gemacht. Kein Training mehr. Eine lange Sommerpause. Generell fangen wir die Sommerpausen ja so um März herum an.
Und dann fragte mich Nami, was denn sei, als ich stehenblieb und ihr einfach beim Lesen zusah... was sei? Freude... Tränen in den Augen... Innerer Frieden... Ich nickte nur und machte: Mmmm...
Dann sah sie nach einer Minute wieder auf und begann über die Finsterlinge (sie repräsentieren Angst in dem kleinen Prinzen) zu erzählen, die gegen den kleinen Prinzen kämpfen. Sie dachte die wären kleiner. Von seinen Ängsten denkt man wohl immer sie seien kleiner... bis man anfängt sich ihnen zu stellen und gegen sie zu kämpfen.
Eine andere Entwicklung ist, dass Nami nun mittlerweile die Untertitel von One Piece mitliest. Und das ist wohl ein super Training für ihr Lesen.
Danach ging ich in die Küche. Chopper saß am Tisch und frühstückte und las. Er liest praktisch immer beim Frühstück. "Herr der Fliegen" ist es gerade. Ein Buch, das bestimmt kein Kind in der 5.ten Klasse liest. Eine Freundin sagte mal, dass ich Chopper für die Ivy League trainiere... und das stimmt wohl auch irgendwo. Aber ich bin überzeugt dieses Recht auf die Erreichung seines ganzen Potentials hat jeder Mensch. Warum sollen Menschen nur kleine Flügel bekommen, wenn sie große Schwingen wachsen können? Welche die im Licht schillern, wenn sie auf die Sonne zufliegen?
Nami hat jetzt auch ein Ziel: Ihr Ziel ist es, dass Blaumeisen aus ihren Händen picken. Was für ein schönes Ziel :) Sie fährt jeden Sonntag früh zu dem Kleintierzuchtverein und füttert dort bei einem Züchter die Hühner. Und mittlerweile hat der Züchter auch Albino-Kaninchen für sie gekauft. Und sie fängt auch an die Hühner der Nachbarn zu füttern. Sie gibt toten Tieren ein Begräbnis und spürt alle Vogelnester auf.
Die beiden großen Kinder lernen nun Sprachen. Chopper lernt Französisch... da ist er ja auch schon ziemlich weit. Hat nun Latein dazugenommen und mittlerweile auch Italienisch. Gestern wollte er auch noch Bayerisch nehmen, aber ich riet ihm erst mal seinen Laser zu fokussieren, bevor er alles mache. Er hat ja noch genug Zeit. Er benutzt mittlerweile hin und wieder lateinische Wörter - und ja - ich muss mittlerweile nachfragen. Und er erklärt mir dann seine Theorien mit welchen Wörtern sie aus unserer Sprache zusammenhängen. "Ostendere" meinte er würde mit Osten zusammenhängen - er stellte sich wohl einen Imperator vor, der damals nach Osten *zeigte*. Aber Osten, so fanden wir dann heraus kommt aus dem Althochdeutschen. Über die Jahre wird sich so sein linguistisches Gespür entwickeln.
Nami lernt nun Spanisch. Am Computer. Ganz alleine. (ja wirklich, alle Kinder schicken mich raus, wenn sie lernen - nur Sanji *noch* nicht - sollte mir das irgendwas sagen?). Sie macht das wirklich gut.
Diese Woche beginnen wieder die Kurse. Und am 20.ten ist dann schon Choppers Tanzaufführung.
Letzte Mama-Woche hat Chopper die ganze Woche seine eigenen Spiele programmiert.
Meine Haushaltsfähigkeiten werden immer besser. Ich war eine Zeit lang ratlos, da ich nicht wußte, wie ich die Kinder einbinden kann. So dass es ihnen Freude macht. Ganz freiwillig hat nicht funktioniert. Das Leben ist einfach viel viel spannender als Haushalt. Nun haben wir die Vereinbarung, dass sie ein Zimmer aufräumen (oder einen Teil von einem Zimmer) und ich dann immer extra was koche. Kochen macht mir dann auch Freude, wenn ich merke, dass wir alle was tun und ich kann wirklich was Gutes kochen. Die Ordnung wird dadurch die Ordnung der Kinder - somit achten sie auch darauf und richten nicht einfach Chaos an, als ob es kein Morgen gäbe. Und die Küche nicht vor dem Kochen erst selbst komplett aufräumen zu müssen entspannt wirklich. Sehr. Und ich kann mich darauf konzentrieren meine Kochkünste zu verfeinern.
Unser Familienalltag hat sehr wenige Tiefs. Über die letzten Wochen wurde es wieder sehr sehr harmonisch. Und ein sehr starkes Zusammensein. Die Kinder lernen immer mehr aufeinander einzugehen.
Tagsüber sehe ich die Großen nur immer mal wieder. In den Ferien haben ja die anderen Kinder Freigang und Freundschaften können geschlossen werden und den ganzen Tag kann gespielt werden. Ich komme rein und auf einmal liegt da wieder die Freundin von Nami im Wohnzimmer und streichelt den Hund... ich kratze mich am Kopf.
Nami hat auch ihre Kleptomanie mittlerweile sehr gut überwunden. Ich kann überall Geld rumliegen lassen (eine Schwäche von mir). Und nichts mehr verschwindet. Nein, mehr noch. Nami bastelt kleine Sparbüchsen und räumt das Geld dann zusammen.
Mittwoch, 8. Juli 2015
Vor-Lesen
Eine der wichtigsten Sachen für das Lernen ist mittlerweile das Vorlesen geworden.
Ich lese also jeden Tag beständig etwas vor. Mal ein dickes Buch (über mehrere Tage hinweg), mal eine Märchensammlung.
