Es ist jetzt schon wieder ein paar Wochen her, dass ich live ein Kind wegen Schule wirklich leiden habe sehen.
Heute waren Nami bei ihrer Freundin. Ich sagte den beiden, sie sollen aber nach einer halben Stunde wieder kommen. Sie kamen aber nicht ... über Stunden... irgendwann ging ich dann zu ihnen hinüber.
Und siehe da, sie waren mit Deutsch-Hausaufgaben beschäftigt.
Meine Tochter hatte am Computer ihren Aufsatz geschrieben und er war so, wie sie die Aufgabe verstanden hatte. Sie hatte eine Geschichte geschrieben, am PC, mit Spannungsbogen.
Und dann hat ihre Freundin auch eine Geschichte geschrieben. Auch mit Spannungsbogen, aber er erfüllte die Anforderungen der Hausaufgabe nicht. Und dann musste sie diese Geschichte wieder und wieder schreiben. Nach dem 3.ten Mal fing sie an zu weinen und sich wirklich am Boden in Embryonalstellung zu legen. Und zusammen ziehen und wieder auseinander.
Und dann ging sie in ihr Zimmer und schrieb die Geschichte noch einmal. Aber wieder genügte es nicht den Anforderungen der Mutter. Die Mutter hatte aber selbst nicht verstanden worum es ging - die war ja auch nur in der Schule gewesen und dachte es muss einfach so erfüllt werden, wie es da steht. Nicht, dass es darum ging einen Spannungsbogen zu bauen und dass es überhaupt darum geht, dem Kind nicht die Freude komplett am Schreiben zu verderben.
Aber unerbittlich wollte sie, dass es so erfüllt wird, wie es eben dort gefordert wird. Es gibt diesen berühmten Spruch: Wo Bücher brennen, da brennen auch bald Menschen. Ich denke der gilt nicht für Schulbücher. Ich möchte das Feuer sehen, dass dieses Leid verzehrt, dass sie mit sich bringen. Oder ist es die Schule selbst? Irgendetwas fordert diesen blinden und unverständigen und mitleidslosen Wettlauf um die Plätze in der Gesellschaft, die nur mit Gehorsam zu verdienen sind und die immer weniger werden.
Wenn ich Menschen die Schule loslassen sehe, dann sehe ich auch oft, dass sie wieder plötzlich anfangen ihre Kinder zu sehen. Die Menschlichkeit scheint zurück zu kommen. Nein, sie war immer da. Aber unter der Panik seine Pflicht nicht zu erfüllen ist sie nur verschüttet gegangen. Wie kann man sich diesem System entziehen? Wie kann man gut bleiben... im Schlechten? Ich glaube es geht nicht. Die Schule korrumpiert. Und das ist schon das Ende der Geschichte. Es gibt kein Wenn und kein Aber... keine freie Schule und keine Ausnahme die dem Kind gut tut. Es ist ein Spiel, das nach bestimmten Regeln funktioniert. So wie Risiko. Du kannst den anderen direkt besiegen, Du kannst andere gegeneinander aufhetzen, aber am Ende kannst Du nicht einfach Deine Armee in den Ozean verlegen und Utopia eröffnen und Dich zum Pazifismus erklären. Allein dadurch, dass alle anderen spielen wirst Du gezwungen auch zu spielen. Alles andere ist Illusion.
Die Mutter bat uns nach weiteren zwei Iterationsrunden zu gehen, denn jetzt wurde es ernst. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich hatte einfach kein Kind ... und keine Mutter / Vater mehr seit langen in solchen Qualen gesehen und der Ernst sollte jetzt erst beginnen. Also es geht hier nicht um körperliche Gewalt... das ist klar... ich kenne die Familie... aber es geht um die Erzwingung des Gehorsams und des Willensbrechens, damit man später funktioniert. Deswegen mag ich aber auch so gerne russische Familie, die sabbeln nicht von Konsequenzen wenn sie Strafe meinen und schwadronieren nicht von Motivieren wenn sie Unterordnen meinen. Sie nennen es noch so wie es ist.
Wir gingen dann... sehr bedrückt. Meine Tochter meinte, das wäre immer so mit den Hausaufgaben und das ist es was die Schule macht. Ich fragte sie, was sie denn meinte mit: Das macht die Schule. --- "Sie tötet die Fantasie" - ja und genau darum ging es. Der Text musste so geschrieben werden, wie es gefordert war. Der Rahmen war weit genug, dass man sagen konnte: Hier ist Fantasie gefragt. Aber er war so eng, dass die Fantasie schon alles vorgesetzt bekam, was sie brauchte um das Bild und die Geschichte fertig zu haben. Pure Suggestion. Ein langsames Unterwandern von allem, was einen menschlich macht. Unmerkbar. Wie ein Tarnkappenbomber - perfekt geformt über die Zeit.
Am Abend las ich dann Chopper noch aus einem Wissenschaftsbuch vor - während er für die Familie kochte. Es stellte sehr plastisch dar, wie das Experiment die Theorie ablöste. Wie über Generationen falsch geglaubtes Wissen zum Dogma werden kann und wie dieses Dogma durch einfache Experimente zum Wackeln gebracht werden konnte. Und wir unterhielten uns viel darüber.
Beim Essen hatten wir dann ein noch spannenderes Gespräch. Auf die Frage, wie mein erster Computer aussah, habe ich erzählt, dass es damals eigentlich nur eine Tastatur war. Mit den Fähigkeiten eines programmierbaren Taschenrechners. Dass es kein Internet gab, was alle wussten, aber auch keine CDs, USB-Sticks, Memory-Cards, sogar Floppys waren zu teuer für mich und man hatte Hörkassetten auf die man Programme spielte und die piepsten wenn man sie in ein normale Stereoanlage steckte. Aber nicht mal so etwas hatte ich und so musste ich alles, was ich spielen wollte selber programmieren. Und das musste ich auch erst mal lernen.
Aber auf diesen Computern wurde der Mondflug berechnet und die Amis knackten darauf die Codes der Deutschen (typisch Amis, immer am Krieg führen).
Und dann kamen wir auf Alan Turing, der diese Codes knackte. Und dann kamen wir zur Turing Maschine, mit der Turing bewies, dass jedes mathematische Problem an einem unendlichen Band mit 0llern und 1sern ausgerechnet wurde. Einfach in dem man hin und her läuft und diese 0er zu 1sern setzt und die 1ser auf 0 löscht.
Und nun erklärte ich den Kindern, wie sie eine Subtraktion (Minus) durch eine Addition programmieren können. Nami fragte dann, wieso das Band addieren konnte. Das Band kann aber erst mal nichts - das müssten sie schon selbst programmieren. Und Nami und Chopper suchten dann einen Weg wie sie selbst eine Addition programmieren könnten - und fanden diesen Weg recht einfach (was mich natürlich sehr gefreut und unglaublich stolz auf ihre Bildung gemacht hat).
Dann haben wir nach dem Essen noch eine Dokumentation - mal wieder über die Geschichte des Lebens - angesehen. Auch hier hat sich einiges bei den Kindern getan. Früher haben sie nach 20 Minuten immer pünktlich aufgehört, aber mittlerweile lieben sie es schon selber und verstehen unglaublich viel. Sie wollen dann immer länger kucken - aber Sanji (jetzt noch 7 Jahre alt) will dann spätestens nach 30 Minuten aufhören.
Wenn sie eine Doku durch haben, dann suchen sie schon selbständig die nächste aus und es gibt ein kurzes Brainstorming was als nächstes kommen soll und schon geht es weiter. Es ist eine Freude da zuzusehen.
Nami (wir erinnern uns, mein Mädchen, das noch vor 2 Jahren mit Dyslexie kämpfte) liest mittlerweile Bücher weit über ihrem Alter. Als letztes hat sie den Jugendroman: Die schwarzen Brüder (von Lisa Tetzner) gelesen. Und nun liest sie "Wer die Nachtigall stört" ein unglaublich tiefgehender Roman über wahren Mut. Und dass Menschen manchmal auch dann kämpfen müssen, wenn sie schon lange vor Beginn des Kampfes verloren haben. Und das liebe Menschen aus allen verschiedenen Gründen grausame Sachen tun müssen (so wie tollwütige Hunde erschießen). Über Aufrichtigkeit und die Fähigkeit auch schlimmste Beleidigungen zu verstehen und auszuhalten. Und interessanterweise spielt er genau zwischen zwei Generationen, von denen die Eltern noch ohne Schule groß wurden und die Kinder dauernd in die Schule müssen.
Ich lese dann auch immer vor - und sie kann gar nicht genug kriegen von den Geschichten. Das sind diese langen Abende, die unverantwortlich spät enden. Die aber ein einziges gemütliches und kuscheliges Zusammenwachsen und miteinander Wachsen sind.
Und dann sehe ich wieder ihre beste Freundin. Sie ist wirklich das fröhlichste Mädchen, das ich kenne, aber sie hat diese absolute Ablehnung gegen alles was Lesen ist. Gegen jedes Buch. Und anstatt, dass sie einfach mal spielen darf wird sie durch das System gepresst. Ich bin jeden Tag dankbar, dass mich vor 10 Jahren die Neubronners durch eine schräge Wendung des Schicksals angerufen haben und sie einfach ohne Schule lebten. Ohne sie hätte ich es von selbst nie geschafft an diesem Dogma zu rütteln
.
Deswegen: Nützt jede Chance aufzuklären. Auch wenn Ihr Euch lächerlich macht, oder Spott kassiert, oder Unverständnis oder das in unserer Gesellschaft so stark gefürchtete Naserümpfen. Manchmal treffen Eure Worte und Euer Vorleben auf einen Menschen, der nur darauf gewartet hat. Der innerlich seine Kopf an diesem goldenen Schulpflicht-Kalb kaputt geschlagen hat. Für ihn werden sich die innerlichen Fesseln lösen und seine Kinder werden nicht leiden müssen. Und damit auch eine Chance auf Bildung haben. Es ist wie ein Samen, den man über die Welt streut. Auf Beton wird er nicht aufgehen. Aber er wird auch manchmal auf Gras fallen und manchmal sogar aufgehen.
Mittwoch, 16. November 2016
Freitag, 24. Juni 2016
Gespräche bei einer Schulveranstaltung hier in der Nähe
Diese Woche war ich auf zwei Veranstaltungen - solche Veranstaltungen sind immer eine super Gelegenheit zwanglos Politiker und Schularbeiter kennen zu lernen.
Die gestern war bei der Schule bei uns in der Nähe und sie hieß: "Geht alle in die Ganztagsschule - eine Werbeveranstaltung für ein alternativloses Angebot" (der offizielle Titel war glaub ich ein bisschen anders).
Nach dem Vortrag durften wir Fragen stellen, obwohl ich eigentlich nie bei einer großen Fragerunde mitmache, konnte ich mich dieses Mal nicht zurückhalten: "So wie es mir scheint ist das Angebot am Nachmittag um einiges Höherwertiger als das am Vormittag - das ist doch unfair gegenüber den Halbtagskindern. Ich würde meine Kinder - wenn ich die Wahl hätte - nur in das Nachmittagsangebot schicken. Oder wie empfinden das die anderen hier im Publikum?"
Ich finde es immer spannend, wie Schulen in Zwangs-Ganztagsschulen umgebaut werden. Erst mal ist es "wahlweise" und dann gibt es am Nachmittag Kooperationen, individuelle Betreuung, Hausaufgabenhilfe, Dutzen mit Lehrern etc.
In dieser Veranstaltung war noch ein Schmankerl, der Vormittag wurde um eine Stunde gekürzt, so dass man wirklich (wenn man Schule gut findet) einen echten Nachteil hat und Stoff verpasst. Wenn dann genügend gemerkt haben, dass Halbtags ein echter Nachteil ist und sie "bekehrt" sind, dann wird die Schule zur Ganztagsschule. Weil die 3 Hansel die noch am Halbtag festhalten sollen halt einfach woanders hingehen.
So, aber darum geht es eigentlich gar nicht. Ich habe nach der Veranstaltung mit Fr. XX vom SSA (Städtische Schulamt Karlsruhe http://www.schulamt-karlsruhe.de/,Lde/Startseite/Ueber+uns ) gesprochen und sie mit der Situation vertraut gemacht, wie viele Homeschooler es schon gibt, ihr die Postkarte übergeben und ihr gesagt, dass wir die Schulpflicht als "Verkürzung der Lebenschancen sehen". Erst wollte sie mich damit abspeisen, dass es eine sogenannte Schulpflicht gibt, aber ich meinte, dass wir schulfrei Bildung für richtig erkannt haben und dass es einfach bessere Bildungsmöglichkeiten biete. Dann habe ich ihr vorgerechnet wie viel mehr soziale Kontakte und Zeit für die Welt ein Kind ohne Schule hat. Sie meinte dann: "Dass es schon ein paar Eltern gegeben hätte, die nach Homeschooling gefragt hätten." Ich sagte zu ihr dann, dass Homeschooling nicht verboten sei, es müsste nur als Schule genehmigt werden.
Leider ist sie nur Pädagogin kann da also nicht weiterhelfen. Dafür müsste ich mich an das Regierunspräsidium in Karlsruhe wenden. Das ist auch meine Meinung. Es ist praktisch sinnlos mit einer Ebene darunter zu verhandeln - die müssen sich alle an die Gesetze halten. Es ist ein Rechtsstaat, wenn man von irgendjemanden unter dem Regierungspräsidium ein Absolvo von der Schulpflicht erwartet, dann erwartet man von ihm gegen das Gesetz zu handeln.
Danach habe ich noch mit der Direktorin und stellvertretenden Direktorin gesprochen um sie zu fragen, ob eines meiner Kinder mal als Gastkind in der Schule sein darf. Sie fragten nach der Klasse und ich meinte, dass sie nicht schulpflichtig ist und noch nie in einer Schule war, aber 10 Jahre alt sei. Natürlich kamen dann eine Menge Fragen und ich meinte, dass es im Ausland keine Schulpflicht gibt und sie sich da viel aufhält - aber sie gerne eine Woche hier wäre, weil ihre beste Freundin auch hier ist.
Das löste natürlich noch mehr Fragen aus, denn die beiden Direktorinnen dachten natürlich, dass auf der ganzen Welt Schulpflicht tyrannisiert. Ich klärte sie auch dahingehend auf, dass nur Schweden und Deutschland so etwas gut finden. In vielen Ländern ist es sogar ein Grundrecht.
Dann kamen Fragen wie sie lernt und ob ich sie unterrichte und auch dahingehend erklärte ich: eine Stunde am Tag und das Internet ist mittlerweile ein wirklich sehr guter Lehrer.
Sie waren wirklich überrascht, dass nur Deutschland und Schweden Opfer der Schulpflicht sind und wir besprachen dann, dass es vielleicht die Möglichkeit gäbe sie als Gastkind für eine Woche zuzulassen, aber das größte Problem seien wohl die versicherungstechnischen Details. Wir haben uns dann noch etwas über das Ganze schulfreie Lernen unterhalten und haben uns prima verstanden. Ich denke es ist sehr wichtig zu verstehen, dass man von den Menschen auf den unteren Ebenen keine rechtswidrige Handlung erwarten darf. Man muss irgendein Konstrukt bieten, das legal ist.
Wie behält man das Sorgerecht in einem Prozeß
Es geht um einen Gerichtsprozess mit Sorgerecht und vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, den auch ein Gerichtsprozess erwartet.
