(Vorweg: Natürlich gab es nicht nur Schule in unserer Welt, aber alle Industrienationen - die unsere heutige Welt bedeuten - haben das Konzept Schule einstimmig übernommen - das aktuelle Modell seit ca. 200 Jahren)
Als ich mich vor ein paar Jahren aufmachte um herauszufinden welche Bildung, welche Schule die Beste ist hätte ich nie gedacht, dass ich außerhalb der Schule landen würde.
Zuerst kam ich auf ein Modell, das ähnlich den Rennaissance-Werkstätten funktionierte. Intrinsische Motivation nach Deci-Ryan, etc.
Dann kam der Gedanke (von außen, wie alle Gedanken - ich schien unfähig eigene Gedanken zu produzieren und habe diese Unfähigkeit auch immer noch nicht überwunden) es müsste doch gar nicht in der Schule geschehen, sondern man könnte auch *außerhalb* dieser unwegdenkbaren Wände denken.
Seitdem versuche ich möglichst viel Zweitquellen (Studien, Berichte, ...) , Erstquellen (Lebensläufe, Youtube-Kanäle, etc.) und Auswertungen (Regierungsdaten, etc.) zu bekommen.
Die Schwierigkeit an einem wissenschaftlichen Vorgehen innerhalb des Bildungsbereichs ist: Es gibt praktisch keine relevante Kontrollgruppe. Man hat entweder Kulturen mit Schule, oder Kulturen, die zu arm sind, sich eine Schule leisten zu können (und erst mal nach vollständigem Ausbau der Schulen streben). Oder man hat Kulturen, die zu klein sind um als Kontrollgruppe dienen zu können.
Ohne Kontrollgruppe ist aber Wissenschaft nicht möglich. Witzchenschaft...? Und unser ganzes Schulsystem ist ein großer Inzest von sich gegenseitig bestätigenden Institutionen.
Z.B: Du kannst nur eine tollen Job kriegen mit Studium, studieren darfst Du nur mit Abi, Abi nur mit guten Noten. Und dann hast Du Erfolg. Wir wissen nicht, wie die Chirurgen ohne Studienabschlüsse sich machen. Wir wissen nicht mal mehr, wie die Führungsetagen sich machen ohne Doktor.
Von einer umfassenden Betrachtung welche Bildung nun Erfolg haben könnte und in welcher Richtung war weit und breit keine Spur. Und was Erfolg war - und an welchen Kriterien man ihn misst - das lag komplett im Dunklen. Die PISA Leute einigten sich hier auf Rechnen, Schreiben, Lesen. SAT-Test, Abitur waren schon breiter gefächert. Aber immer noch lies sich kein Erfolg an der Uni damit voraussagen. Und schon gar nicht Erfolg im Leben. Außer der, dass man ja an manche Jobs nicht ohne Abi kam.
Schule war also ein System, dass sich global seit 200 Jahren selbst bestätigte. Und immer wenn jemand daran zweifelte dort etwas Sinnvolles zu lernen, oder die Schule als schlecht hinstellte kam keine Forschung dazu auf. Aber es kamen immer ein paar Fallschirmjäger von der Lehrergewerkschaft um die Zweifler und Kritiker mundtot zu bekommen. Das System Schule überlebte Amokläufe in der westlichen Welt, massenweise Essstörungen, steigende Selbstmordraten. Nichts konnte den eisernen Vorhang der Unwissenheit mit dem sich die Schule umgab zerstören.
Sie war das totale Dogma - das jeder Wissenschaft in den ... Hintern biss. Bis vor ein paar Jahren! Und mittlerweile haben wir in den USA einen Prozentsatz von Schulverweigerern die erfolgreich ihre Bildung gestalten, der nicht mehr zu leugnen ist. Und der auch nicht mehr zu marginalisieren ist.
Und es gibt immer mehr Forschung über den Effekt der Schule und ihrer Massen-Einführung in unserer Gesellschaft.
Ein erster Hinweis war (damals) das Buch von Harvey J. Graff, dass in Vor-Schulpflicht-Zeiten manche industriellen Ländern Alphabetisierungsraten von 100% hatten (durch Home-Schooling). Und diese Raten nie wieder erreicht wurden.
Dann kamen weitere Autoren aus der Ecke der historischen Soziologie dazu - während die aktuelle Pädagogik damals keinen Hinweis auf den Erfolg von irgendwas außerhalb der Schule gab.