Während ich die meisten Texte "niveaugerecht" auswähle, halte ich es aber für sehr wichtig, dass hin und wieder ein Buch vorkommt, der weit über das aktuelle Niveau herausgeht (ca. 4 Schulklassen :P über Choppers aktuellem Verständnis).
So habe ich letzten Urlaub "Call of the Wild" von Jack London (wird in der Highschool in der 8.ten Klasse gelesen) angefangen, bis Chopper es dann aufgegriffen hatte - und noch weitere Bücher von London las.
Am Anfang muss man zwar immer ein bisschen (viel) erklären, aber mit der Zeit "läuft" das Buch dann einfach.
Dann war es "Die Kinder aus Nr. 67", "Farm der Tiere" und auch "Herr der Fliegen".
Nun ist "Das Bildnis von Dorian Gray" dran - bei den ersten Seiten war ich echt kurz vor dem Aufgeben. Es ist dieser Teil in dem praktisch der ganze Zeitgeist des 19. Jahrhunderts erklärt wird - und das alles mit den hochtrabendsten Worten.
Wie dem auch sei, ich habe etwas zurückgeschalten und erst mal nur immer eine Seite gemacht und diese dafür viel erklärt. Und dann haben wir alle darüber gesprochen.
Es geht um die alte Frage "Was ist, wenn wir die Möglichkeit haben mit allem durchzukommen und egal wie böse wir sind immer ungestraft davonkommen?".
Es hat sehr gut zu "Herr der Ringe" gepasst (das Chopper gerade durchgelesen hat) - dort gibt es ja diese Ringe, die das auch ermöglichen (durch Unsichtbarkeit, so viel ich weiß).
Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo wir wirklich gut über das Buch und die Eigenschaften der Charaktere sprechen können. Also haben wir es erstmal den Berg hoch geschafft und können nun den Ausblick genießen. Ich denke Durchhaltevermögen ist wirklich eine der wichtigsten Eigenschaften, die man gar nicht früh genug anfangen kann zu üben.
Einen anderen interessanten Seiteneffekt hat die ganze Vorleserei jetzt auch noch: Chopper hat "Vorlesen" als Skill auf die Skill-Liste gesetzt und will das jetzt aufbauen. Heißt: er liest mir jetzt von sich aus immer wieder was vor. Das ist echt schön - so habe ich mir das mal vor... äh...10 Jahren gewünscht. Und jetzt wo ich diesen Wunsch schon fallen gelassen habe, da kam er auf einmal unerwartet und hat sich erfüllt. Nach 10 Jahren!
Ich lese also jeden Tag beständig etwas vor. Mal ein dickes Buch (über mehrere Tage hinweg), mal eine Märchensammlung.
Während ich die meisten Texte "niveaugerecht" auswähle, halte ich es aber für sehr wichtig, dass hin und wieder ein Buch vorkommt, der weit über das aktuelle Niveau herausgeht (ca. 4 Schulklassen :P über Choppers aktuellem Verständnis).
So habe ich letzten Urlaub "Call of the Wild" von Jack London (wird in der Highschool in der 8.ten Klasse gelesen) angefangen, bis Chopper es dann aufgegriffen hatte - und noch weitere Bücher von London las.
Am Anfang muss man zwar immer ein bisschen (viel) erklären, aber mit der Zeit "läuft" das Buch dann einfach.
Dann war es "Die Kinder aus Nr. 67", "Farm der Tiere" und auch "Herr der Fliegen".
Nun ist "Das Bildnis von Dorian Gray" dran - bei den ersten Seiten war ich echt kurz vor dem Aufgeben. Es ist dieser Teil in dem praktisch der ganze Zeitgeist des 19. Jahrhunderts erklärt wird - und das alles mit den hochtrabendsten Worten.
Wie dem auch sei, ich habe etwas zurückgeschalten und erst mal nur immer eine Seite gemacht und diese dafür viel erklärt. Und dann haben wir alle darüber gesprochen.
Es geht um die alte Frage "Was ist, wenn wir die Möglichkeit haben mit allem durchzukommen und egal wie böse wir sind immer ungestraft davonkommen?".
Es hat sehr gut zu "Herr der Ringe" gepasst (das Chopper gerade durchgelesen hat) - dort gibt es ja diese Ringe, die das auch ermöglichen (durch Unsichtbarkeit, so viel ich weiß).
Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo wir wirklich gut über das Buch und die Eigenschaften der Charaktere sprechen können. Also haben wir es erstmal den Berg hoch geschafft und können nun den Ausblick genießen. Ich denke Durchhaltevermögen ist wirklich eine der wichtigsten Eigenschaften, die man gar nicht früh genug anfangen kann zu üben.
Einen anderen interessanten Seiteneffekt hat die ganze Vorleserei jetzt auch noch: Chopper hat "Vorlesen" als Skill auf die Skill-Liste gesetzt und will das jetzt aufbauen. Heißt: er liest mir jetzt von sich aus immer wieder was vor. Das ist echt schön - so habe ich mir das mal vor... äh...10 Jahren gewünscht. Und jetzt wo ich diesen Wunsch schon fallen gelassen habe, da kam er auf einmal unerwartet und hat sich erfüllt. Nach 10 Jahren!
Samstag, 4. Juli 2015
Sprachen Update - Latein
So, heute haben wir beim Essen über eine riesen Pizza Fungi gesprochen, da meinte Chopper, dass "Fungus" "Pilz" auf Latein heiße. Er sagte noch ein, zwei Wörter Latein und erzählte mir dann ganz beiläufig, dass er jetzt schon mit Latein angefangen habe - und doch nicht Italienisch als seine nächste Sprache mache.