Die Kindsmutter hat vor ca. 1,5 Jahren einen Sorgerechtsstreit gegen mich angefangen. Sie wollte das paritätische Modell, sondern das normale alle 2 Wochen 2 Tage und Kinder ab in die Schule.
Ich habe 3 Tage vor der letzten Verhandlung meine Verteidigung komplett geschrieben. Sie ging in keinem einzigen Punkt um die Fehler, die die Mutter macht; ich habe nicht einmal die Anklageschrift gelesen um nicht in einen Ton zu verfallen, der zu sehr auf Verteidigung gebaut ist - sondern ich beschrieb einfach, was ich für die Kinder mache, wie die Kinder integriert sind, wie ich ihre hygienische und gesundheitliche Fürsorge wahrnehme und wie sie lernen.
Da meine Ex ja in Frankreich lebt war der Prozess vor einem franz. Gericht. Also bekam ich die Antwort, dass sie kein Deutsch können und ich die Verteidigung noch einmal schreiben müsse. Ich übersetzte sie ins Englische. Dann kam die Antwort, dass sie nur Französisch vor französischen Gerichten akzeptieren. Also musste ich es noch mal ins Französische übersetzen :)
Am Vorabend war es ein Gefühl, wie vor dem Abitur. Dieser Tag würde über den Rest meines Lebens entscheiden. Ob die Kinder weiter einen echten Vater haben, oder eben nicht - und wie unser Verhältnis dann sein wird, wenn sie groß sind. Entfremdet oder Vertraut.
Doch dann dachte ich um: ich habe mich darauf besonnen, was ich schon alles gemacht und gelernt habe. Aber ich dachte auch darüber nach, wie ich aus einem Negativ-Urteil das Beste machen kann. Welche neuen Optionen es bietet; und wie ich mich dennoch intensiv um die Kinder kümmern kann. Solche Sachen wie in das Haus neben der Mutter zu ziehen und ähnliches.
Und ich sagte immer wieder zu mir (vielleicht kennt das jemand aus Muhammed Ali oder anderen Programmen, die das Selbstbewusstsein stärken): I am the greatest. (<=das hilft wirklich)
In dem Moment wo ich diese innere Veränderung machte, fiel die Angst und die Ungewissheit von mir und ich fühlte, dass - was immer auch passiert - ich werde das Beste draus machen. Aber das Wichtigste ist, dass ich meinen Kindern vorgelebt habe mit Mut für das was Bedeutung hat einzustehen.
Im Prozess selber war ich dann auch extrem gut gelaunt und konnte mich vorzüglich mit dem Richter unterhalten - ich hatte ja eigentlich auch schon alles in meiner Verteidigung geschrieben.
Was mir natürlich auch geholfen hatte, war die Routine, die ich in den letzten Jahren in den Gesprächen mit Beamten und Behörden gewonnen hatte. Danke an alle, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben und mich für ihre Sache einstehen haben lassen.
Also meine Kurzzusammenfassung, wenn ihr vor Gericht steht:
1.) Zeigt, dass ihr super Eltern seid. Dass ihr für das Wohl eurer Kinder sorgt (Bildung, Hygiene, Versorgung, soziale Kontakte, Integration in die Gesellschaft)
2.) Weist niemandem die Schuld zu - es geht darum, dass ihr es gut macht. Es ist egal ob jemand anderes Mist verbockt hat oder ob es jemand anders schlechter macht. Es geht darum, dass ihr es gut macht.
3.) Zeigt, dass ihr eure Kinder liebt und dass das etwas sehr wertvolles ist.
Als wir damals (wir dachten ja ins Ausland flüchten ist *die* Lösung) nach Frankreich ausgewandert sind, wusste keiner von uns beiden, dass dieses Auswandern die Beziehung so stark belastet, dass wir nur noch ein paar Monate zusammen haben. Und als mir Auswandern damals als der beste Weg erschien dachte ich auch nicht, dass ich mich irgendwann vor einem franz. Gericht nach franz. Recht verteidigen müsse.
Ich habe es ohne Anwalt gemacht, da ich meine Strategie fahren wollte - und es hat sich am Ende gelohnt.
Sonntag, 15. Mai 2016
Führung übernehmen
Letztens waren wir beim Pflanzen-Kölle im Indoor-Spielplatz. Dort hat Chopper dann angefangen den Ballpool von unten 2 Etagen nach oben zu verlegen.
Ich habe nicht alles mitgekriegt, aber als ich kurz reinschneite waren alle Kinder (ca. 10 Kinder waren gerade anwesend) dabei mitzuhelfen inklusive seiner Geschwister.
Er hatte eine Kette organisiert so dass die Bälle in einem Mal von unten nach oben durchgereicht wurden.
Das ist wirklich interessant, denn in anderen Settings ordnet er sich stark unter - z.B. im Schachclub, während er in anderen einfach ein normales Teammitglied ist (z.B. Paddeln).
Die Sozialisation gestaltet sich also sehr vielschichtig und er probiert verschiedenste Rollen aus.
Ich habe nicht alles mitgekriegt, aber als ich kurz reinschneite waren alle Kinder (ca. 10 Kinder waren gerade anwesend) dabei mitzuhelfen inklusive seiner Geschwister.
Er hatte eine Kette organisiert so dass die Bälle in einem Mal von unten nach oben durchgereicht wurden.
Das ist wirklich interessant, denn in anderen Settings ordnet er sich stark unter - z.B. im Schachclub, während er in anderen einfach ein normales Teammitglied ist (z.B. Paddeln).
Die Sozialisation gestaltet sich also sehr vielschichtig und er probiert verschiedenste Rollen aus.
Mal wieder ein Update - Gerichtstermin, Namis Berufswunsch, Chopper wird Flügge und Sanjis Leseparty
Zuerst der Gerichtstermin, da meine Ex findet ich mache zu wenig "Schulstoff" und zu viel "Bildung" mit den Kindern, aber Schulstoff wichtiger ist hatte ich jetzt einen Gerichtstermin vor einem franz. Gericht.
Natürlich konnte ich spielend alle Anzweifelungen und Anschuldigungen vom Tisch fegen, zumal ich mittlerweile gewohnt bin mit "Autoritäten" zu sprechen und einen lockeren, freundschaftlichen Umgang zu jedem Menschen pflege.
Ich war am Abend vor dem Termin nervös... es hat sich so wie vor dem Abitur angefühlt... wo man sich denkt: Heute ist der letzte Tag dieses Lebens und wenn ich es morgen versaue, dann ist alles vorbei und ... keine Ahnung. Es ist wie der Vorabend einer großen Operation am offenen Herzen, heute singen noch die Vögel, die Sonne scheint, aber am nächsten Tag kann schon alles wirklich für immer vorbei sein.
Und dann hatte ich kurz vor Sonnenuntergang die Wende. Mir ist alles bewusst geworden, was ich gelernt habe, wie viel ich trainiert habe, an mir gearbeitet habe, wie ich tausend mal hinausgegangen bin um zu wachsen... und zu wachsen... wie oft ich meine Komfort-Zone verlassen habe...
Und dann war da nur noch der Spruch von Muhammed Ali (oder wie man ihn schreibt): I am the greatest!
Es war so eine tiefe innere Überzeugung, dass was auch passiert, ich das Beste daraus mache, wie ich es schon tausendmal geschafft habe und noch 50.000 mal schaffen werde. Ich war in diesem Augenblick unbesiegbar.
Und diese Einstellung hat mich dann nicht mehr verlassen.... selbst vor der Verhandlung bin ich noch herumgetänzelt vor innerer Freude wie ein Boxer im Ring.
In der Verhandlung selbst war ich dann noch gelöster, mein Geist war klar wie Bergwasser und meine Erwiderungen (obwohl in Französisch) kamen einfach so.
Ich wusste einfach, dass ich es kann. Dass ich größer als die Situation bin und dass ich auch größer als jede Niederlage bin... selbst wenn eine käme... ich würde es in etwas Positives verwandeln.
Wow... das war mein "One Moment in Time".
Ich habe auch eine politische und soziale Bewegung gegründet, die auf diesem Prinzip gründet: Nimm immer den größten nächsten Schritt, der sich anbietet. Gehe nie einen Schritt zurück, denn Du trittst allen die hinter Dir stehen auf die Füße. Wenn Du nach hinten gehst, dann nur um Anlauf zu nehmen.
So... und jetzt wie geht's den Kindern. Mein inneres Wachstum wirkt sich sehr stark auf meinen Umgang mit den Kindern aus. Ich habe eine neue Lockerheit entwickelt, so dass wir wirklich viel Spaß und Freude miteinander haben.
Nami will nun Klinik-Clown werden. Ich finde das einen tollen Job, als ich im Krankenhaus war kamen die mal zu mir und ich dachte mir nur: "Clowns.. echt jetzt? Ich habe hier ganz andere Probleme und da kommen die roten Nasen herein und wollen mich zum *Lachen* bringen. Lachen ist absolut daneben in meiner Lage." - und sie haben es trotzdem geschafft. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für einen Clown sein muss todkranke Kinder zum Lachen zu bringen... oder Erwachsene. Aber es macht so einen Unterschied. Und jetzt will sie genau diesen Job mit den Worten: Lachen ist die beste Medizin.
Nach all dem Gehänge mit dem Lesen liest sie nun sehr gut. Pro Woche ca. ein Buch; ihr Ziel ist es alles von Astrid Lindgren zu lesen. Ich habe jetzt ein paar neue Bücher angebracht ("Briefe vom miesesten Planeten des Universums" und "Der 14.te Goldfisch") und sie fängt auch an diese zu lesen.
Chopper hat sein erstes längeres Zeltlager. Insgesamt 4 Übernachtungen. Er hat gesagt: Er genießt es ohne Eltern, wir sollen bloß nicht vorbei schauen. Autsch... aber er wird bald 12...
Er liest aktuell ein Buch nach dem anderen. So ca. 1200 Seiten in der Woche. Sein Skill-Training hat er deswegen schleifen gelassen und ich habe eine Weile zugeschaut. Ich wollte sehen, was daraus kommt. Aber er las einfach noch mehr - und noch unansprechbarer. Er hat jetzt alle Bücher durch, die Worte wie "Chroniken", "Drachen" oder "Reiter" drinnen hatten. Drachenreiter, Adlerreiter, Pegasusreiter, Phönixreiter... fehlen nur Pferdereiter und Eselsreiter. Ich habe ihm dann wieder sein Skill-Training ans Herz gelegt, das ist einfach wichtig meiner Meinung.
Aktuell lernt er Französisch, Latein und Italienisch. Für Latein ist er sogar schon Contributor auf Memrise. Mit einem sehr schönen Text in seiner Bio. Da steht, dass er das Interesse an Latein durch seinen Vater bekommen hat, der bei jedem Wort die lateinische Wurzel erzählt hat.
Wir haben jetzt die Gewohnheit eingeführt jeden Tag macht jeder einen Haushaltstask. Chopper hat wirklich das Kochen übernommen. Das ist echt toll, nicht mehr jeden Tag kochen zu müssen. Nur manchmal komme ich in die Küche, das Nudelwasser ist komplett verdampft und er ist 40 Seiten in seinem Buch weiter.
Sanji hat - endlich, dass ich das noch erleben darf!!!! - ohne Probleme Lesen gelernt. Damit ist er mein erstes Kind, das sich - wie in den "Kinder lernen selber"-Ratgebern - innerhalb kurzer Zeit und mit nur wenigen Tipps und Übungen Lesen beigebracht hat. Man möchte sagen fast von selbst. Er liest nun schon so gut, dass wir seine Leseparty geben.
Interessant ist wie die Kinder schon rechen. Ich habe nur hin und wieder kleine Tipps gegeben. Die Mutter hat sie auf Khan Academy verfrachtet und manchmal diskutieren wir über mathematische Probleme (aber eben nicht rechnen) und sie rechnen echt Dinge wie: 2*96 oder 1050 /2 - auch Sanji rechnet das schon ziemlich akkurat.
Ich lege da zwar weder Wert noch Fokus darauf, sonder vermeide das Thema eher, aber ich finde es dennoch interessant, wie sich so was entwickelt.
Aktuell lernen die beiden Kleineren eine Fremdsprache und 10-Finger-System. Nami lernt Spanisch auf Duolingo und Sanji kuckt Peppa Pig in Spanisch an.
Natürlich konnte ich spielend alle Anzweifelungen und Anschuldigungen vom Tisch fegen, zumal ich mittlerweile gewohnt bin mit "Autoritäten" zu sprechen und einen lockeren, freundschaftlichen Umgang zu jedem Menschen pflege.
Ich war am Abend vor dem Termin nervös... es hat sich so wie vor dem Abitur angefühlt... wo man sich denkt: Heute ist der letzte Tag dieses Lebens und wenn ich es morgen versaue, dann ist alles vorbei und ... keine Ahnung. Es ist wie der Vorabend einer großen Operation am offenen Herzen, heute singen noch die Vögel, die Sonne scheint, aber am nächsten Tag kann schon alles wirklich für immer vorbei sein.
Und dann hatte ich kurz vor Sonnenuntergang die Wende. Mir ist alles bewusst geworden, was ich gelernt habe, wie viel ich trainiert habe, an mir gearbeitet habe, wie ich tausend mal hinausgegangen bin um zu wachsen... und zu wachsen... wie oft ich meine Komfort-Zone verlassen habe...
Und dann war da nur noch der Spruch von Muhammed Ali (oder wie man ihn schreibt): I am the greatest!
Es war so eine tiefe innere Überzeugung, dass was auch passiert, ich das Beste daraus mache, wie ich es schon tausendmal geschafft habe und noch 50.000 mal schaffen werde. Ich war in diesem Augenblick unbesiegbar.
Und diese Einstellung hat mich dann nicht mehr verlassen.... selbst vor der Verhandlung bin ich noch herumgetänzelt vor innerer Freude wie ein Boxer im Ring.
In der Verhandlung selbst war ich dann noch gelöster, mein Geist war klar wie Bergwasser und meine Erwiderungen (obwohl in Französisch) kamen einfach so.
Ich wusste einfach, dass ich es kann. Dass ich größer als die Situation bin und dass ich auch größer als jede Niederlage bin... selbst wenn eine käme... ich würde es in etwas Positives verwandeln.
Wow... das war mein "One Moment in Time".
Ich habe auch eine politische und soziale Bewegung gegründet, die auf diesem Prinzip gründet: Nimm immer den größten nächsten Schritt, der sich anbietet. Gehe nie einen Schritt zurück, denn Du trittst allen die hinter Dir stehen auf die Füße. Wenn Du nach hinten gehst, dann nur um Anlauf zu nehmen.
So... und jetzt wie geht's den Kindern. Mein inneres Wachstum wirkt sich sehr stark auf meinen Umgang mit den Kindern aus. Ich habe eine neue Lockerheit entwickelt, so dass wir wirklich viel Spaß und Freude miteinander haben.
Nami will nun Klinik-Clown werden. Ich finde das einen tollen Job, als ich im Krankenhaus war kamen die mal zu mir und ich dachte mir nur: "Clowns.. echt jetzt? Ich habe hier ganz andere Probleme und da kommen die roten Nasen herein und wollen mich zum *Lachen* bringen. Lachen ist absolut daneben in meiner Lage." - und sie haben es trotzdem geschafft. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für einen Clown sein muss todkranke Kinder zum Lachen zu bringen... oder Erwachsene. Aber es macht so einen Unterschied. Und jetzt will sie genau diesen Job mit den Worten: Lachen ist die beste Medizin.