Mittlerweile ist es möglich praktisch alle Fragen zu beantworten:
Vorher gab es keine klaren Daten ob es Dyslexie gibt. Ein Phänomen, das Schüler beim Lesenlernen zeigen, gefördert von Leistungsangst, Druck, etc. In der Schule - nicht sehr überraschend - aber außerhalb? Bei Unschoolern? Keine Ahnung.
Was werden Menschen, die nur frei lernen und nur ihren Interessen folgen - in einer Welt, die versucht Deine Interessen auf möglichst kurzfristige Konsumerlebnisse zu lenken, die wie Zucker für den Geist wirken? Ist der Mensche von Grund aus dazu geneigt Sachen lernen zu wollen, effektiv zu interagieren, so wie es die Vertreter der intrinsischen Motivation behaupten? Keine Ahnung. Aber wir kriegen langsam Daten!
Ist die Schule ein Fluch oder ein Segen für arme Länder? Tausende Wohltätigkeitsorganisationen behaupten sie sein ein Segen. Aber irgendeine Forschung mit einer Alternative, eine valide Kontrollgruppe? Gab es nicht.
Wir stehen wirklich am Anfang einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung. Es gibt kiloweise, nein!, tonnenweise Bücher, die sich alle nur in dem geschlossenen System Schule bewegen und somit nicht das Papier wert sind auf dem sie geschrieben stehen. Ohne Kontrollgruppe ist keine Forschung möglich.
Jetzt haben wir die Kontrollgruppe. Und die Schule findet darin ihren schlimmsten Nemesis. Die Schule muss sich dem Mörder alles Aberglauben stellen. Der Wissenschaft.
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Dienstag, 17. Februar 2015
Montag, 19. Januar 2015
3 Probleme von Unschooling / Homeschooling
Ich komme öfter mit Schoolern ins Gespräch. Auch mit Eltern. Mal abgesehen von den Fragen: "funktioniert das?" (ja, Freunde, Sozialkompetenz und akademische Kompetenz liegt weit vor Schulis) , "ist das erlaubt?" (nein, aber zu schnelles fahren auch nicht und man findet Wege), "ich könnte das nicht" (doch, aber Dir wurde es in der Schule beigebracht, dass Du es nicht könntest, es ist aber viel einfacher als Du denkst).
Abgesehen von diesen Fragen kommen auch sehr oft Sachen, die in der Schule echt nicht funktionieren: "Der Schulranzen wiegt 10 Kilo", "Die Stühle sind Rücken brechend", "Die Lehrer haben keine Zeit für die Schüler", "Gerade wenn die Schüler was so halb können, kommt schon das nächste Thema", "Und die Noten...", "und die Hausaufgaben...", "und manche Lehrer... aber es gibt auch nette Lehrer..." (ja, es gibt auch nette Menschen als Kursleiter, da brauche ich keine Lehrer).
Und man denkt sich nur: "Echt, wieso macht die Schule das denn so?" (ach ja, weil sie ein industrielles System ist, das eher zum Aussieben geschaffen wurde, und die verschiedenen Schichten schichtgetreue Leistungen haben, weil sie schichtgetreu zu Hause lernen, was die Schichten halt zu Hause lernen - man nennt das System-Erhaltung. Nach neueren Studien verschlechtert Schule die Chancengleichheit drastisch gegenüber Home-Schooling. Ach ne. ) - Nein, man denkt sich: "Man, ich kann mich echt nicht erinnern, was es alles für Probleme in der Schule gab".
Und warum nicht? Warum gibt es keine Probleme beim HS/US?
Weil: Wenn es ein Problem gibt (mit einem von den drei Kindern). Dann löst man es! Und dann gibt es kein Problem mehr. Man spricht auch mit den Kindern darüber - gleichberechtigt. Und sie bekommen ein Gefühl dafür, was einen quält und sie können an der Lösung mitarbeiten (jaja, ich weiß die Schule hat die SMV, wo die Schüler auch mit-verwalten dürfen :D ).
Bei den eigenen Kindern kann man sehr schnell und flexibel reagieren, verschiedene Sachen gefahrlos ausprobieren, etc.
Aber!!!