Ich war wirklich beeindruckt und habe mich echt gefreut, dann meinte ich, dass ich ihm vor ein paar Tagen ein Video geschickt habe, in dem jemand Latein spricht.
Das haben sie sich dann alle gleich auf Youtube angesehen und Chopper meinte danach, dass er schon ein paar Wörter erkannt habe: "Ist irgendwie so eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Französisch".
Ich hatte ihm folgendes dazu geschrieben:
Ich war wirklich beeindruckt und habe mich echt gefreut, dann meinte ich, dass ich ihm vor ein paar Tagen ein Video geschickt habe, in dem jemand Latein spricht.
Das haben sie sich dann alle gleich auf Youtube angesehen und Chopper meinte danach, dass er schon ein paar Wörter erkannt habe: "Ist irgendwie so eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Französisch".
an der Stelle 7.25 spricht Cäsar Augustus Latein - aber mit einem italienischen Dialekt. Echt interessant.
schau mal ob Du die Worte: consentio, igitur und sumus heraushörst und ihre Bedeutung rausfindest :)
Mittwoch, 24. Juni 2015
Sprachen Update - getting serious
Chopper wird mittlerweile wirklich ernst bei Sprachen lernen. Er merkt, dass er sehr schnell eine neue Sprache lernen kann (natürlich mit der richtigen Software und über ernst gemeinte Arbeit).
Seine nächsten beiden Sprachen hat er mir auch schon verraten:
1.) Italienisch
2.) Latein
Latein hat mich etwas überrascht und ich habe es nicht so richtig ernst genommen. Aber es ist ja auch klar, da wirklich viele Worte in Deutsch aus dem Lateinischen kommen und noch mehr in Französisch aus dem Lateinischen (wir kucken ja immer bei Wörtern, die interessant klingen auf Wikipedia nach) hat er recht schnell rausbekommen, dass hier so was wie eine Wurzel vieler Sprachen liegt.
Ebenfalls im Englischen gibt es ja viele Worte mit Lateinischem Ursprung.
Aber heute hat er mir viele Memrise-Kurse Latein gezeigt und ich musste mir die Wortschätze mit ihm anschauen und ich sollte die weg klicken, welche nicht gut waren. Er wollte, dass ich mehrmals durchgehe und immer nur die schlechten wegklicke, bis der Beste übrig blieb.
Ich musste leider bei 4 Kursen stoppen - denn die Unterschiede wurden zu marginal. Aber mir erschien erst mal der "Oxford Latin Course 1" der Beste.
Er hat ganz am Anfang sehr wichtige Wörter wie:
"essen, gehen, aber, bald, müde, froh, bereit, nicht, arbeiten, beeilen, zurückkehren"
und
"zu den Geschäften, zu den Tischen"
und was gibt es mehr, als dass man froh zu den Geschäften geht. Nicht arbeitet und sich bald beim zurückkehren beeilt zu den Tischen bereit zum essen :)
Ich will hier noch ein wichtiges Videos teilen, das ich persönlich für das Zentrum eines gesunden Sprachen-Lernens halte:
von dem einzigartigen... unübertroffenen.... Stephen Krashen!!! und seinem "natural approach"
Seine nächsten beiden Sprachen hat er mir auch schon verraten:
1.) Italienisch
2.) Latein
Latein hat mich etwas überrascht und ich habe es nicht so richtig ernst genommen. Aber es ist ja auch klar, da wirklich viele Worte in Deutsch aus dem Lateinischen kommen und noch mehr in Französisch aus dem Lateinischen (wir kucken ja immer bei Wörtern, die interessant klingen auf Wikipedia nach) hat er recht schnell rausbekommen, dass hier so was wie eine Wurzel vieler Sprachen liegt.
Ebenfalls im Englischen gibt es ja viele Worte mit Lateinischem Ursprung.
Aber heute hat er mir viele Memrise-Kurse Latein gezeigt und ich musste mir die Wortschätze mit ihm anschauen und ich sollte die weg klicken, welche nicht gut waren. Er wollte, dass ich mehrmals durchgehe und immer nur die schlechten wegklicke, bis der Beste übrig blieb.
Ich musste leider bei 4 Kursen stoppen - denn die Unterschiede wurden zu marginal. Aber mir erschien erst mal der "Oxford Latin Course 1" der Beste.
Er hat ganz am Anfang sehr wichtige Wörter wie:
"essen, gehen, aber, bald, müde, froh, bereit, nicht, arbeiten, beeilen, zurückkehren"
und
"zu den Geschäften, zu den Tischen"
und was gibt es mehr, als dass man froh zu den Geschäften geht. Nicht arbeitet und sich bald beim zurückkehren beeilt zu den Tischen bereit zum essen :)
Ich will hier noch ein wichtiges Videos teilen, das ich persönlich für das Zentrum eines gesunden Sprachen-Lernens halte:
von dem einzigartigen... unübertroffenen.... Stephen Krashen!!! und seinem "natural approach"
Sonntag, 21. Juni 2015
Französisch - 3 Monate später
So, eine Skill-Training Phase in Französisch ist vorbei und Chopper hat folgende Tools für wertvoll befunden:
Er hat sich beschlossen noch einmal 3 Monate Französisch zu machen.
- Anki (Grundwortschatz)
- Memrise (Grundwortschatz)
- Skill-Storm (Fortgeschrittener Text, mittlerweile Robin Du Bois (nicht vereinfacht))
- Asterix et Obelix (Comic, einfacher Text)
- Youtube (einfache Geschichten für Kleinkinder, jetzt Asterix)
Er hat sich beschlossen noch einmal 3 Monate Französisch zu machen.
Wir haben folgende Veränderungen gemacht.