Nach all dem Gehänge mit dem Lesen liest sie nun sehr gut. Pro Woche ca. ein Buch; ihr Ziel ist es alles von Astrid Lindgren zu lesen. Ich habe jetzt ein paar neue Bücher angebracht ("Briefe vom miesesten Planeten des Universums" und "Der 14.te Goldfisch") und sie fängt auch an diese zu lesen.
Chopper hat sein erstes längeres Zeltlager. Insgesamt 4 Übernachtungen. Er hat gesagt: Er genießt es ohne Eltern, wir sollen bloß nicht vorbei schauen. Autsch... aber er wird bald 12...
Er liest aktuell ein Buch nach dem anderen. So ca. 1200 Seiten in der Woche. Sein Skill-Training hat er deswegen schleifen gelassen und ich habe eine Weile zugeschaut. Ich wollte sehen, was daraus kommt. Aber er las einfach noch mehr - und noch unansprechbarer. Er hat jetzt alle Bücher durch, die Worte wie "Chroniken", "Drachen" oder "Reiter" drinnen hatten. Drachenreiter, Adlerreiter, Pegasusreiter, Phönixreiter... fehlen nur Pferdereiter und Eselsreiter. Ich habe ihm dann wieder sein Skill-Training ans Herz gelegt, das ist einfach wichtig meiner Meinung.
Aktuell lernt er Französisch, Latein und Italienisch. Für Latein ist er sogar schon Contributor auf Memrise. Mit einem sehr schönen Text in seiner Bio. Da steht, dass er das Interesse an Latein durch seinen Vater bekommen hat, der bei jedem Wort die lateinische Wurzel erzählt hat.
Wir haben jetzt die Gewohnheit eingeführt jeden Tag macht jeder einen Haushaltstask. Chopper hat wirklich das Kochen übernommen. Das ist echt toll, nicht mehr jeden Tag kochen zu müssen. Nur manchmal komme ich in die Küche, das Nudelwasser ist komplett verdampft und er ist 40 Seiten in seinem Buch weiter.
Sanji hat - endlich, dass ich das noch erleben darf!!!! - ohne Probleme Lesen gelernt. Damit ist er mein erstes Kind, das sich - wie in den "Kinder lernen selber"-Ratgebern - innerhalb kurzer Zeit und mit nur wenigen Tipps und Übungen Lesen beigebracht hat. Man möchte sagen fast von selbst. Er liest nun schon so gut, dass wir seine Leseparty geben.
Interessant ist wie die Kinder schon rechen. Ich habe nur hin und wieder kleine Tipps gegeben. Die Mutter hat sie auf Khan Academy verfrachtet und manchmal diskutieren wir über mathematische Probleme (aber eben nicht rechnen) und sie rechnen echt Dinge wie: 2*96 oder 1050 /2 - auch Sanji rechnet das schon ziemlich akkurat.
Ich lege da zwar weder Wert noch Fokus darauf, sonder vermeide das Thema eher, aber ich finde es dennoch interessant, wie sich so was entwickelt.
Aktuell lernen die beiden Kleineren eine Fremdsprache und 10-Finger-System. Nami lernt Spanisch auf Duolingo und Sanji kuckt Peppa Pig in Spanisch an.
Freitag, 15. Januar 2016
Update - Das Ende der Dyslexie und weiteres
Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere, dass Nami noch vor 15 Monaten stark mit dem Lesen kämpfte - dann haben wir durch ein sehr hartes Training die 48 Wörter pro Minute erreicht. Ein Niveau, auf dem man flüssig lesen kann - nicht super, aber halt so, dass man die Geschichten versteht.
Fast Forward in die Gegenwart: "Eine Woche ohne Lesen hätte ich nicht überlebt" - ich war wirklich überrascht, als ich diesen Satz heute gehört habe.
Was ist in diesem Jahr passiert?
Nach dem harten Training machten wir praktisch einen kompletten Stopp. Es gab keinerlei Training mehr. Ich war erschöpft - sie war erschöpft. Und das Ziel war vorerst erreicht.
Nach ein paar Wochen der Pause lieh ich dann Comics aus... die Reihe "Der kleine Prinz" war besonders interessant. Auch Garfield, Donald Duck, Goofy und Hägar (wobei sie Hägar nicht so mochte). Auch andere leichte Kost. Am Anfang hatte sie noch gemeint: "Ich hasse Comics".
Doch mit der Zeit - und ich ließ sie da einfach in Ruhe - legte sich das und sie fing an die Comics zu lesen. Wenn ich sie sah, wie sie auf der Couch eines las, ging ich schnell weiter - tat so als ob ich nichts gesehen hätte. Nicht, dass sie aus stolz ihre Aussage "Ich hasse Comics" demonstrieren musste und das schnell weglegte.
Und so ... liest sie mittlerweile praktisch alles von Astrid Lindgren. "Kinder aus der Krachmacherstraße", "Kinder aus Bullerbü", "Michel bringt die Welt in Ordnung" und all das.
Man möchte es fast gar nicht glauben.
Ich habe dann letztens eine Lesemessung mit ihr gemacht. Mit RapidTyping. Und sie war bei ca. 300 Zeichen pro Minute. Das ist praktisch eine altersgemäße Lesegeschwindigkeit.
Rechtschreibung? Die wird kommen :) Jetzt soll sie erst mal ihr Lesen genießen. Und in einem Jahr schreibe ich dann darüber :)
Aktuell lernt sie als Skill-Trainings: Spanisch und 10-Finger-System. Und bei 10 Finger-System ist sie mittlerweile bei 70 Zeichen pro Minute.
Sanji (bald 7 Jahre) liest nun auch ziemlich normal. Wagt sich auch an kleinere Bücher heran und ist auf einem Niveau, dass ich alles Lesetrainings aufgehört habe. Auch er lernt jetzt 10-Finger-System. Auch wenn er noch sehr klein ist und seine Fortschritte mehr spielerisch sind, macht es ihn schon stolz auch da besser zu werden.
Chopper.... wo fange ich an? Er hat nun seine 8 oder 9 Kurse. Und lernt Französisch (hier schon ein sehr gutes Niveau - gerade übersetzt er mir Tintenherz (Coeur d'encre), und Latein (hier übersetzt er "Cornelia" - ja das kleine Biest gibt es auch auf Latein) und Italienisch (wo wir gerade anfangen, Roald Dahls "Magische Medizin" zu übersetzen). Zusätzlich lesen wir jeden Tag zwei Kapitel in einem Geschichtsbuch (aktuell "Die Geschichte der Wirtschaft", als nächstes dann über Krieg, Philosophie und Sklaverei). Und schauen uns noch zusätzlich irgendeine Youtube-Dokumentation über Geschichte an. Wenn er etwas nicht weiß, sieht er es sofort auf seinem Handy nach. Auch finde ich ganz toll, was er für eine App-Auswahl auf seinem Handy hat: Wikipedia, Anki und Memrise.
Er wird immer erwachsener, das geht nicht nur von seiner eigenen Entwicklung, sondern auch im Haushalt macht er seine Tasks praktisch von sich aus. Motzt nicht herum, sondern weist die beiden anderen Kinder darauf hin, dass sie - wenn sie mal ausgezogen sind - keinen Vater mehr haben, der das alles für sie übernimmt. Ich war wirklich erstaunt, als ich das hörte. Dankbarkeit für die Dinge, die andere für einen tun, finde ich eine der wichtigsten Eigenschaften. Zusammen mit Großzügigkeit in dem was man für andere tut.
Auch durch seine vielen Sportarten: Paddeln, Schwimmen, Parcours, Tanzen und Klettern ist er in seiner körperlichen Entwicklung auch sehr gut dabei.
Es ist einfach nur schön zuzusehen, wie Kinder jeden Tag größer und stärker werden. Und trotzdem bleibt ihnen noch so viel Zeit für Freunde und Spielen :)
Fast Forward in die Gegenwart: "Eine Woche ohne Lesen hätte ich nicht überlebt" - ich war wirklich überrascht, als ich diesen Satz heute gehört habe.
Was ist in diesem Jahr passiert?
Nach dem harten Training machten wir praktisch einen kompletten Stopp. Es gab keinerlei Training mehr. Ich war erschöpft - sie war erschöpft. Und das Ziel war vorerst erreicht.
Nach ein paar Wochen der Pause lieh ich dann Comics aus... die Reihe "Der kleine Prinz" war besonders interessant. Auch Garfield, Donald Duck, Goofy und Hägar (wobei sie Hägar nicht so mochte). Auch andere leichte Kost. Am Anfang hatte sie noch gemeint: "Ich hasse Comics".
Doch mit der Zeit - und ich ließ sie da einfach in Ruhe - legte sich das und sie fing an die Comics zu lesen. Wenn ich sie sah, wie sie auf der Couch eines las, ging ich schnell weiter - tat so als ob ich nichts gesehen hätte. Nicht, dass sie aus stolz ihre Aussage "Ich hasse Comics" demonstrieren musste und das schnell weglegte.
Und so ... liest sie mittlerweile praktisch alles von Astrid Lindgren. "Kinder aus der Krachmacherstraße", "Kinder aus Bullerbü", "Michel bringt die Welt in Ordnung" und all das.
Man möchte es fast gar nicht glauben.
Ich habe dann letztens eine Lesemessung mit ihr gemacht. Mit RapidTyping. Und sie war bei ca. 300 Zeichen pro Minute. Das ist praktisch eine altersgemäße Lesegeschwindigkeit.
Rechtschreibung? Die wird kommen :) Jetzt soll sie erst mal ihr Lesen genießen. Und in einem Jahr schreibe ich dann darüber :)
Aktuell lernt sie als Skill-Trainings: Spanisch und 10-Finger-System. Und bei 10 Finger-System ist sie mittlerweile bei 70 Zeichen pro Minute.
Sanji (bald 7 Jahre) liest nun auch ziemlich normal. Wagt sich auch an kleinere Bücher heran und ist auf einem Niveau, dass ich alles Lesetrainings aufgehört habe. Auch er lernt jetzt 10-Finger-System. Auch wenn er noch sehr klein ist und seine Fortschritte mehr spielerisch sind, macht es ihn schon stolz auch da besser zu werden.
Chopper.... wo fange ich an? Er hat nun seine 8 oder 9 Kurse. Und lernt Französisch (hier schon ein sehr gutes Niveau - gerade übersetzt er mir Tintenherz (Coeur d'encre), und Latein (hier übersetzt er "Cornelia" - ja das kleine Biest gibt es auch auf Latein) und Italienisch (wo wir gerade anfangen, Roald Dahls "Magische Medizin" zu übersetzen). Zusätzlich lesen wir jeden Tag zwei Kapitel in einem Geschichtsbuch (aktuell "Die Geschichte der Wirtschaft", als nächstes dann über Krieg, Philosophie und Sklaverei). Und schauen uns noch zusätzlich irgendeine Youtube-Dokumentation über Geschichte an. Wenn er etwas nicht weiß, sieht er es sofort auf seinem Handy nach. Auch finde ich ganz toll, was er für eine App-Auswahl auf seinem Handy hat: Wikipedia, Anki und Memrise.
Er wird immer erwachsener, das geht nicht nur von seiner eigenen Entwicklung, sondern auch im Haushalt macht er seine Tasks praktisch von sich aus. Motzt nicht herum, sondern weist die beiden anderen Kinder darauf hin, dass sie - wenn sie mal ausgezogen sind - keinen Vater mehr haben, der das alles für sie übernimmt. Ich war wirklich erstaunt, als ich das hörte. Dankbarkeit für die Dinge, die andere für einen tun, finde ich eine der wichtigsten Eigenschaften. Zusammen mit Großzügigkeit in dem was man für andere tut.
Auch durch seine vielen Sportarten: Paddeln, Schwimmen, Parcours, Tanzen und Klettern ist er in seiner körperlichen Entwicklung auch sehr gut dabei.
Es ist einfach nur schön zuzusehen, wie Kinder jeden Tag größer und stärker werden. Und trotzdem bleibt ihnen noch so viel Zeit für Freunde und Spielen :)
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Treffen mit der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD
Heute war das Treffen mit der SPD Arbeitsgemeinschaft Bildung.
Wir waren locker in einem Restaurant und es waren 7 Menschen da. Ich war als Referent geladen und da es ein offenes Treffen war, war auch jemand von Aktion Schulen im Aufbruch da.
Zuerst kam eine Vorstellungsrunde in der ich die Schulfrei Bewegung vorstellte, neben den regionalen Gruppen, die Kontakte bieten, auch die Gruppe in der konkrete Handreichung und Rechtsbeistand für Schulverweigerung gestellt wird. Die Vorsitzende erzählte, dass es ein paar harsche Absagen zu dem Thema gegeben hat - was ich mir sehr gut vorstellen kann. Ich war verwundert, dass die SPD überhaupt so offen war. Immerhin stand es sogar auf ihrer Homepage.
In der Einladung waren schon Youtube-Links zu Andre Stern, Moritz Neubronner und einer Studie drin, so waren die Mehrzahl der Teilnehmer nicht ganz neu zu dem Thema.
Danach kam das Gespräch darauf zu sprechen, dass es in Deutschland mittlerweile eine recht große Szene gab, die aber ohne jegliche staatliche Aufsicht und unter jedem Radar operiert - und hier der Staat, so lange er auf ein reine Schulanwesenheit bestehe - sein Wächteramt vernachlässigt. Da er durch die Gesetzgebung viele Menschen dazu bringt sich zu verstecken und zu isolieren.
Ich machte weiterhin darauf aufmerksam, dass genau das Gegenteil für die Kinder und auch die Eltern erreicht werde - nämlich das Gesetz bewirke soziale Isolation, ein zurückziehen von der Gesellschaft und ein Abwenden vom Staat, dem man diese herrliche Erfahrung verdankt.
Hier gab ich zu bedenken, dass Moritz Neubronner, der ja viel mitmachen musste, in einem Interview über seine Zukunft sagte, dass er sich überlege Politologie zu studieren um etwas zu ändern. Also scheint hier eine sehr resiliente Einstellung durch Homeschooling erzeugt worden zu sein - er geht nicht in die Opferrolle und sieht den Staat als Täter, sondern sieht den Staat als etwas zu veränderndes und sich als einen Akteur, der hier Wirkung erzielen kann.
Auf das Thema Resilienz kamen wir natürlich auch. Das Leben ist ja kein Wunschkonzert und es hört sich sehr nach: Man darf machen was man will und lassen was einem schwer erscheint.
Ich klärte darüber auf, dass
1.) die Welt auch ohne Schule nicht immer ein Wunschkonzert ist - und wenn sie es wäre, dann wäre das Argument hinfällig.
2.) um einen Abschluss zu bekommen muss man in Deutschland als externer Prüfling sogar höhere Anforderungen erfüllen als als normaler Schüler
Und Drittens gäbe es mittlerweile sehr viel Resilienzforschung. Und da Resilienz lernbar ist und zwar in einem ungeheuren Ausmaß ständen mittlerweile auch Übungen zur Verfügung, diese zu trainieren. Wenn man sich aber diese Übungen anschaut, dann sehen die sehr wenig der Schule ähnlich. So ist z.B. eine Übung sich mehrere Verlierer und mehrere Gewinner vorzustellen und dann darüber nachzudenken, was haben die Gewinner gemacht um Gewinner zu werden. Über wie viele Steine musste sie springen, durch wie viele Feuer gehen und wie oft wurden sie zu Boden geworfen, wie hart mussten sie an sich arbeiten? Und nun soll man sich die Verlierer vorstellen, und sich fragen: Was müssen diese Menschen machen, damit sie stark werden? An welchen ihrer Fähigkeiten müssen sie trainieren, welchen Aufgaben müssen sie sich stellen um ihre Träume und Ziele zu erreichen?