Es gibt ein paar echte Probleme:
1.) Soziale Isolation durch Mit-Eltern! Man sitzt mit einer Gruppe anderer Eltern auf dem Spielplatz an der Bank, die Kinder spielen alle zusammen und man redet. Und das Gespräch kommt immer nach ein paar Minuten auf Schulprobleme. Und was kann man sagen: "Gottseidank habe ich solche Probleme nicht" - ZONK. Man ist draußen. "Keine Schule - kein Geschrei" - ZONK. Man macht sich nicht beliebt. Man kann vielleicht noch so was sagen wie: "Jaja, das ist nicht einfach". Ganz empathisch. Aber kommt das ehrlich rüber?
2.) Geringeres Gehalt! Doppelverdiener mit Ganztagsschule gegen 2*Alleinerziehend mit 3 Kindern, die zu Hause unterrichtet werden. Jeder kann es sich leisten, aber will jeder auf dieses extra Gehalt verzichten????? Aber was soll's. Es gab den einen Krankenpfleger, der alle seine Sterbenden interviewt hat, was sie ändern würden in ihrem Leben. Die Antwort war: "Mehr Zeit mit der Familie." Und keiner sagte: "Hätte ich doch mehr im Büro gesessen, dann würde ich jetzt noch 10.000 € mehr auf dem Konto haben". Und ich hoffe natürlich auch, dass meine Kinder gelernt haben, dass man Verwandte nicht in eine Institution abschiebt - und ich nicht unfreiwillig im Altenheim lande.
3.) Rechtliche Lage. Man fährt eigentlich die ganze Zeit 100 in der 30er Zone. Es ist keine Straftat, aber man sollte sich nicht erwischen lassen. Und man sollte bei Gott auf keinen Fall einen Fehler machen. Denn alles was mit den Kinder schief geht, das hat man selbst verschuldet. Schreiben die Kinder lauter 1ser in ihrem externen Abschlusstest in der Schule, dann hat man verschuldet, dass ihr unglaubliches Talent nicht früher entdeckt wurde und sie nicht auf die Elite-Schule mit Extra-Stipendium und Erasmus-Seminar kamen. Ja, wie konnte man nur so einen Frevel an dem Leben dieses armen, unschuldigen kleinen Wesens begehen, das sich nicht wehren konnte.
Ich höre oft von irgendwelchen Lehrern (denen meine Kinder irgendwie immer auffallen - durch ihr Interesse und ihren Wissensdurst, Ausdauer beim Zuhören, etc.), dass sie sie so gerne in ihrer Schulklasse hätten. Wie sehr sie diese unterrichten könnten. Das wäre wunderbar. Hey! Ihr habt schon 30 Schüler vor euch. Zeigt mir, dass ihr bei denen Interesse, Wissensdurst und Ausdauer beim Zuhören entwickelt und dann reden wir weiter. Ihr kriegt nicht auch noch diese letzten 3 um sie zu schnell-gelangweilten, uninteressierten Pop-Kultur-Junkies zu machen, die von dem konstanten Lob durch 3te abhängig sind. Nein, sorry. Kein Interesse :) Aber vielen Dank für die Komplimente. Es gibt ein einfaches Rezept für positive Eigenschaften bei Kindern: Zuwendung, ehrliches Interesse, kein Druck um Dinge durchzusetzen, die man selbst für sosoooo wichtig hält und .... : einen großen Bogen um jede Schule :P
Ja, das waren ganz ehrlich alle Nachteile die mir in den letzten 4 Jahren Unschooling/Home-Schooling aufgefallen sind. Und mehr habe ich nicht gefunden. Und mit den ganzen blöden Schulproblemen, die mir immer wieder erzählt werden, mit denen kann ich nichts anfangen. Die sind einfach abgehängt.
Abgesehen von diesen Fragen kommen auch sehr oft Sachen, die in der Schule echt nicht funktionieren: "Der Schulranzen wiegt 10 Kilo", "Die Stühle sind Rücken brechend", "Die Lehrer haben keine Zeit für die Schüler", "Gerade wenn die Schüler was so halb können, kommt schon das nächste Thema", "Und die Noten...", "und die Hausaufgaben...", "und manche Lehrer... aber es gibt auch nette Lehrer..." (ja, es gibt auch nette Menschen als Kursleiter, da brauche ich keine Lehrer).