- Anki ist in den Hintergrund geraten, da er nur noch zwischen 10 Sekunden und 1 Minute braucht - wohlgemerkt, es geht hier um den Grundwortschatz von "Decouvertes 1" (einem Schulbuch für ein ganzes Schuljahr)
- Memrise wird beibehalten, er findet es gut, dass er im Gegensatz zu Anki die Worte in beiden Richtungen lernt und auch selbst schreiben muss - dafür ist es auch um einiges langsamer als Anki (355 Wörter im Langzeitgedächtnis, während Anki schon 872 Karten auf "alt" hat)
- Skill-Storm (hier sind mittlerweile auch (872! - genau wie in Anki) auf "Well Known" und 495 bekannt. Bei Skill-Storm hat er jetzt über 22.000 Punkte (30.000 ist ein recht gutes passives Sprachniveau).
- Asterix und Obelix als Comic ist rausgeflogen, da er meinte die kann er schon "lesen wie Deutsch". Ich habe ihm noch "Tim und Struppi" aus der Bibliothek geholt.
- Statt Asterix und Obelix liest er jetzt "Petit Nicholas" - da meinte er heute auch, dass es ihm ziemlich einfach fällt, und er heute aus Versehen 2 Seiten gelesen hat (eigentlich soll er eine Seite lesen).
- Youtube (unverändert)
Gestern sagte er zu mir, dass er in Sprachen nicht so gut ist. Ich habe ihn dann sanft darauf hingewiesen, dass nicht jeder 10-jährige nach ein paar Monaten Comics und Filme liest in der Lernsprache liest. Das hat ihn wirklich erstaunt. Wenn ich denke, wie lange ich an meinem Schulfranzösisch rumgebastelt habe und wie viel Grammatik und Vokabeln ich versucht habe mit allen Akzenten zu lernen... naja, reden wir nicht davon.
Aber es ist spannend zu sehen, dass es wirklich keine große Leistung ist. Es ist halt einfach selbstgesteuertes Lernen, das jeden Tag über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten wird. Es ist kein Zauberwerk und kein Talent, keine große Arbeit oder sonstwas.
Sonntag, 24. Mai 2015
Dyslexie, Hörbücher und Eiscreme
Nami hat jetzt erst mal komplett zu Lesen aufgehört. Nach der Party war für sie anscheinend die Luft raus. Die 46 wpm haben ihr auch erst mal genügt. Die Mutter ist ja weiterhin davon überzeugt, dass Dyslexie mein Hirngespinst ist und eigentlich alles in bester Ordnung.
Zusätzlich macht die Mutter mit Nami auch Lesen auf Englisch. Ich finde das zwar zweifelhaft, aber bei getrennten Eltern gibt es halt auch oft getrennte Vorstellungen von Erziehung und den besten Methoden (die gibt es natürlich auch bei nicht getrennten Eltern, aber die Lösungsfindung halte ich für einfacher, wenn ein gutes Verhältnis besteht).
Also stelle ich mich jetzt mal hinter diesen Englisch-Ansatz und schaue wohin er führt. Manchmal... ganz selten liest Nami dem kleinen Sanji auch etwas vor und dann verhalte ich mich so unauffällig wie möglich... Nein, hier ist kein Papa zur Hand, der jetzt auch vorlesen könnte :P...
Ich gehe jetzt erst mal den entspannten Weg und habe ganz viele Hörbücher für Nami besorgt. Zusätzlich mache ich mit ihr - und das ist ihr Geburtstagsgeschenk, da ich ja keine Geschenke *kaufe*: 5 Tage lang jeden Tag Eiscreme mit unserer Eismaschine und den Rezepten, die wir auf Pinterest.com finden. Die sind einfach super. (Habe ich schon gesagt, dass ich ein ganz tiefempfunder Fan von Pinterest bin? )
Zusätzlich will Nami ja Hühner füttern und pflegen. Also gehen wir jetzt jeden Sonntag zum Kleintierzüchterverein - und fragen, ob einer der Züchter sie mithelfen lassen will. Den ersten Sonntag haben die Züchter nur begossen in die andere Richtung gekuckt. Dieses Mal, hat sich schon einer erbarmt und hat seinen Züchterfreund (Ralf) gefragt, ob er ihr nicht die Hühner zeigen wolle. Das hat Ralf dann gemacht und Nami durfte sogar füttern und eins anfassen - er wollte ihr sogar zeigen, wie man es hoch nimmt. Am Ende hat er ihr noch angeboten, dass sie dann auch einen Schlüssel haben könne und so helfen könne (das hat er sich dann aber doch noch überlegt). Ich denke Nami kann hier auch wieder eine ganz wichtige Lektion des Lebens lernen: Endurance and Perseverance get you everywhere (auf Deutsch: steter Tropfen höhlt den Stein).
Und im Herbst/Winter fangen wir dann wieder mit einem Lesetraining an (falls es sich bis dahin nicht schon erledigt hat). Aber jetzt erstmal die Sommerferien und Eiscreme genießen.
Zusätzlich macht die Mutter mit Nami auch Lesen auf Englisch. Ich finde das zwar zweifelhaft, aber bei getrennten Eltern gibt es halt auch oft getrennte Vorstellungen von Erziehung und den besten Methoden (die gibt es natürlich auch bei nicht getrennten Eltern, aber die Lösungsfindung halte ich für einfacher, wenn ein gutes Verhältnis besteht).
Also stelle ich mich jetzt mal hinter diesen Englisch-Ansatz und schaue wohin er führt. Manchmal... ganz selten liest Nami dem kleinen Sanji auch etwas vor und dann verhalte ich mich so unauffällig wie möglich... Nein, hier ist kein Papa zur Hand, der jetzt auch vorlesen könnte :P...