Die Übung zielt darauf ab, dass niemand ein Verlierer ist und auch kein Gewinner vom Himmel gefallen ist. Man steht jeden Tag neu auf und entscheidet aufs Neue, wer man wird. Im Gegensatz zum Schulalltag, wo (laut Studien) in den ersten 3 Wochen jedem seine die Schublade geöffnet wird und dann bis zur 11. Klasse stabil bleibt. Hier ist man wer man ist und das bleibt starr und die einmal gebauten Vorurteile wieder zu überwinden ist schwer bis unmöglich.
Die Schule ist - wenn man sich die Resilienzforschung anschaut - einer der schlechtesten Orte um ein starker Mensch zu werden.
Ist es nicht eine Flucht aus dem Schulsystem. Auch hier antwortete ich, dass es verschiedene Motivationen für Eltern gäbe. Es ist keine Flucht, es ist eine Wahl. Es ist eine weitere Option, so wie eine Montessori oder eine Waldorf Schule. Flüchten die? Oder finden sie einfach etwas anderes besser und mit welchem Recht verbietet man es nun?
Der nächste Punkt war dann Unterordnung - unter den Chef, unter den Wecker.
Hier konnte ich mir nicht verkneifen anzumerken, dass wenn Schule der einzige gute Platz ist um zu lernen, wie man sich unterordnet - und der Rest der Welt nicht- dann würde ich es mir zweimal überlegen, ob ich diese Lektion im Dücken so unbedingt haben möchte.
Aber wieder gilt, dass Homeschooler im Arbeitsleben erfolgreich sind und auch ihren Schulabschluss gut schaffen. Und hier müssen sie sich definitiv Anweisungen unterordnen.
Zum Wecker: natürlich stehen Homeschooler nicht jeden Tag um 7.30 Uhr auf, sondern schlafen eher aus. Wobei Ausschlafen ja auch nicht das Schlechteste ist für die Entwicklung. Dennoch, wenn sie einen Kurs haben, der um 9 Uhr beginnt oder um 8, dann stellen sie sich den Wecker und stehen dann auf - und zwar nicht weil man mich zwingt, sondern weil ich in diesen Kurs will.
Hier hob ich den Unterschied zwischen externer und interner Disziplin hervor. Während Schule zum großen Teil versucht externe Disziplin zu erzielen, ist beim Homeschooling interne Disziplin ein wichtiger Faktor. Hier geht es um die Erreichung von eigenen Zielen.
Bei all dem wies ich aber immer darauf hin, dass es eine breite Palette an Homeschoolern gibt. Es gibt die, die Schule zu Hause machen: mit Noten, Lehrplan, Pulte und Tafel bis hin zu denen, die ihre Kinder bei ihren Interessen unterstützen. Es gibt nicht: DEN typischen Homeschooler und alle machen das so wie er. Es ist vielmehr so, dass es keine zwei Familien gibt, die es gleich machen. Und sogar von Kind zu Kind gibt es Unterschiede im Homeschooling innerhalb einer Familie.
Ich wies auch darauf hin, dass ein Lehrer circa 8000 Stunden mit einem Kind verbringt - während dessen gesamter Schulkarriere. Während ein Elternteil innerhalb der ersten 3 Jahre schon 8000 Stunden mit dem Kind verbringt - und somit ist ganz klar, der Elternteil der Mensch, der die Bedürfnisse des Kindes am Besten kennt und am ehesten darauf eingehen kann.
Natürlich kam es auch auf Sozialisation zu sprechen. Hier konnte ich (teils aus eigener Erfahrung) erklären, dass ein Kind das nur ca. eine Stunde am Tag mit Lernen verbringen muss natürlich viel mehr Zeit hat um andere Menschen kennen zu lernen, als ein Schulkind. Ein Schulkind hat die ca. 30 Kinder aus seiner Klasse - davon vielleicht 5 die interessant sind, da sie ähnliche Interessen haben. Und dann noch vielleicht Zeit für ein oder zwei Kurse. Während ein schulfreies Kind Zeit für viele Kurse hat. So hat Chopper mittlerweile 9 Kurse pro Woche. Jeder Kurs bietet Kinder, die ähnliche Interessen haben - nämlich diesen Kurs. Das führt zu viel mehr potentiellen Freunden als bei einem Schulkind. Zusätzlich gibt es auch einen Kurs in dem nur erwachsene Männer sind (der Schachkurs) und dies bietet noch einmal eine ganz andere Sozialisationserfahrung - die auch sehr wertvoll ist.
Es entstand noch der Eindruck, dass Homeschooling nur etwas für kreative Berufe ist. Also sehr elitär. Es werden nur hochausgebildete Berufe angestrebt - der normale Call-Center-Mitarbeiter scheint aus der Schule rekrutiert werden zu müssen. Auch hier wies ich 1.) wieder darauf hin, dass Homeschooling nicht homogen ist. Es gibt auch hier wie beim normalen Schulsystem, das standard System und dann noch die kreativen reformpädagogischen Strömungen.
Und 2.) ist auch nicht jeder Mensch / Schüler für einen kreativen Beruf geschaffen, es gibt manche Kinder, denen liegen Zahlen mehr als Romane schreiben und andere die sprechen gerne mit Menschen während andere mit Büchern liebäugeln. Menschen sind verschieden - und so werden es auch die Berufe sein, die sie später ergreifen.
Es gibt eine einzige mir bekannte Gesetzmäßigkeit, nämlich, dass Homeschooler in den Finanzberufen sehr stark unterrepräsentiert sind.
Zusätzlich entstand noch der Eindruck, dass Erfolg ja klar ist, wenn beide Elternteile bildungsaffin sind und das Kind von Büchern umgeben ist. Hier konnte ich auch entgegenhalten, dass 1.) der Unterschied in den Leistungen laut Statistiken nicht groß ist. Nämlich bei Doppel-Akademiker-Eltern (also beide Akademiker) die Leistungen des Kindes in Vergleichstests im 88 Perzentil Bereich sind -während sie bei Nicht-Akademiker-Eltern im 81 Perzentil sind. Also Homeschooling ist hier das ultimative Mittel um Chancengleichheit im Bildungsbereich herzustellen.
Und 2.) aktuell Schwarze aus der Unterschicht in den USA Homeschooling für sich entdecken. Da die Schulen ihre Kinder aktuell nur aussortieren - während sie mit Homeschooling eine echte Chance haben. Einzig zählt das Interesse am eigenen Kind - und das ist bei den meisten Eltern sehr stark.
Zusätzlich kam natürlich das Gespräch auf die Herkunft und den Sinn der Schulpflicht für den Staat. Hier wies ich (und ein anderer aus der Runde) darauf hin, dass Homeschooling noch in der Weimarer Republik ging. Aber dann 1938 radikal verboten wurde. Die Ursprünge der Schulpflicht sind zwar bei Königen und Kaisern zu finden, sie entstammen aber allesamt dem preußischen Militarismus zum Zweck tüchtige Rekruten zu haben. Auch die Idee mit der Verhinderung von Kinderarbeit kam zum Ausdruck. Jedoch auch dieses stimmt größtenteils nicht. Die Maschinen wurden nur zu komplex um noch von Kindern zu bedient werden, zusätzlich gab es auch sehr hohe Todesfallraten und einen wachsenden politischen Widerstand gegen die schlechten Auswirkungen der Kinderarbeit (der Protest wurde allerdings in Deutschland blutig niedergeschlagen und hatte nur in England Erfolge). Natürlich konnte man aber mit der wachsenden Komplexität von Maschinen auf die Kinder verzichten - aber auf die Eltern nicht und so mussten die Kinder anders beschäftigt werden - am besten vorbereitet auf den späteren Dienst an der Maschine.
Ebenfalls wies ich darauf hin, dass durch das Festhalten am "Nur-In-Der-Schule"-Leitsatz schnelle und einfache Möglichkeiten ausfallen und unmöglich werden. So hat man in England einen Schul-Bus, der mit allem ausgestattet ist, was man zum Lernen braucht (Sprach-Kurse bis Chemie-Labor) versucht. Dieser kann nun in der aktuellen Flüchtlingskrise von Flüchtlingsheim zu Flüchtlingsheim fahren - die Lehrer springen heraus und bauen die Wissens-Stände auf, bei denen jeder dann einfach lernen kann.
Alles in allem war das Gespräch sehr gut und man fragte sich, was man da jetzt für einen Antrag schreiben könnte um das zu unterstützen. Aber in der SPD ist es natürlich ein langer Weg, da ja an einem Dogma gerüttelt werden. Während manche dafür waren die Schulpflicht sofort zu lockern oder die Bildungspflicht nach dem französischen Modell einzuführen oder dem österreichischen war anderen klar, dass es ein langer Weg sein würde - in Deutschland und in den Parteien.
Hier wies ich auch wieder auf die Stern Umfrage und auf meine Erfahrung auf den Straßen hin, dass mittlerweile außerschulische Bildungskonzepte eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung finden (in der Umfrage im Stern sogar 76 % ) während die Politik durch ein aggressives "Wegschauen" sich hier sehr weit von den Bürgern entferne.
Ich erklärte auch noch meine Arbeit in der Begleitung und Vermittlung zwischen Jugendamt und Fällen mit Homeschooling.
Am Ende bekam ich noch einen Rot-Wein als Geschenk - worauf ich antwortete, dass ich Amisch sei und nicht trinke. Nach einer Schrecksekunde löste ich auf und erklärte, dass das nur ein Spaß war. Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen mit möglichen Vorurteilen zu spielen, die ja tief in uns allen sind :)
Ich musste aber wirklich die Offenheit des Treffens loben, denn als ich das erste Mal von Homeschooling hörte, da hatte ich vor meinem inneren Auge Kinder, die von ihren Eltern in die Besenkammer gesperrt wurden. Mittlerweile sind 8 Jahre vergangen und ich weiß, was es für eine tolle Möglichkeit ist und wie viel Freiheit ein schulfreies Leben bietet.
Wir waren locker in einem Restaurant und es waren 7 Menschen da. Ich war als Referent geladen und da es ein offenes Treffen war, war auch jemand von Aktion Schulen im Aufbruch da.
Zuerst kam eine Vorstellungsrunde in der ich die Schulfrei Bewegung vorstellte, neben den regionalen Gruppen, die Kontakte bieten, auch die Gruppe in der konkrete Handreichung und Rechtsbeistand für Schulverweigerung gestellt wird. Die Vorsitzende erzählte, dass es ein paar harsche Absagen zu dem Thema gegeben hat - was ich mir sehr gut vorstellen kann. Ich war verwundert, dass die SPD überhaupt so offen war. Immerhin stand es sogar auf ihrer Homepage.
In der Einladung waren schon Youtube-Links zu Andre Stern, Moritz Neubronner und einer Studie drin, so waren die Mehrzahl der Teilnehmer nicht ganz neu zu dem Thema.
Danach kam das Gespräch darauf zu sprechen, dass es in Deutschland mittlerweile eine recht große Szene gab, die aber ohne jegliche staatliche Aufsicht und unter jedem Radar operiert - und hier der Staat, so lange er auf ein reine Schulanwesenheit bestehe - sein Wächteramt vernachlässigt. Da er durch die Gesetzgebung viele Menschen dazu bringt sich zu verstecken und zu isolieren.
Ich machte weiterhin darauf aufmerksam, dass genau das Gegenteil für die Kinder und auch die Eltern erreicht werde - nämlich das Gesetz bewirke soziale Isolation, ein zurückziehen von der Gesellschaft und ein Abwenden vom Staat, dem man diese herrliche Erfahrung verdankt.
Hier gab ich zu bedenken, dass Moritz Neubronner, der ja viel mitmachen musste, in einem Interview über seine Zukunft sagte, dass er sich überlege Politologie zu studieren um etwas zu ändern. Also scheint hier eine sehr resiliente Einstellung durch Homeschooling erzeugt worden zu sein - er geht nicht in die Opferrolle und sieht den Staat als Täter, sondern sieht den Staat als etwas zu veränderndes und sich als einen Akteur, der hier Wirkung erzielen kann.
Auf das Thema Resilienz kamen wir natürlich auch. Das Leben ist ja kein Wunschkonzert und es hört sich sehr nach: Man darf machen was man will und lassen was einem schwer erscheint.
Ich klärte darüber auf, dass
1.) die Welt auch ohne Schule nicht immer ein Wunschkonzert ist - und wenn sie es wäre, dann wäre das Argument hinfällig.
2.) um einen Abschluss zu bekommen muss man in Deutschland als externer Prüfling sogar höhere Anforderungen erfüllen als als normaler Schüler
Und Drittens gäbe es mittlerweile sehr viel Resilienzforschung. Und da Resilienz lernbar ist und zwar in einem ungeheuren Ausmaß ständen mittlerweile auch Übungen zur Verfügung, diese zu trainieren. Wenn man sich aber diese Übungen anschaut, dann sehen die sehr wenig der Schule ähnlich. So ist z.B. eine Übung sich mehrere Verlierer und mehrere Gewinner vorzustellen und dann darüber nachzudenken, was haben die Gewinner gemacht um Gewinner zu werden. Über wie viele Steine musste sie springen, durch wie viele Feuer gehen und wie oft wurden sie zu Boden geworfen, wie hart mussten sie an sich arbeiten? Und nun soll man sich die Verlierer vorstellen, und sich fragen: Was müssen diese Menschen machen, damit sie stark werden? An welchen ihrer Fähigkeiten müssen sie trainieren, welchen Aufgaben müssen sie sich stellen um ihre Träume und Ziele zu erreichen?
Die Übung zielt darauf ab, dass niemand ein Verlierer ist und auch kein Gewinner vom Himmel gefallen ist. Man steht jeden Tag neu auf und entscheidet aufs Neue, wer man wird. Im Gegensatz zum Schulalltag, wo (laut Studien) in den ersten 3 Wochen jedem seine die Schublade geöffnet wird und dann bis zur 11. Klasse stabil bleibt. Hier ist man wer man ist und das bleibt starr und die einmal gebauten Vorurteile wieder zu überwinden ist schwer bis unmöglich.
Die Schule ist - wenn man sich die Resilienzforschung anschaut - einer der schlechtesten Orte um ein starker Mensch zu werden.
Ist es nicht eine Flucht aus dem Schulsystem. Auch hier antwortete ich, dass es verschiedene Motivationen für Eltern gäbe. Es ist keine Flucht, es ist eine Wahl. Es ist eine weitere Option, so wie eine Montessori oder eine Waldorf Schule. Flüchten die? Oder finden sie einfach etwas anderes besser und mit welchem Recht verbietet man es nun?
Der nächste Punkt war dann Unterordnung - unter den Chef, unter den Wecker.
Hier konnte ich mir nicht verkneifen anzumerken, dass wenn Schule der einzige gute Platz ist um zu lernen, wie man sich unterordnet - und der Rest der Welt nicht- dann würde ich es mir zweimal überlegen, ob ich diese Lektion im Dücken so unbedingt haben möchte.
Aber wieder gilt, dass Homeschooler im Arbeitsleben erfolgreich sind und auch ihren Schulabschluss gut schaffen. Und hier müssen sie sich definitiv Anweisungen unterordnen.