Und man denkt sich nur: "Echt, wieso macht die Schule das denn so?" (ach ja, weil sie ein industrielles System ist, das eher zum Aussieben geschaffen wurde, und die verschiedenen Schichten schichtgetreue Leistungen haben, weil sie schichtgetreu zu Hause lernen, was die Schichten halt zu Hause lernen - man nennt das System-Erhaltung. Nach neueren Studien verschlechtert Schule die Chancengleichheit drastisch gegenüber Home-Schooling. Ach ne. ) - Nein, man denkt sich: "Man, ich kann mich echt nicht erinnern, was es alles für Probleme in der Schule gab".
Und warum nicht? Warum gibt es keine Probleme beim HS/US?
Weil: Wenn es ein Problem gibt (mit einem von den drei Kindern). Dann löst man es! Und dann gibt es kein Problem mehr. Man spricht auch mit den Kindern darüber - gleichberechtigt. Und sie bekommen ein Gefühl dafür, was einen quält und sie können an der Lösung mitarbeiten (jaja, ich weiß die Schule hat die SMV, wo die Schüler auch mit-verwalten dürfen :D ).
Bei den eigenen Kindern kann man sehr schnell und flexibel reagieren, verschiedene Sachen gefahrlos ausprobieren, etc.
Aber!!!
Es gibt ein paar echte Probleme:
1.) Soziale Isolation durch Mit-Eltern! Man sitzt mit einer Gruppe anderer Eltern auf dem Spielplatz an der Bank, die Kinder spielen alle zusammen und man redet. Und das Gespräch kommt immer nach ein paar Minuten auf Schulprobleme. Und was kann man sagen: "Gottseidank habe ich solche Probleme nicht" - ZONK. Man ist draußen. "Keine Schule - kein Geschrei" - ZONK. Man macht sich nicht beliebt. Man kann vielleicht noch so was sagen wie: "Jaja, das ist nicht einfach". Ganz empathisch. Aber kommt das ehrlich rüber?
2.) Geringeres Gehalt! Doppelverdiener mit Ganztagsschule gegen 2*Alleinerziehend mit 3 Kindern, die zu Hause unterrichtet werden. Jeder kann es sich leisten, aber will jeder auf dieses extra Gehalt verzichten????? Aber was soll's. Es gab den einen Krankenpfleger, der alle seine Sterbenden interviewt hat, was sie ändern würden in ihrem Leben. Die Antwort war: "Mehr Zeit mit der Familie." Und keiner sagte: "Hätte ich doch mehr im Büro gesessen, dann würde ich jetzt noch 10.000 € mehr auf dem Konto haben". Und ich hoffe natürlich auch, dass meine Kinder gelernt haben, dass man Verwandte nicht in eine Institution abschiebt - und ich nicht unfreiwillig im Altenheim lande.
3.) Rechtliche Lage. Man fährt eigentlich die ganze Zeit 100 in der 30er Zone. Es ist keine Straftat, aber man sollte sich nicht erwischen lassen. Und man sollte bei Gott auf keinen Fall einen Fehler machen. Denn alles was mit den Kinder schief geht, das hat man selbst verschuldet. Schreiben die Kinder lauter 1ser in ihrem externen Abschlusstest in der Schule, dann hat man verschuldet, dass ihr unglaubliches Talent nicht früher entdeckt wurde und sie nicht auf die Elite-Schule mit Extra-Stipendium und Erasmus-Seminar kamen. Ja, wie konnte man nur so einen Frevel an dem Leben dieses armen, unschuldigen kleinen Wesens begehen, das sich nicht wehren konnte.
Ich höre oft von irgendwelchen Lehrern (denen meine Kinder irgendwie immer auffallen - durch ihr Interesse und ihren Wissensdurst, Ausdauer beim Zuhören, etc.), dass sie sie so gerne in ihrer Schulklasse hätten. Wie sehr sie diese unterrichten könnten. Das wäre wunderbar. Hey! Ihr habt schon 30 Schüler vor euch. Zeigt mir, dass ihr bei denen Interesse, Wissensdurst und Ausdauer beim Zuhören entwickelt und dann reden wir weiter. Ihr kriegt nicht auch noch diese letzten 3 um sie zu schnell-gelangweilten, uninteressierten Pop-Kultur-Junkies zu machen, die von dem konstanten Lob durch 3te abhängig sind. Nein, sorry. Kein Interesse :) Aber vielen Dank für die Komplimente. Es gibt ein einfaches Rezept für positive Eigenschaften bei Kindern: Zuwendung, ehrliches Interesse, kein Druck um Dinge durchzusetzen, die man selbst für sosoooo wichtig hält und .... : einen großen Bogen um jede Schule :P
Ja, das waren ganz ehrlich alle Nachteile die mir in den letzten 4 Jahren Unschooling/Home-Schooling aufgefallen sind. Und mehr habe ich nicht gefunden. Und mit den ganzen blöden Schulproblemen, die mir immer wieder erzählt werden, mit denen kann ich nichts anfangen. Die sind einfach abgehängt.