Ich gehe jetzt erst mal den entspannten Weg und habe ganz viele Hörbücher für Nami besorgt. Zusätzlich mache ich mit ihr - und das ist ihr Geburtstagsgeschenk, da ich ja keine Geschenke *kaufe*: 5 Tage lang jeden Tag Eiscreme mit unserer Eismaschine und den Rezepten, die wir auf Pinterest.com finden. Die sind einfach super. (Habe ich schon gesagt, dass ich ein ganz tiefempfunder Fan von Pinterest bin? )
Zusätzlich will Nami ja Hühner füttern und pflegen. Also gehen wir jetzt jeden Sonntag zum Kleintierzüchterverein - und fragen, ob einer der Züchter sie mithelfen lassen will. Den ersten Sonntag haben die Züchter nur begossen in die andere Richtung gekuckt. Dieses Mal, hat sich schon einer erbarmt und hat seinen Züchterfreund (Ralf) gefragt, ob er ihr nicht die Hühner zeigen wolle. Das hat Ralf dann gemacht und Nami durfte sogar füttern und eins anfassen - er wollte ihr sogar zeigen, wie man es hoch nimmt. Am Ende hat er ihr noch angeboten, dass sie dann auch einen Schlüssel haben könne und so helfen könne (das hat er sich dann aber doch noch überlegt). Ich denke Nami kann hier auch wieder eine ganz wichtige Lektion des Lebens lernen: Endurance and Perseverance get you everywhere (auf Deutsch: steter Tropfen höhlt den Stein).
Und im Herbst/Winter fangen wir dann wieder mit einem Lesetraining an (falls es sich bis dahin nicht schon erledigt hat). Aber jetzt erstmal die Sommerferien und Eiscreme genießen.
Wie lernt man eine Sprache - 2 Monats Update
So, jetzt sind ca. 2 Monate vergangen seitdem Chopper mit Französisch angefangen hat. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.
Babbel vs Memrise
Babbel wurde mittlerweile durch Memrise ersetzt. Da Babbel im Großen und Ganzen auch nur Wörter und Sätze abfragt war hier kein großer Unterschied. Außer dass Memrise sehr stark motivierende Faktoren für Chopper besitzt:- Man kann sich ein Lernziel einstellen und Memrise misst wie viel Tage hintereinander man dieses Lernziel erreicht hat.
- Memrise vergibt Punkte für jede Lernaktion und an diese Punkte ist ein Titelsystem gebunden. Also für 250.000 Punkte wird man "Memocrat" und man beginnt als "Membryo".
- Das Bild: Wissen als Pflanze, die gesät und gepflegt werden muss um schön und groß zu wachsen
Anki
In Anki gab es ein Tief, als Chopper sehr viele Wörter am Tag wiederholen musste und zusätzlich noch neue kamen. Zusätzlich kann er ja nur jede 2.te Woche lernen. Und Anki sammelt all das nicht gemachte und merkt es sich. Sobald man wieder anfängt ist es als ob man einer Lawine die Tür öffnet.
Skill-Storm
In Skill-Storm hat Chopper sich nun von 400 Punkten (täglich) auf 500 Punkte (täglich) gesteigert. Die Texte zu verstehen fällt ihm immer leichter und hier macht er nach seiner eigenen Aussage die stärksten Fortschritte in Französisch.
Asterix und Obelix
Nach ein oder zwei Wochen hatten wir den Comic Asterix und Obelix auf Französisch dazugenommen. Anfänglich ging es darum zu spüren, ob wirklich Fortschritte gemacht werden. Er machte eine Seite am Tag und war sehr kritisch, dass das jemals zu etwas führen könnte. Mittlerweile liest er mehrere Seiten zum Frühstück oder nimmt ihn mit zum einfach so lesen.
Videos
Zuerst haben wir in Skill-Storm ja Aschenputtel (Cendrillon) und Goldlöcken und die 3 Bären (Boucle d'or ...) gemacht. Dazu haben wir dann auch immer die Videos angeschaut (auf Französisch... Youtube! Yay!). Mittlerweile schaut er auch andere franz. Comicfilme an (immer 3 Mal hintereinander die selben 10 Minuten).
Da versteht er auch immer mehr.
Abschließend...
läßt sich sagen, wir können nun schon kleine Unterhaltungen auf Französisch führen. Ich kann ihm auch kleine Fragen stellen und er kann antworten.
Ich bin gespannt, ob er es weitermacht...
Montag, 11. Mai 2015
Ich bin mit Skill-Training schon fertig... und Beschränkung der Computerspielzeit
Das war heute der erste Satz, den ich kurz nach dem Aufwachen (naja... eigentlich noch beim Aufwachen) hörte. Chopper kam rein und war wohl schon früher aufgestanden, hatte den Hund rausgebracht, sein Französisch fast komplett gemacht und nun ging's ans Frühstücken.
Ich war wirklich beeindruckt... na, das ist doch mal ein Fortschritt.
Zur Zeit lese ich immer noch am Abend ein bisschen "Mit Einstein im Fahrstuhl" und irgendwie verwickelt mich dann immer noch eines der Kinder ewig lange in ein Gespräch über alle Aspekte des gerade Vorgelesenen. Und ich bin schon sooooooo müde.... :) ... und reagiere dann manchmal gereizt... :( (Das Licht ist aus, und ich bin schon 2 Mal fast eingeschlafen).