Zum Wecker: natürlich stehen Homeschooler nicht jeden Tag um 7.30 Uhr auf, sondern schlafen eher aus. Wobei Ausschlafen ja auch nicht das Schlechteste ist für die Entwicklung. Dennoch, wenn sie einen Kurs haben, der um 9 Uhr beginnt oder um 8, dann stellen sie sich den Wecker und stehen dann auf - und zwar nicht weil man mich zwingt, sondern weil ich in diesen Kurs will.
Hier hob ich den Unterschied zwischen externer und interner Disziplin hervor. Während Schule zum großen Teil versucht externe Disziplin zu erzielen, ist beim Homeschooling interne Disziplin ein wichtiger Faktor. Hier geht es um die Erreichung von eigenen Zielen.
Bei all dem wies ich aber immer darauf hin, dass es eine breite Palette an Homeschoolern gibt. Es gibt die, die Schule zu Hause machen: mit Noten, Lehrplan, Pulte und Tafel bis hin zu denen, die ihre Kinder bei ihren Interessen unterstützen. Es gibt nicht: DEN typischen Homeschooler und alle machen das so wie er. Es ist vielmehr so, dass es keine zwei Familien gibt, die es gleich machen. Und sogar von Kind zu Kind gibt es Unterschiede im Homeschooling innerhalb einer Familie.
Ich wies auch darauf hin, dass ein Lehrer circa 8000 Stunden mit einem Kind verbringt - während dessen gesamter Schulkarriere. Während ein Elternteil innerhalb der ersten 3 Jahre schon 8000 Stunden mit dem Kind verbringt - und somit ist ganz klar, der Elternteil der Mensch, der die Bedürfnisse des Kindes am Besten kennt und am ehesten darauf eingehen kann.
Natürlich kam es auch auf Sozialisation zu sprechen. Hier konnte ich (teils aus eigener Erfahrung) erklären, dass ein Kind das nur ca. eine Stunde am Tag mit Lernen verbringen muss natürlich viel mehr Zeit hat um andere Menschen kennen zu lernen, als ein Schulkind. Ein Schulkind hat die ca. 30 Kinder aus seiner Klasse - davon vielleicht 5 die interessant sind, da sie ähnliche Interessen haben. Und dann noch vielleicht Zeit für ein oder zwei Kurse. Während ein schulfreies Kind Zeit für viele Kurse hat. So hat Chopper mittlerweile 9 Kurse pro Woche. Jeder Kurs bietet Kinder, die ähnliche Interessen haben - nämlich diesen Kurs. Das führt zu viel mehr potentiellen Freunden als bei einem Schulkind. Zusätzlich gibt es auch einen Kurs in dem nur erwachsene Männer sind (der Schachkurs) und dies bietet noch einmal eine ganz andere Sozialisationserfahrung - die auch sehr wertvoll ist.
Es entstand noch der Eindruck, dass Homeschooling nur etwas für kreative Berufe ist. Also sehr elitär. Es werden nur hochausgebildete Berufe angestrebt - der normale Call-Center-Mitarbeiter scheint aus der Schule rekrutiert werden zu müssen. Auch hier wies ich 1.) wieder darauf hin, dass Homeschooling nicht homogen ist. Es gibt auch hier wie beim normalen Schulsystem, das standard System und dann noch die kreativen reformpädagogischen Strömungen.
Und 2.) ist auch nicht jeder Mensch / Schüler für einen kreativen Beruf geschaffen, es gibt manche Kinder, denen liegen Zahlen mehr als Romane schreiben und andere die sprechen gerne mit Menschen während andere mit Büchern liebäugeln. Menschen sind verschieden - und so werden es auch die Berufe sein, die sie später ergreifen.
Es gibt eine einzige mir bekannte Gesetzmäßigkeit, nämlich, dass Homeschooler in den Finanzberufen sehr stark unterrepräsentiert sind.
Zusätzlich entstand noch der Eindruck, dass Erfolg ja klar ist, wenn beide Elternteile bildungsaffin sind und das Kind von Büchern umgeben ist. Hier konnte ich auch entgegenhalten, dass 1.) der Unterschied in den Leistungen laut Statistiken nicht groß ist. Nämlich bei Doppel-Akademiker-Eltern (also beide Akademiker) die Leistungen des Kindes in Vergleichstests im 88 Perzentil Bereich sind -während sie bei Nicht-Akademiker-Eltern im 81 Perzentil sind. Also Homeschooling ist hier das ultimative Mittel um Chancengleichheit im Bildungsbereich herzustellen.
Und 2.) aktuell Schwarze aus der Unterschicht in den USA Homeschooling für sich entdecken. Da die Schulen ihre Kinder aktuell nur aussortieren - während sie mit Homeschooling eine echte Chance haben. Einzig zählt das Interesse am eigenen Kind - und das ist bei den meisten Eltern sehr stark.
Zusätzlich kam natürlich das Gespräch auf die Herkunft und den Sinn der Schulpflicht für den Staat. Hier wies ich (und ein anderer aus der Runde) darauf hin, dass Homeschooling noch in der Weimarer Republik ging. Aber dann 1938 radikal verboten wurde. Die Ursprünge der Schulpflicht sind zwar bei Königen und Kaisern zu finden, sie entstammen aber allesamt dem preußischen Militarismus zum Zweck tüchtige Rekruten zu haben. Auch die Idee mit der Verhinderung von Kinderarbeit kam zum Ausdruck. Jedoch auch dieses stimmt größtenteils nicht. Die Maschinen wurden nur zu komplex um noch von Kindern zu bedient werden, zusätzlich gab es auch sehr hohe Todesfallraten und einen wachsenden politischen Widerstand gegen die schlechten Auswirkungen der Kinderarbeit (der Protest wurde allerdings in Deutschland blutig niedergeschlagen und hatte nur in England Erfolge). Natürlich konnte man aber mit der wachsenden Komplexität von Maschinen auf die Kinder verzichten - aber auf die Eltern nicht und so mussten die Kinder anders beschäftigt werden - am besten vorbereitet auf den späteren Dienst an der Maschine.
Ebenfalls wies ich darauf hin, dass durch das Festhalten am "Nur-In-Der-Schule"-Leitsatz schnelle und einfache Möglichkeiten ausfallen und unmöglich werden. So hat man in England einen Schul-Bus, der mit allem ausgestattet ist, was man zum Lernen braucht (Sprach-Kurse bis Chemie-Labor) versucht. Dieser kann nun in der aktuellen Flüchtlingskrise von Flüchtlingsheim zu Flüchtlingsheim fahren - die Lehrer springen heraus und bauen die Wissens-Stände auf, bei denen jeder dann einfach lernen kann.
Alles in allem war das Gespräch sehr gut und man fragte sich, was man da jetzt für einen Antrag schreiben könnte um das zu unterstützen. Aber in der SPD ist es natürlich ein langer Weg, da ja an einem Dogma gerüttelt werden. Während manche dafür waren die Schulpflicht sofort zu lockern oder die Bildungspflicht nach dem französischen Modell einzuführen oder dem österreichischen war anderen klar, dass es ein langer Weg sein würde - in Deutschland und in den Parteien.
Hier wies ich auch wieder auf die Stern Umfrage und auf meine Erfahrung auf den Straßen hin, dass mittlerweile außerschulische Bildungskonzepte eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung finden (in der Umfrage im Stern sogar 76 % ) während die Politik durch ein aggressives "Wegschauen" sich hier sehr weit von den Bürgern entferne.
Ich erklärte auch noch meine Arbeit in der Begleitung und Vermittlung zwischen Jugendamt und Fällen mit Homeschooling.
Am Ende bekam ich noch einen Rot-Wein als Geschenk - worauf ich antwortete, dass ich Amisch sei und nicht trinke. Nach einer Schrecksekunde löste ich auf und erklärte, dass das nur ein Spaß war. Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen mit möglichen Vorurteilen zu spielen, die ja tief in uns allen sind :)
Ich musste aber wirklich die Offenheit des Treffens loben, denn als ich das erste Mal von Homeschooling hörte, da hatte ich vor meinem inneren Auge Kinder, die von ihren Eltern in die Besenkammer gesperrt wurden. Mittlerweile sind 8 Jahre vergangen und ich weiß, was es für eine tolle Möglichkeit ist und wie viel Freiheit ein schulfreies Leben bietet.
Sonntag, 8. November 2015
Hühner und Verantwortung
Nachdem Nami nun über mehrere Monate sich um Hühner und Kaninchen in dem Kleintierzüchterverein gekümmert hat, hat sie heute ihren eigenen Schlüssel bekommen.
Das bedeutet für sie konkret, dass sie sich nun jeden Tag um ihre Tiere kümmern kann - und es ist auch ein großer Vertrauensbeweis.
Ihr Förderer dort will jetzt noch ein paar Monate schauen, ob Nami mit gleichem Interesse und gleicher Persistenz an der Sache dran bleibt... und dann... wollen wir uns alle an einen Tisch setzen und sie kann sagen, was sie selbst gerne züchten würde, bekommt ihre eigene Parzelle mit ihren eigenen Tieren.
Ich bin gespannt, wie es weiter läuft. Und ich finde es auch sehr gut, wie sehr Nami im Leben lernen kann, dass stetiger Einsatz auch immer mehr Vertrauen der Mitmenschen nach sich zieht und dies dann dazu führt, dass andere einem mehr und mehr Verantwortung und Eigenständigkeit zutrauen.
Das bedeutet für sie konkret, dass sie sich nun jeden Tag um ihre Tiere kümmern kann - und es ist auch ein großer Vertrauensbeweis.
Ihr Förderer dort will jetzt noch ein paar Monate schauen, ob Nami mit gleichem Interesse und gleicher Persistenz an der Sache dran bleibt... und dann... wollen wir uns alle an einen Tisch setzen und sie kann sagen, was sie selbst gerne züchten würde, bekommt ihre eigene Parzelle mit ihren eigenen Tieren.
Ich bin gespannt, wie es weiter läuft. Und ich finde es auch sehr gut, wie sehr Nami im Leben lernen kann, dass stetiger Einsatz auch immer mehr Vertrauen der Mitmenschen nach sich zieht und dies dann dazu führt, dass andere einem mehr und mehr Verantwortung und Eigenständigkeit zutrauen.
Sonntag, 27. September 2015
Choppers erste Freizeit außer Haus
Die Kinder werden immer größer und größer. Chopper ist jetzt 11 und er war auf seiner ersten Freizeit. Mit Paddelbooten sind sie am einen Tag über den Rhein, haben dort gegrillt, Wasserübungen gemacht, gezeltet und sind dann am nächsten Tag wieder zurück.
Als ich dort zum Abholen auftauchte sagte mir der Paddeltrainer, dass die Kinder ihre Zelte selbst aufgebaut hatten, selbst Lagerfeuer gemacht hatten, etc. Alles eigenständig außer beim Zusammenpacken der Wurfzelte war Hilfe notwendig.
Es ist schon eine heftige Zäsur.
Nächsten Monat ist schon die nächste Freizeit. Diese dauert dann schon länger.
Als ich dort zum Abholen auftauchte sagte mir der Paddeltrainer, dass die Kinder ihre Zelte selbst aufgebaut hatten, selbst Lagerfeuer gemacht hatten, etc. Alles eigenständig außer beim Zusammenpacken der Wurfzelte war Hilfe notwendig.
Es ist schon eine heftige Zäsur.
Nächsten Monat ist schon die nächste Freizeit. Diese dauert dann schon länger.
Sonntag, 13. September 2015
Nach den Sommerferien - ein Update
Wie ich diesen Schulanfang nach all den Jahren noch spüre, wenn das Wetter so herbstlich wird. Dieses Aufwachen mit einem tiefen Gefühl der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit, die das Ende der Sommerferien markiert. Nächstes Jahr bin ich wieder im Ausland um diese Zeit. Im Süden. Definitiv. Der Duft und Anblick von Pinien und Meer ertränkt alle Dunkelheit und alles Grau.Woran merkt man als Unschooler, dass der Sommer vorbei ist? Eigentlich nur am Wetter... und dann ist heute auch noch der letzte Tag an dem das Freibad geöffnet ist. Letztes Jahr um diese Zeit war ich gerade ein paar Tage in Venedig und es standen uns noch herrliche zwei Wochen bevor. Als wir dann zurückkamen war es herrliches Wetter. Die Luft war aber schon kalt und die roten Blätter der Bäume verrieten was bald kommen würde.
Wenn ich mich frage, was mir Unschooling bedeutet und ein schulfreies Leben, dann fühle ich wie tief es geht: So viel! Alles! Jeden Tag wachsen dürfen, so wie ich es will. So wie es *mein* Leben verlangt. Kein anderer. Es gibt keine Katastrophe mehr - es gibt nur noch Richtungen der Entwicklungen.
Dieses Jahr habe ich mit Singen angefangen und es ist als schließt sich dadurch eine so starke Lücke in meiner Persönlichkeit. Ich war immer nur akademischer Verstand oder stilles Gefühl. Singen hat mir Ausdruck verliehen - auch wenn ich Singen selber noch nicht kann.
Gerade ging ich durch die Wohnung... Nami lag auf der Couch und las "Der kleine Prinz" - die Comicreihe. Nach dem ganzen Training wegen ihrer Dyslexie haben wir ja dann bei 46 Wörter pro Minute eine Pause gemacht. Kein Training mehr. Eine lange Sommerpause. Generell fangen wir die Sommerpausen ja so um März herum an.
Und dann fragte mich Nami, was denn sei, als ich stehenblieb und ihr einfach beim Lesen zusah... was sei? Freude... Tränen in den Augen... Innerer Frieden... Ich nickte nur und machte: Mmmm...
Dann sah sie nach einer Minute wieder auf und begann über die Finsterlinge (sie repräsentieren Angst in dem kleinen Prinzen) zu erzählen, die gegen den kleinen Prinzen kämpfen. Sie dachte die wären kleiner. Von seinen Ängsten denkt man wohl immer sie seien kleiner... bis man anfängt sich ihnen zu stellen und gegen sie zu kämpfen.
Eine andere Entwicklung ist, dass Nami nun mittlerweile die Untertitel von One Piece mitliest. Und das ist wohl ein super Training für ihr Lesen.
Danach ging ich in die Küche. Chopper saß am Tisch und frühstückte und las. Er liest praktisch immer beim Frühstück. "Herr der Fliegen" ist es gerade. Ein Buch, das bestimmt kein Kind in der 5.ten Klasse liest. Eine Freundin sagte mal, dass ich Chopper für die Ivy League trainiere... und das stimmt wohl auch irgendwo. Aber ich bin überzeugt dieses Recht auf die Erreichung seines ganzen Potentials hat jeder Mensch. Warum sollen Menschen nur kleine Flügel bekommen, wenn sie große Schwingen wachsen können? Welche die im Licht schillern, wenn sie auf die Sonne zufliegen?
Nami hat jetzt auch ein Ziel: Ihr Ziel ist es, dass Blaumeisen aus ihren Händen picken. Was für ein schönes Ziel :) Sie fährt jeden Sonntag früh zu dem Kleintierzuchtverein und füttert dort bei einem Züchter die Hühner. Und mittlerweile hat der Züchter auch Albino-Kaninchen für sie gekauft. Und sie fängt auch an die Hühner der Nachbarn zu füttern. Sie gibt toten Tieren ein Begräbnis und spürt alle Vogelnester auf.