Montag, 15. Dezember 2014
Keine Sorge (mehr) über Sozialisation und Freunde
Eine der Fragen, die man sich am Anfang stark stellt und auch von anderen gestellt bekommt, ist die nach: "Sozialisation".
Nun, zuerst Mal möchte ich damit ausdrücken, was die Gesellschaft meint - denn sie meint 2 Dinge - wenn sie Sozialisation sagt.
1.) Verhalten gegenüber Autoritäten. Sind wir gut sozialisiert, dann erkennen wir Autoritäten an, wissen wo wir knien und wo wir buckeln müssen. Zittern! wenn wir die Unwahrheit vor Autoritäten sagen - obwohl sie mit Gewalt drohen. Wir werden unfähig gemacht im sozialen Spektrum zu navigieren wie wir es wollen - wir bekommen beigebracht, wo es unschick, unpassend, ungelegen ist reinzugehen. Nicht beim Vorgesetzten reinplatzen. Nicht uneingeladen auf Parties gehen. Anweisungen unhinterfragt entgegen zu nehmen - und auszuführen. All das ist Sozialisation. Es ist die Anpassung an gesellschaftliche Denkmuster. In Umgebung, die von Autorität geprägt ist bedeutet dass, das dies in unser Fleisch übergeht. Wir lernen den Unterschied in der Hackordnung - wie wir die Hackordnung selbst bekräftigen. Wie wir nach unten treten, wenn einer versucht auszubrechen. Was sollen wir auch anderes tun. In einer Gesellschaft, in der eine strenge Hierarchie herrscht ist jeder Ausbrecher von Unten jemand, der uns eins nach unten schieben wird - sollte er es schaffen.
2.) Freunde. Menschen, die für einen da sind und mit denen man die Welt erleben kann. Ein Verhältnis, das auf gegenseitiger Zuneigung beruht und sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.
Nun - und so sieht die Realität aus. Jetzt will ich nicht, dass wir lernen uns zu rechtfertigen und einen philosophischen Diskurs darüber bestehen können, sondern ein kleines Bild und ein paar Faken, wie ich es erlebt habe darlegen.
Wenn uns jemand nach Sozialisation ohne Schule fragt, so ist dass, als ob wir gefragt werden, ob ein Fisch denn auch lernt sich im Meer zurecht zu finden, wenn er nicht vorher im Aquarium darauf trainiert wurde.
1.) Die Autoritäten und Verhaltensregeln wurden nicht in der Schule erfunden, sondern sie entstanden in der Welt - unsere aktive Auseinandersetzung mit der Welt ist es, was uns sozialisiert. In eine Welt, die nur ein Abklatsch der Welt ist kann es nicht richtig gelernt werden. Die Schule bietet hier ein verzerrtes Bild - Abweichungen werden oft zu hart bestraft, oder falsche Dinge heroisiert. Nichts in der echten Welt ist so auswegslos, wie das untere Glied in der Hackordnung der Klasse zu sein - außer im Gefängnis. Jemand mit Null Sozialkompetenz wird in der Schule massiv zum Mobbingopfer, was jedes Licht am Ende des Tunnels vernichtet. In der echten Welt, muss man nur darüber nachdenken, warum man so oft seine Freunde wechseln muss - oder so viel Zeit allein verbringen muss.
Ein Verlierer zu sein ist in der Schule absolut - ein Urteil, das unter die Haut geht; sogar in den genetischen Code implantiert wird. In der echten Welt sucht man sich andere Gebiete - und es gibt ein viel größeres Spektrum. Man kann dort glänzen und mit anderen zusammen Freude haben - sozial belohnt werden.
Die Welt ist groß und man kann aktiv seine Sozialisation(1) mit bestimmen.