Das zweite ist, dass wir ja eigentlich (nach dem Einbruch der Dunkelheit) unbeschränktes Computerspielen hatten. Das wurde mir dann vor 2 Wochen zu bunt, als die Kinder kurz für's Abendessen reinhüpften und dann schon wieder weg am Spielen waren. Also das hat mal *für mich* gar nicht funktioniert. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass 1,5 Stunden am Tag ein guter Deal ist um es zu versuchen. Die können sie nun auch vor dem Einbruch der Dunkelheit nehmen. Mir egal. Aber Hauptsache es findet Abends noch irgendeine Interaktion statt... ich kam mir schon komisch vor: Kochen, alle hüpfen rein.... mampfmampfmampf ... und weg waren sie. Nur noch die Teller standen auf dem Tisch, als ob nie Essen drinnen gewesen wäre. Und ich kam mir vor, als hätte ich die Szene gerade nur geträumt.
Mittlerweile können sich auch am Abend schöne Gespräche entwickeln. Die hatten wir vorher auch schon, aber halt seltener. Letzte Zeit ging es sehr viel um Friedensnobelpreisträger (Chopper liest viel über Geschichte und ich kritisiere immer die einseitige Darstellung aus Herrschersicht und versuche eine Geschichte von den Fortschritten und Friedensstiftern der Welt her aufzubauen). Da wir ja über Bertha von Suttner was gelesen haben, und dann noch viel über Nobel selber und seinen Dialog mit Suttner. Dann kam noch die Kuriosität, dass selbst Hitler mal für den Friedensnobelpreis nominiert wurde (Chopper hätte fast die Suppe rausgeprustet) und dann kam noch die Kapitulationsrede von Japans Kaiser nach den Atombombenangriffen. Als Chopper erzählt hat, dass Ramses III 100 Kinder hatte, da hat Nami aber ganz schön gestaunt. Also total querbeet.
Ich war wirklich beeindruckt... na, das ist doch mal ein Fortschritt.
Zur Zeit lese ich immer noch am Abend ein bisschen "Mit Einstein im Fahrstuhl" und irgendwie verwickelt mich dann immer noch eines der Kinder ewig lange in ein Gespräch über alle Aspekte des gerade Vorgelesenen. Und ich bin schon sooooooo müde.... :) ... und reagiere dann manchmal gereizt... :( (Das Licht ist aus, und ich bin schon 2 Mal fast eingeschlafen).
Das zweite ist, dass wir ja eigentlich (nach dem Einbruch der Dunkelheit) unbeschränktes Computerspielen hatten. Das wurde mir dann vor 2 Wochen zu bunt, als die Kinder kurz für's Abendessen reinhüpften und dann schon wieder weg am Spielen waren. Also das hat mal *für mich* gar nicht funktioniert. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass 1,5 Stunden am Tag ein guter Deal ist um es zu versuchen. Die können sie nun auch vor dem Einbruch der Dunkelheit nehmen. Mir egal. Aber Hauptsache es findet Abends noch irgendeine Interaktion statt... ich kam mir schon komisch vor: Kochen, alle hüpfen rein.... mampfmampfmampf ... und weg waren sie. Nur noch die Teller standen auf dem Tisch, als ob nie Essen drinnen gewesen wäre. Und ich kam mir vor, als hätte ich die Szene gerade nur geträumt.
Mittlerweile können sich auch am Abend schöne Gespräche entwickeln. Die hatten wir vorher auch schon, aber halt seltener. Letzte Zeit ging es sehr viel um Friedensnobelpreisträger (Chopper liest viel über Geschichte und ich kritisiere immer die einseitige Darstellung aus Herrschersicht und versuche eine Geschichte von den Fortschritten und Friedensstiftern der Welt her aufzubauen). Da wir ja über Bertha von Suttner was gelesen haben, und dann noch viel über Nobel selber und seinen Dialog mit Suttner. Dann kam noch die Kuriosität, dass selbst Hitler mal für den Friedensnobelpreis nominiert wurde (Chopper hätte fast die Suppe rausgeprustet) und dann kam noch die Kapitulationsrede von Japans Kaiser nach den Atombombenangriffen. Als Chopper erzählt hat, dass Ramses III 100 Kinder hatte, da hat Nami aber ganz schön gestaunt. Also total querbeet.
Montag, 16. März 2015
Wie lernt man eine Sprache?
Als ich damals in der Schule war hatte ich über Sprachen einiges gelernt:
1.) In der Schule wirst Du nur getestet, wie sehr Dich eine Sprache interessiert
2.) In der Schule lernst Du sie nicht
3.) Gibt es Computerspiele nur in Englisch - dann lernst Du sehr schnell Englisch
4.) Ich kann keine Sprachen lernen, ich bin Sprachdumm - insbesondere Französisch (accent was? )
Und dann: War ich drei Monate in Frankreich. Es ist ein bisschen so meine Lieblingsgeschichte über Sprachen lernen geworden. Und nach diesen 3 Monaten - die ich in voller Überzeugung verbrachte diese Sprache nie zu lernen und nie zu können und für immer zu hassen (aus Selbstschutz, oder so) ... nach diesen 3 Monaten konnte ich Französisch. Party-Konversation-Niveau ... mit Musik im "Hintergrund". Und das Geheimnis: Ich habe sehr viel Filme geschaut. Man nennt diese Methode auch die "Expositions-Methode"... also man setzt sich so viel Kram wie möglich in der Sprache aus.
Nun ist Chopper dran mit Französisch.... und das schon länger. Zuerst hat er Rosetta Stone gemacht... das hat nur sehr schlecht funktioniert. Ich kann von Rosetta Stone nur vollstens abraten - außer teuer bietet es nichts was andere Spiel-Lern-Plattformen wie Busuu und Babbel nicht auch haben.
Dann hat er Skill-Storm probiert - das war ihm aber zu schwer.