Die beiden großen Kinder lernen nun Sprachen. Chopper lernt Französisch... da ist er ja auch schon ziemlich weit. Hat nun Latein dazugenommen und mittlerweile auch Italienisch. Gestern wollte er auch noch Bayerisch nehmen, aber ich riet ihm erst mal seinen Laser zu fokussieren, bevor er alles mache. Er hat ja noch genug Zeit. Er benutzt mittlerweile hin und wieder lateinische Wörter - und ja - ich muss mittlerweile nachfragen. Und er erklärt mir dann seine Theorien mit welchen Wörtern sie aus unserer Sprache zusammenhängen. "Ostendere" meinte er würde mit Osten zusammenhängen - er stellte sich wohl einen Imperator vor, der damals nach Osten *zeigte*. Aber Osten, so fanden wir dann heraus kommt aus dem Althochdeutschen. Über die Jahre wird sich so sein linguistisches Gespür entwickeln.
Nami lernt nun Spanisch. Am Computer. Ganz alleine. (ja wirklich, alle Kinder schicken mich raus, wenn sie lernen - nur Sanji *noch* nicht - sollte mir das irgendwas sagen?). Sie macht das wirklich gut.
Diese Woche beginnen wieder die Kurse. Und am 20.ten ist dann schon Choppers Tanzaufführung.
Letzte Mama-Woche hat Chopper die ganze Woche seine eigenen Spiele programmiert.
Meine Haushaltsfähigkeiten werden immer besser. Ich war eine Zeit lang ratlos, da ich nicht wußte, wie ich die Kinder einbinden kann. So dass es ihnen Freude macht. Ganz freiwillig hat nicht funktioniert. Das Leben ist einfach viel viel spannender als Haushalt. Nun haben wir die Vereinbarung, dass sie ein Zimmer aufräumen (oder einen Teil von einem Zimmer) und ich dann immer extra was koche. Kochen macht mir dann auch Freude, wenn ich merke, dass wir alle was tun und ich kann wirklich was Gutes kochen. Die Ordnung wird dadurch die Ordnung der Kinder - somit achten sie auch darauf und richten nicht einfach Chaos an, als ob es kein Morgen gäbe. Und die Küche nicht vor dem Kochen erst selbst komplett aufräumen zu müssen entspannt wirklich. Sehr. Und ich kann mich darauf konzentrieren meine Kochkünste zu verfeinern.
Unser Familienalltag hat sehr wenige Tiefs. Über die letzten Wochen wurde es wieder sehr sehr harmonisch. Und ein sehr starkes Zusammensein. Die Kinder lernen immer mehr aufeinander einzugehen.
Tagsüber sehe ich die Großen nur immer mal wieder. In den Ferien haben ja die anderen Kinder Freigang und Freundschaften können geschlossen werden und den ganzen Tag kann gespielt werden. Ich komme rein und auf einmal liegt da wieder die Freundin von Nami im Wohnzimmer und streichelt den Hund... ich kratze mich am Kopf.
Nami hat auch ihre Kleptomanie mittlerweile sehr gut überwunden. Ich kann überall Geld rumliegen lassen (eine Schwäche von mir). Und nichts mehr verschwindet. Nein, mehr noch. Nami bastelt kleine Sparbüchsen und räumt das Geld dann zusammen.
Mittwoch, 8. Juli 2015
Vor-Lesen
Eine der wichtigsten Sachen für das Lernen ist mittlerweile das Vorlesen geworden.
Ich lese also jeden Tag beständig etwas vor. Mal ein dickes Buch (über mehrere Tage hinweg), mal eine Märchensammlung.
Während ich die meisten Texte "niveaugerecht" auswähle, halte ich es aber für sehr wichtig, dass hin und wieder ein Buch vorkommt, der weit über das aktuelle Niveau herausgeht (ca. 4 Schulklassen :P über Choppers aktuellem Verständnis).
So habe ich letzten Urlaub "Call of the Wild" von Jack London (wird in der Highschool in der 8.ten Klasse gelesen) angefangen, bis Chopper es dann aufgegriffen hatte - und noch weitere Bücher von London las.
Am Anfang muss man zwar immer ein bisschen (viel) erklären, aber mit der Zeit "läuft" das Buch dann einfach.
Dann war es "Die Kinder aus Nr. 67", "Farm der Tiere" und auch "Herr der Fliegen".
Nun ist "Das Bildnis von Dorian Gray" dran - bei den ersten Seiten war ich echt kurz vor dem Aufgeben. Es ist dieser Teil in dem praktisch der ganze Zeitgeist des 19. Jahrhunderts erklärt wird - und das alles mit den hochtrabendsten Worten.
Wie dem auch sei, ich habe etwas zurückgeschalten und erst mal nur immer eine Seite gemacht und diese dafür viel erklärt. Und dann haben wir alle darüber gesprochen.
Es geht um die alte Frage "Was ist, wenn wir die Möglichkeit haben mit allem durchzukommen und egal wie böse wir sind immer ungestraft davonkommen?".
Es hat sehr gut zu "Herr der Ringe" gepasst (das Chopper gerade durchgelesen hat) - dort gibt es ja diese Ringe, die das auch ermöglichen (durch Unsichtbarkeit, so viel ich weiß).
Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo wir wirklich gut über das Buch und die Eigenschaften der Charaktere sprechen können. Also haben wir es erstmal den Berg hoch geschafft und können nun den Ausblick genießen. Ich denke Durchhaltevermögen ist wirklich eine der wichtigsten Eigenschaften, die man gar nicht früh genug anfangen kann zu üben.
Einen anderen interessanten Seiteneffekt hat die ganze Vorleserei jetzt auch noch: Chopper hat "Vorlesen" als Skill auf die Skill-Liste gesetzt und will das jetzt aufbauen. Heißt: er liest mir jetzt von sich aus immer wieder was vor. Das ist echt schön - so habe ich mir das mal vor... äh...10 Jahren gewünscht. Und jetzt wo ich diesen Wunsch schon fallen gelassen habe, da kam er auf einmal unerwartet und hat sich erfüllt. Nach 10 Jahren!
Ich lese also jeden Tag beständig etwas vor. Mal ein dickes Buch (über mehrere Tage hinweg), mal eine Märchensammlung.
Während ich die meisten Texte "niveaugerecht" auswähle, halte ich es aber für sehr wichtig, dass hin und wieder ein Buch vorkommt, der weit über das aktuelle Niveau herausgeht (ca. 4 Schulklassen :P über Choppers aktuellem Verständnis).
So habe ich letzten Urlaub "Call of the Wild" von Jack London (wird in der Highschool in der 8.ten Klasse gelesen) angefangen, bis Chopper es dann aufgegriffen hatte - und noch weitere Bücher von London las.
Am Anfang muss man zwar immer ein bisschen (viel) erklären, aber mit der Zeit "läuft" das Buch dann einfach.
Dann war es "Die Kinder aus Nr. 67", "Farm der Tiere" und auch "Herr der Fliegen".
Nun ist "Das Bildnis von Dorian Gray" dran - bei den ersten Seiten war ich echt kurz vor dem Aufgeben. Es ist dieser Teil in dem praktisch der ganze Zeitgeist des 19. Jahrhunderts erklärt wird - und das alles mit den hochtrabendsten Worten.
Wie dem auch sei, ich habe etwas zurückgeschalten und erst mal nur immer eine Seite gemacht und diese dafür viel erklärt. Und dann haben wir alle darüber gesprochen.
Es geht um die alte Frage "Was ist, wenn wir die Möglichkeit haben mit allem durchzukommen und egal wie böse wir sind immer ungestraft davonkommen?".
Es hat sehr gut zu "Herr der Ringe" gepasst (das Chopper gerade durchgelesen hat) - dort gibt es ja diese Ringe, die das auch ermöglichen (durch Unsichtbarkeit, so viel ich weiß).
Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo wir wirklich gut über das Buch und die Eigenschaften der Charaktere sprechen können. Also haben wir es erstmal den Berg hoch geschafft und können nun den Ausblick genießen. Ich denke Durchhaltevermögen ist wirklich eine der wichtigsten Eigenschaften, die man gar nicht früh genug anfangen kann zu üben.
Einen anderen interessanten Seiteneffekt hat die ganze Vorleserei jetzt auch noch: Chopper hat "Vorlesen" als Skill auf die Skill-Liste gesetzt und will das jetzt aufbauen. Heißt: er liest mir jetzt von sich aus immer wieder was vor. Das ist echt schön - so habe ich mir das mal vor... äh...10 Jahren gewünscht. Und jetzt wo ich diesen Wunsch schon fallen gelassen habe, da kam er auf einmal unerwartet und hat sich erfüllt. Nach 10 Jahren!
Samstag, 4. Juli 2015
Sprachen Update - Latein
So, heute haben wir beim Essen über eine riesen Pizza Fungi gesprochen, da meinte Chopper, dass "Fungus" "Pilz" auf Latein heiße. Er sagte noch ein, zwei Wörter Latein und erzählte mir dann ganz beiläufig, dass er jetzt schon mit Latein angefangen habe - und doch nicht Italienisch als seine nächste Sprache mache.
Ich war wirklich beeindruckt und habe mich echt gefreut, dann meinte ich, dass ich ihm vor ein paar Tagen ein Video geschickt habe, in dem jemand Latein spricht.
Das haben sie sich dann alle gleich auf Youtube angesehen und Chopper meinte danach, dass er schon ein paar Wörter erkannt habe: "Ist irgendwie so eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Französisch".
Ich hatte ihm folgendes dazu geschrieben:
Ich war wirklich beeindruckt und habe mich echt gefreut, dann meinte ich, dass ich ihm vor ein paar Tagen ein Video geschickt habe, in dem jemand Latein spricht.
Das haben sie sich dann alle gleich auf Youtube angesehen und Chopper meinte danach, dass er schon ein paar Wörter erkannt habe: "Ist irgendwie so eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Französisch".
an der Stelle 7.25 spricht Cäsar Augustus Latein - aber mit einem italienischen Dialekt. Echt interessant.
schau mal ob Du die Worte: consentio, igitur und sumus heraushörst und ihre Bedeutung rausfindest :)
Freitag, 26. Juni 2015
Schulfrei + Alleinerziehend + Arbeit
Wie kann man diese schwierige Aufgabe bewältigen? Immer wieder kommt diese Frage, also will ich mal ein paar Ideen geben:
Ich darf gar nicht sagen, wann Chopper, Nami oder Sanji das erste mal 4 Stunden am Stück gespielt haben - es war aber noch im Kindergartenalter.
Es werden auch mehrere zentrale Denkfehler gemacht:
Aber die Frage ist am Ende immer die: Bist Du gewillt das zu tun, was es benötigt, damit es am Ende funktioniert?
Es gibt so viele Möglichkeiten und Du wirst viele ausprobieren auf dem Weg. Aber wenn Du Dich nur hinter der Idee "doch arbeiten zu müssen" verstecken willst, dann wird es natürlich nichts. So einfach ist die Antwort auf so eine oft gestellte Frage.
- Kinder im Schulalter sind schon nicht mehr auf eine Dauerbetreuung angewiesen
- einen "Babysitter" für 2 Stunden am Tag genügt für das Alter 6-9
- ab 10 können Kinder auch länger alleine sein
- Kinder schlafen meistens länger als Erwachsene
- es gibt Smartphones / Skype / Facebook / Hangout
- Nachbarn oder Freunde, die auf Abruf vorbeischauen können
- Eine Wohnung in unmittelbarer Arbeitsplatznähe
- Heutzutage gibt es Flatrates...
Ich darf gar nicht sagen, wann Chopper, Nami oder Sanji das erste mal 4 Stunden am Stück gespielt haben - es war aber noch im Kindergartenalter.
Es werden auch mehrere zentrale Denkfehler gemacht:
- Kinder brauchen Dauerbetreuung und zwar bis sie mindestens 16 sind
- Der natürliche Rhythmus von Kindern ist, dass sie um 8 Uhr aufstehen und dann bis 19 Uhr wach sind
- In ihrer gesamten Wachzeit müssen Kinder sowohl observiert als auch bespaßt/ belehrt werden
- Kinder können nicht selber Lösungen in ihren Konflikten finden
- Sobald Kinder dann irgendwann um 11-12 sich aus dem Bett schälen, brauchen sie sofort jemanden, der ihnen die Socken, Unterhose und Hemd anzieht und ihnen dann das Frühstück macht
Aber die Frage ist am Ende immer die: Bist Du gewillt das zu tun, was es benötigt, damit es am Ende funktioniert?
Es gibt so viele Möglichkeiten und Du wirst viele ausprobieren auf dem Weg. Aber wenn Du Dich nur hinter der Idee "doch arbeiten zu müssen" verstecken willst, dann wird es natürlich nichts. So einfach ist die Antwort auf so eine oft gestellte Frage.
Mittwoch, 24. Juni 2015
Sprachen Update - getting serious
Chopper wird mittlerweile wirklich ernst bei Sprachen lernen. Er merkt, dass er sehr schnell eine neue Sprache lernen kann (natürlich mit der richtigen Software und über ernst gemeinte Arbeit).
Seine nächsten beiden Sprachen hat er mir auch schon verraten:
1.) Italienisch
2.) Latein
Latein hat mich etwas überrascht und ich habe es nicht so richtig ernst genommen. Aber es ist ja auch klar, da wirklich viele Worte in Deutsch aus dem Lateinischen kommen und noch mehr in Französisch aus dem Lateinischen (wir kucken ja immer bei Wörtern, die interessant klingen auf Wikipedia nach) hat er recht schnell rausbekommen, dass hier so was wie eine Wurzel vieler Sprachen liegt.
Ebenfalls im Englischen gibt es ja viele Worte mit Lateinischem Ursprung.
Aber heute hat er mir viele Memrise-Kurse Latein gezeigt und ich musste mir die Wortschätze mit ihm anschauen und ich sollte die weg klicken, welche nicht gut waren. Er wollte, dass ich mehrmals durchgehe und immer nur die schlechten wegklicke, bis der Beste übrig blieb.
Ich musste leider bei 4 Kursen stoppen - denn die Unterschiede wurden zu marginal. Aber mir erschien erst mal der "Oxford Latin Course 1" der Beste.
Er hat ganz am Anfang sehr wichtige Wörter wie:
"essen, gehen, aber, bald, müde, froh, bereit, nicht, arbeiten, beeilen, zurückkehren"
und
"zu den Geschäften, zu den Tischen"
und was gibt es mehr, als dass man froh zu den Geschäften geht. Nicht arbeitet und sich bald beim zurückkehren beeilt zu den Tischen bereit zum essen :)
Ich will hier noch ein wichtiges Videos teilen, das ich persönlich für das Zentrum eines gesunden Sprachen-Lernens halte:
von dem einzigartigen... unübertroffenen.... Stephen Krashen!!! und seinem "natural approach"
Seine nächsten beiden Sprachen hat er mir auch schon verraten:
1.) Italienisch
2.) Latein
Latein hat mich etwas überrascht und ich habe es nicht so richtig ernst genommen. Aber es ist ja auch klar, da wirklich viele Worte in Deutsch aus dem Lateinischen kommen und noch mehr in Französisch aus dem Lateinischen (wir kucken ja immer bei Wörtern, die interessant klingen auf Wikipedia nach) hat er recht schnell rausbekommen, dass hier so was wie eine Wurzel vieler Sprachen liegt.
Ebenfalls im Englischen gibt es ja viele Worte mit Lateinischem Ursprung.