2.) Freunde - auch hier ist man wieder im echten Meer und kann aus einer großen Anzahl "auswählen". Man besucht Orte seines Interesses - der eine geht ins Schwimmbad, der andere in die Berge. Man findet Leute mit den gleichen Interessen, die an dieselben Orte gehen. Und durch gleiche Interessen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit gemeinsamer Werte - und dies wiederum die Wahrscheinlichkeit von Zuneigung, Vertrauen, etc.
Es ist absurd zu glauben, dass man unter den 30 Mitschülern die mit dem selben Interesse mit einer höheren Wahrscheinlichkeit findet, als in der Welt.
Natürlich, wenn man alle auf dieselben Interessen bringen will - also Fußball für Jungs in Deutschland und für Mädchen Klatsch und Oberflächlichkeit, dann steigert es die Wahrscheinlichkeit. Aber zu welchem Preis. Dem Ausschluss aller, bei denen dieses Mainstreaming nicht klappt.
Die Welt ist groß und man findet Sozialisation(2), dort wo man seine Interessen in dieser Welt hat.
Und zu dem gibt es auch noch die Erwachsenen und alle Menschen, die Personen des Vertrauens und der gegenseitigen Zuneigung sein sollen. Besonders die ersten Jahre der Eltern. Andere Freunde kommen mit anderen Interessen. Aber der gesunde Startpunkt ist die Geborgenheit der Familie.
Macht euch also keine Sorgen, wenn die "anderen" schon mit ihren Spielkameraden spielen. Wenn die Gesellschaft sagt, dass Gleichaltrige so unglaublich wichtig sind. Prüft genau, ob Eure Kinder nicht schon Personen ihres Vertrauens genug haben, und ob sie genug gegenseitige Zuneigung empfinden. Lasst euch nicht dazu zu verleiten zu glauben, dass andere Kinder besser sind - nur weil sie Jünger sind. Sucht Orte zu denen ihr sie begleitet, an denen sie Spaß haben - wenn sie dort mit anderen Kindern spielen, dann weil sie es wollen. Nicht: weil es ihre einzige Option ist. Wenn es ihnen sehr gut gefällt und sie ein Bedürfnis haben diese anderen wieder zu sehen, dann werden sie fragen, wann ihr wieder hingeht.
So einfach ist das, was gesund ist.
Chopper schließt immer mehr Verbindungen zu anderen Kindern in seinen Kursen (keins davon ein Home/Unschooler). Manche davon werden wieder aus seinem Leben verschwinden, andere werden bleiben. Und dieses werden Freundschaften - über die Zeit - ohne Zwang.
Dienstag, 2. Dezember 2014
Studie über Schule vs. strukturiertes Homeschooling vs. unstrukturiertes Homeschooling
Studie 1: Die Studie der Concordia Universtität, die drei Gruppen (Kanada) untersucht hat:
(Link zur Original Studie)
(Eine Besprechung aus akademischer Sicht mit zusätzl. Literatur (z.B. Rudner 1999))
(Woodcock-Johnson Test of Achievement)
1.) Kinder aus öffentlichen Schulen (Kontrollgruppe)
2.) Homeschooler
3.) unstrukturierte Homeschooler (Richtung Unschooling, Kinder-geführtes-Lernen)
Das Video trägt den reißerischen Titel: Sind Homeschooler schlauer?
Die Ergebnisse zusammengefasst:
Am Ende wird noch gefragt, warum die Homeschooler so weit voraus sind:
Hypothesen:
(Link zur Original Studie)
(Eine Besprechung aus akademischer Sicht mit zusätzl. Literatur (z.B. Rudner 1999))
(Woodcock-Johnson Test of Achievement)
1.) Kinder aus öffentlichen Schulen (Kontrollgruppe)
2.) Homeschooler
3.) unstrukturierte Homeschooler (Richtung Unschooling, Kinder-geführtes-Lernen)
Das Video trägt den reißerischen Titel: Sind Homeschooler schlauer?
- Man hat berücksichtigt, dass Homeschooler und Schooler verschiedene Dinge lernen und deswegen den Wissensstand auf 7 Gebieten überprüft, anstatt es am Lehrplan der Schulen fest zu machen. (Lesen, Rechnen, Soziale Fächer, ...)