Jetzt nach einer längeren Pause, in der er nichts gemacht hat mit Französisch sondern nur seine Pre-Skills (Lesen, Genau-Lesen, Schnell-Lesen, Tippen) trainiert hat, fängt er wieder an mit Französisch.
Und dieses Mal machen wir es ganz anders:
Er benützt:
Babbel - weil ihm das sehr viel Spaß macht
Anki - ein SRS-Programm mit dem man effizient Wörter im Langzeitgedächtnis speichert
Skill-Storm - eine Hilfe um Text zu lesen
Bei Skill-Storm setze ich mich unterstützend dazu. Es ist wirklich ein bisschen schwierig für Anfänger.
Jedes dieser Programme macht er täglich und wir schauen mal, wie weit er kommt in 3 Monaten. Und wie er sie danach bewertet.
1.) In der Schule wirst Du nur getestet, wie sehr Dich eine Sprache interessiert
2.) In der Schule lernst Du sie nicht
3.) Gibt es Computerspiele nur in Englisch - dann lernst Du sehr schnell Englisch
4.) Ich kann keine Sprachen lernen, ich bin Sprachdumm - insbesondere Französisch (accent was? )
Und dann: War ich drei Monate in Frankreich. Es ist ein bisschen so meine Lieblingsgeschichte über Sprachen lernen geworden. Und nach diesen 3 Monaten - die ich in voller Überzeugung verbrachte diese Sprache nie zu lernen und nie zu können und für immer zu hassen (aus Selbstschutz, oder so) ... nach diesen 3 Monaten konnte ich Französisch. Party-Konversation-Niveau ... mit Musik im "Hintergrund". Und das Geheimnis: Ich habe sehr viel Filme geschaut. Man nennt diese Methode auch die "Expositions-Methode"... also man setzt sich so viel Kram wie möglich in der Sprache aus.
Nun ist Chopper dran mit Französisch.... und das schon länger. Zuerst hat er Rosetta Stone gemacht... das hat nur sehr schlecht funktioniert. Ich kann von Rosetta Stone nur vollstens abraten - außer teuer bietet es nichts was andere Spiel-Lern-Plattformen wie Busuu und Babbel nicht auch haben.
Dann hat er Skill-Storm probiert - das war ihm aber zu schwer.
Jetzt nach einer längeren Pause, in der er nichts gemacht hat mit Französisch sondern nur seine Pre-Skills (Lesen, Genau-Lesen, Schnell-Lesen, Tippen) trainiert hat, fängt er wieder an mit Französisch.
Und dieses Mal machen wir es ganz anders:
Er benützt:
Babbel - weil ihm das sehr viel Spaß macht
Anki - ein SRS-Programm mit dem man effizient Wörter im Langzeitgedächtnis speichert
Skill-Storm - eine Hilfe um Text zu lesen
Bei Skill-Storm setze ich mich unterstützend dazu. Es ist wirklich ein bisschen schwierig für Anfänger.
Jedes dieser Programme macht er täglich und wir schauen mal, wie weit er kommt in 3 Monaten. Und wie er sie danach bewertet.
Dienstag, 17. Februar 2015
Elektromotor läuft
Puh... nach langem Arbeiten. Probieren. Nachdenken und wieder probieren. Herausfinden was sich eignet und was gute Messgeräte sind, was gute Leiter und was Nicht-Leiter sind läuft nun unsere 5te (oder schon 10.te ??? ) Version des Elektromotors... ein bisschen.
Noch nicht sehr rund. Noch nicht sehr motiviert, aber es kommt Bewegung aus dem Nichts!!
Und die Batterie wird sauheiß.... :D
Noch nicht sehr rund. Noch nicht sehr motiviert, aber es kommt Bewegung aus dem Nichts!!
Und die Batterie wird sauheiß.... :D
Dienstag, 25. November 2014
Deschooling und Skill-Training
Mittlerweile kenne ich immer mehr Kinder und Erwachsene, die ihr Deschooling anscheinend ewig fortsetzen würden.
Mein heftigster "Fall" ist ein nun schon 20 jähriger Junge, der irgendwann anfing die Schule zu verweigern (ohne den Begriff Unschooling, Deschooling, etc. aber). Er las einen Schundroman nach dem anderen und las und las. Und spielte Computer und spielte Computer. Irgendwann hatte er dann alle Drachenreiter 30 Mal durch und schrieb immer noch kein Wort und beim Computerspielen war er sogar in den Top 0,5 % von irgendeinem Online-Spiel und verkaufte "Leveling-Ups". Das ganze hatte ein Problem, Leveling-Ups machten nicht reich. Sie blieben immer im Taschengeldbereich eines 14-jährigen. Und auf der anderen Seite dauert es ewig und vereinsamt immer mehr.
Auch Romane lesen führt auf Dauer anscheinend zu nichts. Siehe das Interview mit John Taylor Gatto, das ich auf dieser Seite analysiere.
Ein anderer Fall ist ein ca. 13-jähriges Mädchen aus Frankreich, deren Mutter ich auf der letzten Celebrate Unschooling kennen lernen durfte. Sie war schon ewig aus der Schule und nichts lief, außer die üblichen "Deschooling"-Sachen. Die Mutter war sehr engagiert im franz. Unschooling und ief, ging auf viele dieser Treffen und war sehr belesen - auch von dem was sie erzählte war klar, dass sie den Unschooling und Deschooling Gedanken gut verstanden hatte. Jedoch zeigte die Tochter nach *Jahren* keinerlei Anstalten den Weg des Deschooling zu verlassen und die Mutter war mittlerweile verzweifelt.