Aber heute hat er mir viele Memrise-Kurse Latein gezeigt und ich musste mir die Wortschätze mit ihm anschauen und ich sollte die weg klicken, welche nicht gut waren. Er wollte, dass ich mehrmals durchgehe und immer nur die schlechten wegklicke, bis der Beste übrig blieb.
Ich musste leider bei 4 Kursen stoppen - denn die Unterschiede wurden zu marginal. Aber mir erschien erst mal der "Oxford Latin Course 1" der Beste.
Er hat ganz am Anfang sehr wichtige Wörter wie:
"essen, gehen, aber, bald, müde, froh, bereit, nicht, arbeiten, beeilen, zurückkehren"
und
"zu den Geschäften, zu den Tischen"
und was gibt es mehr, als dass man froh zu den Geschäften geht. Nicht arbeitet und sich bald beim zurückkehren beeilt zu den Tischen bereit zum essen :)
Ich will hier noch ein wichtiges Videos teilen, das ich persönlich für das Zentrum eines gesunden Sprachen-Lernens halte:
von dem einzigartigen... unübertroffenen.... Stephen Krashen!!! und seinem "natural approach"
Montag, 22. Juni 2015
Begleitung beim Jugendamt
Heute habe ich eine weitere Begleitung gemacht.
Dieses Mal war es eines der Jugendämter in Karlsruhe - mehr verrate ich aber nicht, da die Jugendamt-Mitarbeiter ja auch ein Recht auf Vertraulichkeit haben.
Das Gespräch lief sehr positiv. Zuerst stellte die Mutter mich vor, und dass sie das schulfreie Lernen für ihre Tochter unbedingt probieren wolle. Die Tochter hatte auch viele Fragen und erläuterte auch ihre Situation. Diese war der Mitarbeiterin aber aus vorigen Kontakten schon positiv bekannt - hier wurde aus verschiedenen Gründen schon ein langjähriges vertrauensvolles, ehrliches und respektvolles zwischen Jugendamt und Familie gelebt.
Als nächstes fragte mich die Mitarbeiterin wie ich es realisiere denn in Deutschland "herrscht ja Schulpflicht". Ich erklärte also, dass ich es machte und ging aber erst mal nicht weiter darauf ein. Als nächstes sollte ich erklären, wie das denn abläuft - wie wir es machen und wie meine Erfahrungen mit schulfrei seien.
Ich erklärte von null an (sie kannte weder Homeschooling noch Unschooling) was die beiden Begriffe bedeuteten und wo es schon gemacht wurde und wie wir es machen, was Studien sagen und wie es bei uns läuft sowie die Ergebnisse.
Als die Mitarbeiterin das sehr positiv aufnahm und darauf hinwies, dass hier dann eine Lösung mit dem Schulamt gefunden werden müsse erklärte ich verschiedene Methoden worunter:
-Konfrontation mit Schulamt, Ordnungsamt und Jugendamt
-Austauschjahr
-Auswandern
Sie brachte dann auch noch die Möglichkeit, dass nach Ableistung von 9 Schul(wehr)pflichtjahren ein Ruhen der Schulpflicht beantragt werden könne.
Dieses fanden aber weder Mutter noch Tochter gut, denn das hieße noch ein Jahr in der Schule zu verschwenden.
Am Ende konnten wir eine Lösung finden, die sich mit den Gesetzen verträgt, keine aufreibenden Konfrontationen enthält und die Mutter als auch die Tochter beruhigt hat.
Die Jugendamtmitarbeiterin war sehr offen und sagte, dass sie sich nicht als verlängerter Arm des Schulamtes sehe und dass als allererstes die Eltern und Kinder eine Lösung finden müssen, die sie vor sich vertreten können. Womit sie ja auch klar recht hat, denn nachdem dieser ganze Schulpflicht-Kram vorbei ist, müssen ja Eltern und insbesondere Kinder mit den Ergebnissen leben, während die Lehrer einfach weiter in die Schule gehen können.
Ich bestätigte das und erzählte auch noch ein paar witzige Anekdoten über die Durchsetzung der Schulpflicht - und schloss noch damit, dass es eben insbesondere der junge Mensch ist, der entscheiden muss.
Ebenfalls waren wir uns alle darüber einig, dass Kinder auch ein Mitspracherecht haben (immer dem Alter angemessen).
Ich erzählte hier insbesondere von Unschooling in der Skill-Training Variante, wie wir sie praktizieren, da ich diese wissenschaftlich und von der Sicherheit der Ergebnisse am einfachsten vertreten kann.
Dieses Mal war es eines der Jugendämter in Karlsruhe - mehr verrate ich aber nicht, da die Jugendamt-Mitarbeiter ja auch ein Recht auf Vertraulichkeit haben.
Das Gespräch lief sehr positiv. Zuerst stellte die Mutter mich vor, und dass sie das schulfreie Lernen für ihre Tochter unbedingt probieren wolle. Die Tochter hatte auch viele Fragen und erläuterte auch ihre Situation. Diese war der Mitarbeiterin aber aus vorigen Kontakten schon positiv bekannt - hier wurde aus verschiedenen Gründen schon ein langjähriges vertrauensvolles, ehrliches und respektvolles zwischen Jugendamt und Familie gelebt.
Als nächstes fragte mich die Mitarbeiterin wie ich es realisiere denn in Deutschland "herrscht ja Schulpflicht". Ich erklärte also, dass ich es machte und ging aber erst mal nicht weiter darauf ein. Als nächstes sollte ich erklären, wie das denn abläuft - wie wir es machen und wie meine Erfahrungen mit schulfrei seien.
Ich erklärte von null an (sie kannte weder Homeschooling noch Unschooling) was die beiden Begriffe bedeuteten und wo es schon gemacht wurde und wie wir es machen, was Studien sagen und wie es bei uns läuft sowie die Ergebnisse.
Als die Mitarbeiterin das sehr positiv aufnahm und darauf hinwies, dass hier dann eine Lösung mit dem Schulamt gefunden werden müsse erklärte ich verschiedene Methoden worunter:
-Konfrontation mit Schulamt, Ordnungsamt und Jugendamt
-Austauschjahr
-Auswandern
Sie brachte dann auch noch die Möglichkeit, dass nach Ableistung von 9 Schul(wehr)pflichtjahren ein Ruhen der Schulpflicht beantragt werden könne.
Dieses fanden aber weder Mutter noch Tochter gut, denn das hieße noch ein Jahr in der Schule zu verschwenden.
Am Ende konnten wir eine Lösung finden, die sich mit den Gesetzen verträgt, keine aufreibenden Konfrontationen enthält und die Mutter als auch die Tochter beruhigt hat.
Die Jugendamtmitarbeiterin war sehr offen und sagte, dass sie sich nicht als verlängerter Arm des Schulamtes sehe und dass als allererstes die Eltern und Kinder eine Lösung finden müssen, die sie vor sich vertreten können. Womit sie ja auch klar recht hat, denn nachdem dieser ganze Schulpflicht-Kram vorbei ist, müssen ja Eltern und insbesondere Kinder mit den Ergebnissen leben, während die Lehrer einfach weiter in die Schule gehen können.
Ich bestätigte das und erzählte auch noch ein paar witzige Anekdoten über die Durchsetzung der Schulpflicht - und schloss noch damit, dass es eben insbesondere der junge Mensch ist, der entscheiden muss.
Ebenfalls waren wir uns alle darüber einig, dass Kinder auch ein Mitspracherecht haben (immer dem Alter angemessen).
Ich erzählte hier insbesondere von Unschooling in der Skill-Training Variante, wie wir sie praktizieren, da ich diese wissenschaftlich und von der Sicherheit der Ergebnisse am einfachsten vertreten kann.
Sonntag, 21. Juni 2015
Französisch - 3 Monate später
So, eine Skill-Training Phase in Französisch ist vorbei und Chopper hat folgende Tools für wertvoll befunden:
Er hat sich beschlossen noch einmal 3 Monate Französisch zu machen.
- Anki (Grundwortschatz)
- Memrise (Grundwortschatz)
- Skill-Storm (Fortgeschrittener Text, mittlerweile Robin Du Bois (nicht vereinfacht))
- Asterix et Obelix (Comic, einfacher Text)
- Youtube (einfache Geschichten für Kleinkinder, jetzt Asterix)
Er hat sich beschlossen noch einmal 3 Monate Französisch zu machen.
Wir haben folgende Veränderungen gemacht.
- Anki ist in den Hintergrund geraten, da er nur noch zwischen 10 Sekunden und 1 Minute braucht - wohlgemerkt, es geht hier um den Grundwortschatz von "Decouvertes 1" (einem Schulbuch für ein ganzes Schuljahr)
- Memrise wird beibehalten, er findet es gut, dass er im Gegensatz zu Anki die Worte in beiden Richtungen lernt und auch selbst schreiben muss - dafür ist es auch um einiges langsamer als Anki (355 Wörter im Langzeitgedächtnis, während Anki schon 872 Karten auf "alt" hat)
- Skill-Storm (hier sind mittlerweile auch (872! - genau wie in Anki) auf "Well Known" und 495 bekannt. Bei Skill-Storm hat er jetzt über 22.000 Punkte (30.000 ist ein recht gutes passives Sprachniveau).
- Asterix und Obelix als Comic ist rausgeflogen, da er meinte die kann er schon "lesen wie Deutsch". Ich habe ihm noch "Tim und Struppi" aus der Bibliothek geholt.
- Statt Asterix und Obelix liest er jetzt "Petit Nicholas" - da meinte er heute auch, dass es ihm ziemlich einfach fällt, und er heute aus Versehen 2 Seiten gelesen hat (eigentlich soll er eine Seite lesen).
- Youtube (unverändert)
Gestern sagte er zu mir, dass er in Sprachen nicht so gut ist. Ich habe ihn dann sanft darauf hingewiesen, dass nicht jeder 10-jährige nach ein paar Monaten Comics und Filme liest in der Lernsprache liest. Das hat ihn wirklich erstaunt. Wenn ich denke, wie lange ich an meinem Schulfranzösisch rumgebastelt habe und wie viel Grammatik und Vokabeln ich versucht habe mit allen Akzenten zu lernen... naja, reden wir nicht davon.
Aber es ist spannend zu sehen, dass es wirklich keine große Leistung ist. Es ist halt einfach selbstgesteuertes Lernen, das jeden Tag über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten wird. Es ist kein Zauberwerk und kein Talent, keine große Arbeit oder sonstwas.
Freitag, 12. Juni 2015
Naturwissenschaften berühren
Heute früh hat Nami die Dinkel-Frühstücks-Dinger (keine Ahnung wie die heißen) angeschaut und gefragt, was das eigentlich heißt "Fettarm".
Dann haben wir das übliche gemacht. Geschaut wie viel Prozent Fett in den Dinkel-Dingern sind (2 %) und das dann mit der Vollfett-Milch verglichen (3,8%).
Und dann.....!!!!!!!
.... sind wir ausgebrochen.
Wir haben auf Wikipedia nachgeschaut, wie die Molekülstruktur von Fettsäuren aussieht. Was der unterschied zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren ist (Molekülstruktur).
Dann haben wir uns noch Zucker angeschaut (da ja alles in Zucker umgewandelt wird) - wieder die Molekülstrukturen und dann haben wir noch versucht uns die riesigen Gitter vorzustellen, die 100 Millionen Zuckermoleküle zu einem Zuckerkorn formen.
Nami meinte dann, als ich mich über den Unterschied zwischen Glukose und Fruktose wunderte, dass das eine ein Hexagon sei und das andere ein 5-Eck. (ich musste natürlich gleich verbessern und belehren... das heißt Pentagon... hexa=6, penta=5 ... ich bin halt ein Sprachenfan ). Dann begriff ich erst, wie toll diese Erkenntnis war (für mich): Ich habe in all den Jahren Chemie das nie gecheckt. Und einiges andere habe ich auch nicht gecheckt.
Und dann haben wir darüber gestaunt, dass Zucker nur aus H, C, O besteht und eben Fette auch. Und diese dann wohl irgendwie umgebaut werden.
Dann haben wir das übliche gemacht. Geschaut wie viel Prozent Fett in den Dinkel-Dingern sind (2 %) und das dann mit der Vollfett-Milch verglichen (3,8%).
Und dann.....!!!!!!!
.... sind wir ausgebrochen.
Wir haben auf Wikipedia nachgeschaut, wie die Molekülstruktur von Fettsäuren aussieht. Was der unterschied zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren ist (Molekülstruktur).
Dann haben wir uns noch Zucker angeschaut (da ja alles in Zucker umgewandelt wird) - wieder die Molekülstrukturen und dann haben wir noch versucht uns die riesigen Gitter vorzustellen, die 100 Millionen Zuckermoleküle zu einem Zuckerkorn formen.
Nami meinte dann, als ich mich über den Unterschied zwischen Glukose und Fruktose wunderte, dass das eine ein Hexagon sei und das andere ein 5-Eck. (ich musste natürlich gleich verbessern und belehren... das heißt Pentagon... hexa=6, penta=5 ... ich bin halt ein Sprachenfan ). Dann begriff ich erst, wie toll diese Erkenntnis war (für mich): Ich habe in all den Jahren Chemie das nie gecheckt. Und einiges andere habe ich auch nicht gecheckt.
Und dann haben wir darüber gestaunt, dass Zucker nur aus H, C, O besteht und eben Fette auch. Und diese dann wohl irgendwie umgebaut werden.
Donnerstag, 11. Juni 2015
Controle Sociale - Beistand
Heute durfte ich bei einer "Controle Sociale" beistehen. Das sind die Kontrollen, die in Frankreich stattfinden um zu sehen, ob es den Homeschool-Kindern (instruction en familie) gut geht.
Die Dame kam also, ich kannte sie schon von einer vorigen Kontrolle - und wir hatten ein tolles Gespräch über Homeschooling und Unschooling.
Die Kontrolleurin war etwas verwundert, dass auf dem Lehrplan kein Mathe stand, auch keine Sprachen, kein Deutsch/Französisch, Physik, etc. Nicht mal ein Lehrplan stand auf dem Lehrplan.
Zusammen mit der Mutter erklärten wir ihr, dass die Schule lebendige Dinge in einer Art "Vivisektion" alles in totes Wissen zerschneidet.
Bei Unschooling läuft es anders herum, Kinder lernen in der echten Welt, echte Sachen und diese Sachen berühren Mathematik, Sprachen, etc. Aber es bleibt bei den echten Sachen mit den echten Problemen der echten Welt.
Und so kommt auch in Kunst der Radius vor, der Durchmesser - ohne dass man jemals den Begriff Radius und Durchmesser "lernen" musste. Man begreift ihn aber und durchdringt seine Bedeutung und seine Anwendung.
Es ging auch noch um das Arbeiten in Gruppen, das wir aber auch verneinen mussten, da zwar die "Unschoolerin" in diesem Falle Dinge in Gruppen unternimmt, aber Lernen alleine stattfindet.
Dies hat zwei einfache Gründe:
1.) Lernen an sich ist eine Sache, die konzentriert und versunken - oft im Flow - vor sich geht. Und also meistens alleine. Selbst Theaterspieler lernen erst ihren Text alleine, bevor sie dann zusammen proben.
2.) Auf dem aktuellen (Kunst-)Niveau der Unschoolerin sind keine Kinder mit einem ähnlichen Niveau in Reichweite. Wir alle im Raum mussten zugeben, dass wir nicht so gut zeichnen konnten.