- Kontrollgruppe der öffentlichen Schulen waren sehr kontrolliert, also ähnliche Einkommensgruppe, Bildungsstand der Eltern, etc.
- Es waren keine Opt-Outs-Homeschooler - sondern Eltern, die sich von Anfang an für Homeschooling entschieden hatten.
- Alle 3 Gruppen waren selbst-selektiert - also freiwillige Meldungen (gegenüber Rudner-Studie).
- Die Studie hat nur Grundschulkinder untersucht (5-10 Jahre).
Die Ergebnisse zusammengefasst:
- Gründe für Homeschooling: Bullying in Schulen, versteckter Lehrplan, Gender Stereotypes (Mädchen können kein Mathe, etc)
- Homeschooler generell geringeres Gehalt
- Signifikant stärkere Ergebnisse in 5 der 7 Gebiete der strukturellen Homeschooler
- Homeschooler sind bis zu 5 Stufen den öffentlichen Schulgängern voraus.
- Je weniger Strukturierung, desto schlechtere Performanz in den frühen Jahren (komplett ohne Struktur: sogar unter öffentlichen Schulen (aber nicht signifikant))
- Die Skala bei Homeschooling geht von komplett frei bis sehr strukturiertem Homeschooling (inkl. Lehrplan)
- Eltern und Umgebungen bei Homeschoolern waren sehr liebend, warm, partizipierend, inspirierend
- Sozialisierung über Vereine/Gruppen - sehr viele Gruppen. Ihre Tage waren länger, sie hatten mehr Zeit (minute 24:00 im Video)
Am Ende wird noch gefragt, warum die Homeschooler so weit voraus sind:
Hypothesen:
- 1-zu-1 Lehrer-Schüler-Verhältnis
- Höhere Sensitivität für die Kinder
Mittwoch, 21. Mai 2014
Allgemeinbildung? Spezialisierung? Oder was?
Die aktuelle Bildung
1. Stufe!
Als ich die Schule verlassen hatte, hatte ich die sogenannte Allgemeinbildung. Wahrscheinlich war ich döfer als andere, aber ich wußte nicht einmal wann das Mittelalter anfängt und wann es aufhört. Und warum war Rom zusammengebrochen? Warum war der Citronensäurezyklus wichtig? Und so weiter.
Also die schulischen Inhalte - so sinnvoll die Sachen an sich sind - waren nicht wirklich bei mir angekommen.
ABER:
Nehmen wir an: Ich hätte das alles gewusst. Alles wäre bei mir angekommen. Ich hätte gewusst, dass inkompetente, arrogante Herrscher nicht mit den Barbaren Frieden schließen konnten und so Rom eins nach dem anderen Mal überrannt wurde. Bis es ausgelaugt war und das römische Reich zerfiel. Innere Streitigkeiten, Kampf um Macht und so weiter.
Nehmen wir an ich hätte gewußt, dass der Zitronensäurezyklus in Lebewesen Energie gewinnt indem er Zucker, Fette usw. abbaut.
Nehmen wir an, ich hätte das alles gewusst und alles andere was der Lehrplan mir vermitteln sollte! Nehmen wir an "Schule" hätte geklappt!
Nehmen wir an ich hätte dieses wertvolle Gut: "Allgemeinbildung" gehabt!
Und nun?! Was damit anfangen? Ich hätte wohl genauso gut im Supermarkt Regale einräumen müssen, als Bedienung oder als Verkäufer oder als andere gering bis gar nicht qualifizierte Kraft arbeiten müssen. So viel bringt einem nämlich Allgemeinbildung. Und ich habe "nämlich" in dem Satz ohne "h" geschrieben! 13 Jahre, die sich gelohnt haben.
Allgemeinbildung ist eben allen gemein. Man nimmt an, dass die Sachen eh allen irgendwie mehr oder weniger geläufig sind. Lesen, Schreiben, Rechnen, Geschichte, Biologie, Werken, 2 Fremdsprachen und noch eine halbe, Physik und Chemie.
Und Punkt. Mehr bringt es nicht und mehr ist es nicht von allem etwas zu wissen und irgendwie alles.
Was für eine Bildung ist nun aber etwas Wert? Wenn Allgemeinbildung nichts Wert ist, sollen wir uns einfach zurücklehnen und nichts machen? Sollen wir versuchen noch schneller als die anderen Allgemeinbildner zu laufen, damit wir uns wenigstens im "Vergleich" profilieren und herausstechen aus der grauen Masse derer, die alle das Wissen, was alle eh wissen?