Ein anderes Beispiel ist aus einer Radioshow (auf Youtube unter "The dangers of Unschooling" zu finden), in dem eine Tochter mit ca. 10 Jahren aus der Schule befreit wird. Nach knapp 3 oder 4 Jahren des Deschooling ist der Vater verzweifelt. Aber auch die Tochter. Ihre Interessen, ihr Kontakt zu Freunden haben sich drastisch verringert und sind auf Null zurückgegangen.
Eine andere Mutter, die sich sehr mit dem Thema Unschooling beschäftigt hat auch ihre ältere Tochter aus der Schule freigelassen. Erst eine freie Schule, die war aber dennoch immer noch zu restriktive und dann die echte Freiheit. Sie sagte (fast) wörtlich: "Ich halte Deschooling für einen destruktiven Prozess - es zerstört die wenigen Sachen, die noch da sind und setzt an ihre Stelle nichts. Wenn sie das Gefühl haben nichts zu können, was soll denn dann auch kommen."
Und zuletzt kenne ich noch meine Tochter, sie war noch nie in der Schule! Und dennoch: Spielen und Süßigkeiten sind ihre Leidenschaften. Ich wünschte es wäre anders, ich wünschte sie würde von alleine durch die Decke starten, ich wünschte ich würde in allen Kindern dieses "irgendwann geht es los" entdecken. Aber ich sehe, dass -ohne Anleitung- Menschen zurück zum "Median" fallen. Meiner Meinung nach sind das mittelalterliche handwerkliche Fähigkeiten. Natürlich ist das irgendwie cool, wenn die Kinder dann Nähen, Stricken, Instrumente bauen (so wie André Stern) oder schmieden (so wie Devin Martin). Und dazwischen spielen sie Playstation 3 und wir alle hoffen, dass es cool und hip bleibt selbst-fabrizierte Produkte in einem Etsy-Shop zu verkaufen.
Auf der anderen Seite sehe ich, dass eine halbe Stunde am Tag Skill-Training so viel bringt und so viele neue Interessen und Neugier sich daraus entwickeln können. Es hilft den Menschen die Welt außerhalb der Schule zu entdecken.
Mein heftigster "Fall" ist ein nun schon 20 jähriger Junge, der irgendwann anfing die Schule zu verweigern (ohne den Begriff Unschooling, Deschooling, etc. aber). Er las einen Schundroman nach dem anderen und las und las. Und spielte Computer und spielte Computer. Irgendwann hatte er dann alle Drachenreiter 30 Mal durch und schrieb immer noch kein Wort und beim Computerspielen war er sogar in den Top 0,5 % von irgendeinem Online-Spiel und verkaufte "Leveling-Ups". Das ganze hatte ein Problem, Leveling-Ups machten nicht reich. Sie blieben immer im Taschengeldbereich eines 14-jährigen. Und auf der anderen Seite dauert es ewig und vereinsamt immer mehr.
Auch Romane lesen führt auf Dauer anscheinend zu nichts. Siehe das Interview mit John Taylor Gatto, das ich auf dieser Seite analysiere.
Ein anderer Fall ist ein ca. 13-jähriges Mädchen aus Frankreich, deren Mutter ich auf der letzten Celebrate Unschooling kennen lernen durfte. Sie war schon ewig aus der Schule und nichts lief, außer die üblichen "Deschooling"-Sachen. Die Mutter war sehr engagiert im franz. Unschooling und ief, ging auf viele dieser Treffen und war sehr belesen - auch von dem was sie erzählte war klar, dass sie den Unschooling und Deschooling Gedanken gut verstanden hatte. Jedoch zeigte die Tochter nach *Jahren* keinerlei Anstalten den Weg des Deschooling zu verlassen und die Mutter war mittlerweile verzweifelt.
Ein anderes Beispiel ist aus einer Radioshow (auf Youtube unter "The dangers of Unschooling" zu finden), in dem eine Tochter mit ca. 10 Jahren aus der Schule befreit wird. Nach knapp 3 oder 4 Jahren des Deschooling ist der Vater verzweifelt. Aber auch die Tochter. Ihre Interessen, ihr Kontakt zu Freunden haben sich drastisch verringert und sind auf Null zurückgegangen.
Eine andere Mutter, die sich sehr mit dem Thema Unschooling beschäftigt hat auch ihre ältere Tochter aus der Schule freigelassen. Erst eine freie Schule, die war aber dennoch immer noch zu restriktive und dann die echte Freiheit. Sie sagte (fast) wörtlich: "Ich halte Deschooling für einen destruktiven Prozess - es zerstört die wenigen Sachen, die noch da sind und setzt an ihre Stelle nichts. Wenn sie das Gefühl haben nichts zu können, was soll denn dann auch kommen."
Und zuletzt kenne ich noch meine Tochter, sie war noch nie in der Schule! Und dennoch: Spielen und Süßigkeiten sind ihre Leidenschaften. Ich wünschte es wäre anders, ich wünschte sie würde von alleine durch die Decke starten, ich wünschte ich würde in allen Kindern dieses "irgendwann geht es los" entdecken. Aber ich sehe, dass -ohne Anleitung- Menschen zurück zum "Median" fallen. Meiner Meinung nach sind das mittelalterliche handwerkliche Fähigkeiten. Natürlich ist das irgendwie cool, wenn die Kinder dann Nähen, Stricken, Instrumente bauen (so wie André Stern) oder schmieden (so wie Devin Martin). Und dazwischen spielen sie Playstation 3 und wir alle hoffen, dass es cool und hip bleibt selbst-fabrizierte Produkte in einem Etsy-Shop zu verkaufen.
Auf der anderen Seite sehe ich, dass eine halbe Stunde am Tag Skill-Training so viel bringt und so viele neue Interessen und Neugier sich daraus entwickeln können. Es hilft den Menschen die Welt außerhalb der Schule zu entdecken.
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