Ein anderer wichtiger Fokus lag darauf, zu erklären, dass man innerhalb von 6 Monaten den Stoff des Abiturs / BAC / SAT lernen konnte - wenn man wollte und gewohnt war selbständig zu lernen. Dieses Zeichnen lernen, dass die Unschoolerin in diesem Fall gemacht hatte ist eine frühe Erfahrung dieser eigenen Macht, der Macht selbst Dinge zu erobern und komplett zu durchdringen. Weiter als Abi-Niveau.
Zusätzlich wird diese Tatsache dadurch untermauert, dass es mittlerweile einfach schon viel Daten darüber gibt, dass die Vorbereitung auf standardisierte Tests problemlos verläuft.
Ein anderer Punkt war das "Versagen", also die Möglichkeit, dass Homeschooling/Unschooling komplett versagt. Hier konnten wir mit einer Studie aufwarten, bei denen ca. 100 Unschooler befragt wurden, was sie in ihrem späteren Leben gemacht hätten.
Hier war die Antwort, dass ca. 3 Prozent sich selbst als "Versagen" beschrieben . Die Eltern dieser Unschooler hatten Probleme mit der Welt oder waren Sekten beigetreten die strenge Isolation gegenüber der Außenwelt propagierten. Diese Probleme werden aber durch eben die "Controle Sociale" vorgebeugt.
Noch ein Punkt war die Talent-Debatte. Die Kontrolleurin meinte, dass die Unschoolerin eben Talent im Zeichnen hätte. Dieses haben wir sofort verneint und die Unschoolerin zeigte auch Zeichnungen von vor über einem Jahr (die halt das übliche Kindermalen waren). Wir sagten, dass es einfach harte, intrinsich motivierte Arbeit war, die nicht von einem Gong, von einem anderen Fach, oder von sonst einer schulischen Maßnahme (Notengebung!) unterbrochen oder erstickt worden war.
Ich glaube - alles in allem - wir konnten in dem Gespräch - bei dieser Kontrolleurin - es für kommende Fälle einfacher machen und viel Verständnis erzeugen :)
PS: Ich mache gerne solche Beistände (nur um den Transport will ich mich nicht selber kümmern müssen)
Die Dame kam also, ich kannte sie schon von einer vorigen Kontrolle - und wir hatten ein tolles Gespräch über Homeschooling und Unschooling.
Die Kontrolleurin war etwas verwundert, dass auf dem Lehrplan kein Mathe stand, auch keine Sprachen, kein Deutsch/Französisch, Physik, etc. Nicht mal ein Lehrplan stand auf dem Lehrplan.
Zusammen mit der Mutter erklärten wir ihr, dass die Schule lebendige Dinge in einer Art "Vivisektion" alles in totes Wissen zerschneidet.
Bei Unschooling läuft es anders herum, Kinder lernen in der echten Welt, echte Sachen und diese Sachen berühren Mathematik, Sprachen, etc. Aber es bleibt bei den echten Sachen mit den echten Problemen der echten Welt.
Und so kommt auch in Kunst der Radius vor, der Durchmesser - ohne dass man jemals den Begriff Radius und Durchmesser "lernen" musste. Man begreift ihn aber und durchdringt seine Bedeutung und seine Anwendung.
Es ging auch noch um das Arbeiten in Gruppen, das wir aber auch verneinen mussten, da zwar die "Unschoolerin" in diesem Falle Dinge in Gruppen unternimmt, aber Lernen alleine stattfindet.
Dies hat zwei einfache Gründe:
1.) Lernen an sich ist eine Sache, die konzentriert und versunken - oft im Flow - vor sich geht. Und also meistens alleine. Selbst Theaterspieler lernen erst ihren Text alleine, bevor sie dann zusammen proben.
2.) Auf dem aktuellen (Kunst-)Niveau der Unschoolerin sind keine Kinder mit einem ähnlichen Niveau in Reichweite. Wir alle im Raum mussten zugeben, dass wir nicht so gut zeichnen konnten.
Ein anderer wichtiger Fokus lag darauf, zu erklären, dass man innerhalb von 6 Monaten den Stoff des Abiturs / BAC / SAT lernen konnte - wenn man wollte und gewohnt war selbständig zu lernen. Dieses Zeichnen lernen, dass die Unschoolerin in diesem Fall gemacht hatte ist eine frühe Erfahrung dieser eigenen Macht, der Macht selbst Dinge zu erobern und komplett zu durchdringen. Weiter als Abi-Niveau.
Zusätzlich wird diese Tatsache dadurch untermauert, dass es mittlerweile einfach schon viel Daten darüber gibt, dass die Vorbereitung auf standardisierte Tests problemlos verläuft.
Ein anderer Punkt war das "Versagen", also die Möglichkeit, dass Homeschooling/Unschooling komplett versagt. Hier konnten wir mit einer Studie aufwarten, bei denen ca. 100 Unschooler befragt wurden, was sie in ihrem späteren Leben gemacht hätten.
Hier war die Antwort, dass ca. 3 Prozent sich selbst als "Versagen" beschrieben . Die Eltern dieser Unschooler hatten Probleme mit der Welt oder waren Sekten beigetreten die strenge Isolation gegenüber der Außenwelt propagierten. Diese Probleme werden aber durch eben die "Controle Sociale" vorgebeugt.
Noch ein Punkt war die Talent-Debatte. Die Kontrolleurin meinte, dass die Unschoolerin eben Talent im Zeichnen hätte. Dieses haben wir sofort verneint und die Unschoolerin zeigte auch Zeichnungen von vor über einem Jahr (die halt das übliche Kindermalen waren). Wir sagten, dass es einfach harte, intrinsich motivierte Arbeit war, die nicht von einem Gong, von einem anderen Fach, oder von sonst einer schulischen Maßnahme (Notengebung!) unterbrochen oder erstickt worden war.
Ich glaube - alles in allem - wir konnten in dem Gespräch - bei dieser Kontrolleurin - es für kommende Fälle einfacher machen und viel Verständnis erzeugen :)
PS: Ich mache gerne solche Beistände (nur um den Transport will ich mich nicht selber kümmern müssen)
Donnerstag, 4. Juni 2015
Update von "Sag's 50 - die ersten 50 Flyer sind verteilt
Ich verteile ja nun seit einiger Zeit Flyer. Ich bin zwar immer noch ziemlich alleine am Flyer-Verteilen, aber das wird schon :) - ich will ja nicht motzen.
Jetzt erst mal ein Update.
Da ich jetzt schon gut über 50 verteilt habe, kann ich schon ein paar Zahlen über den Erfolg der Aktion nennen - gegenüber den Erwartungen.
Bei den 50 Flyern waren jetzt insgesamt 2 Leute dabei, die spontan "Ja, super" gesagt haben.
2 auf der anderen Seite haben auf eine Art Fragen gestellt, die man nur als aggressiv bezeichnen kann. Die waren klar ablehnend und haben dann auch gemeint, dass es ihnen in der Schule super gefallen hat und dass der Flyer sehr "ketzerisch" sei - und eigentlich macht die Schule das ja auch schon alles (Interessengesteuert lernen, Selbstbestimmt, Freunde, etc.)
Die meisten waren aber irgendwo in der Mitte, haben den Flyer genommen und waren interessiert. Manche haben sich -für ihre Kinder- klar zur Schule bekannt.
Ein Ausschnitt aus einem Dialog:
Sie: "Ich war immer der Meinung, dass Kinder in die Schule gehen sollten"
Ich: "Ich auch"
Sie: "Dann habe ich den Flyer wohl irgendwie falsch verstanden"
Ich: "Nein, ich war auch der Meinung. Aber dann habe ich ein paar Sachen gelesen und auch Kinder gesehen, die nicht in der Schule waren."
Diese Gruppe - die Mittelgruppe - war also aufgeschlossen und wollte sich (mehr oder weniger motiviert) mal etwas dazu durchlesen.
Ich halte die Gespräche immer kurz - manchmal drücke ich auch nur den Flyer in die Hand und sage: "Das könnte sie vielleicht interessieren" - dann warte ich noch etwas, während die Menschen ihn lesen - und dann können sie Fragen stellen, oder auch nicht.
Die beiden, die ganz feindselig waren haben den Flyer ihrem kleinen Kind gegeben und das hat ihn zerrissen. Da wusste ich zwar was los war, aber das ist ja auch OK. Wir sind ja da um zu informieren, und wenn einer die Information nicht will oder die "Nachricht" schrecklich findet, dann ist das sein Recht - und man kann sich trotzdem mit einem Lächeln auf den Lippen verabschieden.
Was aber das Wichtigste ist. Die Menschen, die sagen: Ja, super. Die können wirklich gute Freunde werden. Und man verliert diese Menschen ganz einfach da durch, dass man sie nicht anspricht. Man geht an ihnen vorbei und sie verschwinden in der Masse.
Und bei einer ist das schon passiert, die ist ein echt guter Freund geworden. Daraus entstand heute ein Treffen, zu dem ich dann auch noch spontan dazu kam.
Wie schade wäre es, wenn ich ihr damals nicht den Flyer in die Hand gedrückt hätte.
So und nun zu den Zahlen.
In den USA sind ja ca. 3,4 % der Schulbevölkerung Homeschooler (welcher Farbe auch immer) und dies entspricht sehr gut den 2 auf 50 (= 4 von 100), die hier direkt darauf eingingen.
Wir sind zwar noch nirgendwo in der Nähe einer repräsentativen Umfrage (bei nur 50 Flyern), aber aktuell sind nur 4% (auch wieder 2 von 50) dem Homeschooling feindselig eingestellt. Während die restlichen 46 Menschen (92%) neutral bis freundlich gewogen waren.
Natürlich ist das eine vorselektierte Gruppe von Eltern auf Spielplätzen oder am Strand. Wenn ich jetzt zu den Arbeitgebergewerkschaften oder zu der GEW (Lehrergewerkschaft) gehen würde wäre das Ergebnis wahrscheinlich anders.
Jetzt erst mal ein Update.
Da ich jetzt schon gut über 50 verteilt habe, kann ich schon ein paar Zahlen über den Erfolg der Aktion nennen - gegenüber den Erwartungen.
Bei den 50 Flyern waren jetzt insgesamt 2 Leute dabei, die spontan "Ja, super" gesagt haben.
2 auf der anderen Seite haben auf eine Art Fragen gestellt, die man nur als aggressiv bezeichnen kann. Die waren klar ablehnend und haben dann auch gemeint, dass es ihnen in der Schule super gefallen hat und dass der Flyer sehr "ketzerisch" sei - und eigentlich macht die Schule das ja auch schon alles (Interessengesteuert lernen, Selbstbestimmt, Freunde, etc.)
Die meisten waren aber irgendwo in der Mitte, haben den Flyer genommen und waren interessiert. Manche haben sich -für ihre Kinder- klar zur Schule bekannt.
Ein Ausschnitt aus einem Dialog:
Sie: "Ich war immer der Meinung, dass Kinder in die Schule gehen sollten"
Ich: "Ich auch"
Sie: "Dann habe ich den Flyer wohl irgendwie falsch verstanden"
Ich: "Nein, ich war auch der Meinung. Aber dann habe ich ein paar Sachen gelesen und auch Kinder gesehen, die nicht in der Schule waren."
Diese Gruppe - die Mittelgruppe - war also aufgeschlossen und wollte sich (mehr oder weniger motiviert) mal etwas dazu durchlesen.
Ich halte die Gespräche immer kurz - manchmal drücke ich auch nur den Flyer in die Hand und sage: "Das könnte sie vielleicht interessieren" - dann warte ich noch etwas, während die Menschen ihn lesen - und dann können sie Fragen stellen, oder auch nicht.
Die beiden, die ganz feindselig waren haben den Flyer ihrem kleinen Kind gegeben und das hat ihn zerrissen. Da wusste ich zwar was los war, aber das ist ja auch OK. Wir sind ja da um zu informieren, und wenn einer die Information nicht will oder die "Nachricht" schrecklich findet, dann ist das sein Recht - und man kann sich trotzdem mit einem Lächeln auf den Lippen verabschieden.
Was aber das Wichtigste ist. Die Menschen, die sagen: Ja, super. Die können wirklich gute Freunde werden. Und man verliert diese Menschen ganz einfach da durch, dass man sie nicht anspricht. Man geht an ihnen vorbei und sie verschwinden in der Masse.
Und bei einer ist das schon passiert, die ist ein echt guter Freund geworden. Daraus entstand heute ein Treffen, zu dem ich dann auch noch spontan dazu kam.
Wie schade wäre es, wenn ich ihr damals nicht den Flyer in die Hand gedrückt hätte.
So und nun zu den Zahlen.
In den USA sind ja ca. 3,4 % der Schulbevölkerung Homeschooler (welcher Farbe auch immer) und dies entspricht sehr gut den 2 auf 50 (= 4 von 100), die hier direkt darauf eingingen.
Wir sind zwar noch nirgendwo in der Nähe einer repräsentativen Umfrage (bei nur 50 Flyern), aber aktuell sind nur 4% (auch wieder 2 von 50) dem Homeschooling feindselig eingestellt. Während die restlichen 46 Menschen (92%) neutral bis freundlich gewogen waren.
Natürlich ist das eine vorselektierte Gruppe von Eltern auf Spielplätzen oder am Strand. Wenn ich jetzt zu den Arbeitgebergewerkschaften oder zu der GEW (Lehrergewerkschaft) gehen würde wäre das Ergebnis wahrscheinlich anders.
Sonntag, 24. Mai 2015
Beschränkung Computerspielzeit
Noch eine kleine Randnotiz.
Die Beschränkung der Computerspielzeit klappt sehr gut. Bis auf Sanji - mit seinen 6 Jahren versteht er das Konzept schon sehr gut, will aber immer noch die Spielezeit vom nächsten Tag sofort haben. Und die Spielezeit will er gleich immer in der Früh.
Chopper will einfach, dass es fair ist. Er macht ja all sein Skill-Training schon über den Tag. Dann hat er ja auch noch Kurse und wir treffen ja auch noch andere Menschen und Freunde. Zusätzlich gibt es natürlich auch noch Spielzeit (Playmobil, Burgenbauen, etc). Das nimmt manchmal so viel Zeit weg, dass dann nur noch 10 Minuten bleiben. Das findet er dann natürlich frustrierend und wir müssen eine Lösung finden. Da hat er sich auch ganz deutlich dazu geäußert, dass er die Regelung nicht will, wenn sie so klar gegen seine Interessen verstößt.
Tja, also... First Rule of Fight Club: Keep it fair!
Die Beschränkung der Computerspielzeit klappt sehr gut. Bis auf Sanji - mit seinen 6 Jahren versteht er das Konzept schon sehr gut, will aber immer noch die Spielezeit vom nächsten Tag sofort haben. Und die Spielezeit will er gleich immer in der Früh.
Chopper will einfach, dass es fair ist. Er macht ja all sein Skill-Training schon über den Tag. Dann hat er ja auch noch Kurse und wir treffen ja auch noch andere Menschen und Freunde. Zusätzlich gibt es natürlich auch noch Spielzeit (Playmobil, Burgenbauen, etc). Das nimmt manchmal so viel Zeit weg, dass dann nur noch 10 Minuten bleiben. Das findet er dann natürlich frustrierend und wir müssen eine Lösung finden. Da hat er sich auch ganz deutlich dazu geäußert, dass er die Regelung nicht will, wenn sie so klar gegen seine Interessen verstößt.
Tja, also... First Rule of Fight Club: Keep it fair!
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