2.Stufe!
Aus dieser kompletten Nutzlosigkeit und Unverwendbarkeit aller Bildung, die man in der Schulzeit
angesammelt hat folgt nun die nächste Verzweiflungstat.
angesammelt hat folgt nun die nächste Verzweiflungstat.
Man verbringt noch einmal jahrelang damit sich Dinge beibringen zu lassen - die nun hoffentlich (man ist ja mittlerweile schon desillusioniert) in irgendwas münden. Und sei es eine Ausbildung zum Einzelhandelsfachangestellten oder Büroundwordschreibtischhengst.
Irgendwo muss man ja einen Platz auf der Welt haben, den man sich mit "Bildung" anscheinend erkaufen können sollen muss.
Am Ende sind wir also spezialisiert und haben für den Rest unseres Lebens einen festen Platz in unserer Gesellschaft.
Die Revolution
Nehmen wir uns den alten Traum
...heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.
Ohne jetzt den Träumer der das träumte zu verraten, nehmen wir uns noch zwei weitere Konzepte für unsere Revolution:
omnes omnia omnino excoli - oder allen alles ganz zu lehren
und die sogenannte
direkte Aktion
in der man die Sache direkt anpackt anstatt ewig mit irgendwelchen Institutionen (gesellschaftlichen Einrichtungen, Konventionen, etc.) verhandeln.
Wenn wir dies alles zusammenmischen, dann haben wir eine Bildung in der wir verschiedene Dinge lernen indem wir sie machen!, anwenden!.
Aber nicht "machen" im Sinne von "eine Lampe in Werken" und auch nicht "anwenden" mit unseren Geschichtskenntnissen auf aktuelle Zeitungsereignisse.
Wir "machen" die Dinge die wir wollen.
Wollen wir einen Tisch machen, so müssen wir Hobeln, Schleifen, Sägen, Lackieren, Beiteln, etc. lernen. Und dies lernen wir daran, dass wir diesen Tisch machen! Wir machen genau den Tisch den wir wollen!
Wollen wir ein Lied in einer fremden Sprache verstehen und mitsingen wollen, dann lernen wir die Wörter aus diesem Lied in diesem Lied.
Wollen wir einen Text verstehen, dann lernen wir diesen Text. Wir lernen nicht mehr 5 Jahre Englisch mit irgendwelchen didaktischen Aufbereitungen, "damit" wir dann "Charly and the Chocolate Factory" lesen können. Wir lesen direkt "Charly and the Chocolate Factory".
Wir haben Fantasie und wollen einen Roman schreiben. Überspringen wir die Rechtschreibung und die Grammatik und die Analyse und die Stilmittel wie "Metapher" und "Klimax", sondern schreiben! und lesen! andere gute Geschichten.
Direkt! Keine "Damits" mehr!
Wir wollen ein Spiel programmieren? Eine Rechnung ob es sich lohnt eine Packung Smarties zu kaufen, und sie in 5er Packs an die Kinder auf dem Spielplatz zu verkaufen? Einen Go-Kart konstruieren? Ein Auto oder ein Schiff bauen? Einen feuerspeienden Drachen?
Wir sind inmitten einer Revolution! Lasst uns nicht klein denken.
Das was wir dabei lernen ist keine "Allgemeinbildung" und keine "Spezialisierung" - es sind konkrete Fertigkeiten. Danach ist etwas fertig, vollbracht. Oder auf Englisch: Skills!
Dieser Blog geht also nicht so sehr um "Bildung" - sondern um den schnellen, effizienten und direkten Erwerb von Fertigkeiten.
Lasst uns also Ideen sammeln, wie man direkt etwas machen kann.
Wir sind inmitten einer Revolution! Lasst uns nicht klein denken.
Das was wir dabei lernen ist keine "Allgemeinbildung" und keine "Spezialisierung" - es sind konkrete Fertigkeiten. Danach ist etwas fertig, vollbracht. Oder auf Englisch: Skills!
Dieser Blog geht also nicht so sehr um "Bildung" - sondern um den schnellen, effizienten und direkten Erwerb von Fertigkeiten.
Lasst uns also Ideen sammeln, wie man direkt etwas machen kann.
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